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Zum Gedenken an Padre William Wasson

Für immer und einen Tag

Wenn früher jemand für ein Jahr und einen Tag vermisst worden war, hat man ihn offiziell für tot erklärt, verloren für die Welt. Ein Jahr und ein Tag bedeutete: verloren für immer.

 

Wir sind nun durch einen ganzen Jahreskreislauf ohne Padre Wasson gegangen:

Ohne seinen Humor, seinen Enthusiasmus,

ohne seine Anregung und Zuspruch -

ohne seine Weisheit, seine Überraschungen ?

Ohne seine Reisen (die Fluglinien müssen letztes Jahr wirklich gelitten haben!)

Ohne sein Essen und seine Messen.

 

 

Es mag uns so erscheinen, als sei er uns nun ferner denn je, so wie der alte Brauch es darstellen würde.

 

 

Aber für uns, die wir Gläubige sind, war das Jahr auch ein liturgisches Jahr der Erneuerung, der Vertiefung, der erlösenden und bleibenden Mysterien. Die Adventzeit hat uns wieder gelehrt, unsere Hoffnung fest zu halten, auch wenn wir manchmal nicht sehen, auf was wir hoffen. Weihnachten lehrte uns, wie nah uns Gott ist ? er teilte sogar unser menschliches Blut, unser menschliches Herz. (Das soll nun mit Gott und für Gott schlagen, um die Welt zu wandeln). Die Wirklichkeit des Leidens und des Opfers waren grundlegende Beweise während der Fastenzeit und der Karwoche. Und der auferstandene Christ zeigt uns, dass für Gott nichts Wertvolles jemals verloren ist, nicht unser Geist, nicht unsere Seelen, nicht mal unsere Wunden (und an denen hatte Padre Wasson ganz bestimmt seinen Anteil).

 

Bevor ein Jahr und ein Tag vergehen konnte, eigentlich nur einen Tag zu früh, veranstalteten wir einen Protest gegen das Denken der Welt. In all unseren Heimen wurden am Jahrestag, dem 16. August, Messen zum Gedenken gefeiert. Sie waren unser bewusster Versuch zu zeigen, dass er in unseren Herzen und in unserem Denken anwesend ist, und in der Welt Gottes. Wir glauben, dass die ?Kirche im Himmel?, die Gemeinschaft der Gläubigen, die gestorben sind, mit uns, der ?Kirche auf der Erde?, vereint ist, und dass wir in Christus einen mystischen Leib bilden. Durch unser Gebet stehen wir mit denen in Verbindung, die vor uns gegangen sind, und ihr Geist ist bei uns und beeinflusst unsere Leben. Padre Wassons Geist ist überhaupt nicht verloren für die Welt. Besonders nicht für uns.

 

Es ist interessant, dass Christus? Jünger während der Jahre, bevor er starb große Schwäche zeigten. Soweit wir wissen waren sie einfache Leute mit keiner besonderen Ausbildung: Fischer, Steuereintreiber und ähnliches. Sie waren manchmal übellaunig, ungesittet, fehlgeleitet in ihrer Haltung und in ihrem Denken. Christus forderte sie deswegen häufig öffentlich heraus. Als die Dinge sich sehr schmerzhaft und gefährlich für Christus entwickelten, und sie Farbe bekennen mußten waren sie zu Tode erschrocken und verschwanden in der Menge.

 

Doch dieselben Männer waren seltsamerweise wie ausgewechselt, nachdem Christus gestorben war.

Alles, was er ihnen jemals gesagt hatte, jede Lehre, die er ihnen je beigebracht hatte, wurde irgendwie besser verstanden als jemals zuvor. Nun sahen sie seine Lehren als mutige und energiegeladene Wahrheit. Das Beispiel, das er ihnen immer wieder mit seinem eigenen Leben gegeben hatte, kam mit strahlender Überzeugung zu ihnen zurück. Diese furchtsamen und gewöhnlichen Männer, die um ihr Leben fürchteten, waren plötzlich von einer Kraft geleitet, die sie tapfer in die Zukunft und in die Welt trug. Sie wurden vollständige Diener des Evangeliums des Lebens: Deutlich, furchtlos, indem sie ein Beispiel gaben und in die Weite reisten, um das Wort zu verbreiten, sogar unter großer Gefahr für sich selbst. Sie hatten sich früher gefürchtet. Nun waren sie bereit, ihr Blut zu vergießen, während sie Gottes Arbeit verrichteten. Viele von ihnen vergossen ihr Blut.

 

 

Was hat sie gewandelt? Was machte den Unterschied?

Einfach gesagt, war ihnen der Geist Christi nach seinem Tod gegenwärtiger, stärker in ihrem Leben als zu seinen Lebzeiten. Und das machte den ganzen Unterschied in der Welt und für die Welt.

 

Wir haben ein Jahr lang Zeit gehabt, um uns an ein NPH zu gewöhnen, das immer größer wird, immer komplexer und immer mehr gebraucht wird in unserer Welt ? und das es nötig hat, einen starken Geist und ein gerechtes Herz aufrechtzuerhalten.

 

Padre Wassons Geist war wichtig, solange er gelebt hat, weil er ihn mit dem Geist des auferstandenen Christus verband. Seine Energie, Intuition, Weisheit und Leistungsfähigkeit rührten von seiner priesterlichen Offenheit dem göttlichen Willen gegenüber. Diese Verbindung ist genau das, was uns seinen Geist heute zugänglich macht.

 

Unser bester Weg, Padre Wasson zu gedenken, unser bester Weg, seinen Geist aufrechtzuerhalten, unser bester Weg, der Aufgabe zu dienen, die er begann, und den uns anvertrauten Kindern, ist, zu tun wie er tat: zu beten, Gott zu vertrauen und im Glauben zu handeln.

 

Lasst uns zusammen beten, dass, genau wie die Jünger mehr Kraft und Schwung für ihre Aufgabe nach Christi Tod hatten, (sogar aufgrund seines Todes), unsere Energie und unsere Begeisterung und unser Einsatz für Padre Wassons Mission in uns wachsen möge mit jedem vorübergehenden Jahr.

Anstatt Padre Wasson nach einem Jahr und einem Tag zu vergessen, wird man seiner für immer und einen Tag gedenken.

 

Möge er in Frieden ruhen.

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