Moskitonezte schuetzen vor Mueckenstichen und damit Krankheiten
Aktuell

Zika-Virus tritt fast überall in Lateinamerika auf

Zika-Virus breitet sich in Lateinamerika rasant aus und steht in Verdacht, Fehlbildungen bei Neugeborenen auszulösen. WHO ruft den Gesundheitsnotstand aus

1.2.2106 / Das Zika-Virus verbreitet sich rasant und kommt nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) inzwischen in fast allen Länder Lateinamerikas vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Ausbreitung als globalen Gesundheitsnotstand ein. Durch Reisende gab es auch schon in Europa Infizierte.

Überträger des Zika-Virus sind Mücken der Aedes-Gattung wie die Gelbfiebermücke Aedes aegypti oder die asiatische Tigermücke Aedes albopictus. Für Infizierte ist das Zika-Virus in der Regel weitgehend ungefährlich. Sie haben leichtes Fieber, Hautausschlag, Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen. Nach wenigen Tagen ist die Krankheit meist ausgestanden.

Das Zika-Virus steht inzwischen im Verdacht Fehlbildungen bei Neugeborenen auszulösen. „Schon 2105 haben die Gesundheitsbehörden in Brasilien beobachtet, dass zur gleichen Zeit, als das Zika-Virus auftrat, viele Mütter Kinder mit Schädelfehlbildungen zur Welt brachten“, sagt Dr. Pilar Silverman, Leiterin des internationalen medizinischen Team von nuestros pequeños hermanos (nph). Experten nehmen an, dass das Virus sich bei Schwangeren auf das ungeborene Kind überträgt und zu Mikrozephalie führen kann. Die Babys kommen dann mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt. Oft sind sie geistig behindert und leiden unter neurologischen Störungen. In den letzten Monaten sind in Brasilien rund 4.000 Neugeborene mit Verdacht auf Mikrozephalie registriert worden.

Momentan gibt es keine Therapie gegen die Erkrankung. US-Präsident Barack Obama und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff haben vereinbart dafür zu sorgen, dass schnell ein Impfstoff entwickelt wird. Die WHO geht allerding davon aus, dass es rund ein Jahr dauern wird, bis ein wirkungsvolles Medikament entwickelt ist.

„Für Zika, Dengue, Chikungunya, Malaria oder Gelbfieber ist die Prävention derzeit die beste Maßnahme. Die Menschen müssen sich vor Moskito-Bissen schützen, damit sie nicht infiziert werden. In den Gemeinden müssen die Larven durch Ausräuchern bekämpft werden. Türen und Fenster mit Fliegengittern schützen die Menschen ebenso wie Moskito-Netze über den Schlafstätten. Die Menschen in Lateinamerika müssen darauf achten, dass es in der Nähe ihres Wohnortes keine Wasseransammlungen gibt, in denen sich die Larven der Mücken weiterentwickeln können“, sagt Dr. Pilar Silverman vom internationalen medizinischen Team von nuestros pequeños hermanos (nph).  

Experten raten Schwangeren auf Reisen in Gebiete zu verzichten, in denen das Zika-Virus vorkommt. Die brasilianische Regierung hat sich dieser Warnung inzwischen angeschlossen, auch, weil im August die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro stattfinden.

3_bildung_336x280.gif