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„Zeig mir doch, wie du hier lebst“

Drei nph-Botschafter besuchen Kinderdorf in Mexiko

Einen so herzlichen Empfang im Kinderdorf von nuestros pequeños hermanos (nph) in Miacatlán, Mexiko, hatten Nikolaus von Graeve, Reinhold Vogele und Bernhard Walker in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet: Rund 700 Mädchen und Jungen standen Spalier und begrüßten den Frankfurter, den Schorndorfer und den Rhauderfehner sowie weitere 200 Gäste mit tosendem Applaus. Das war ihre Art den Freunden und Förderern aus Europa, den USA, Kanada und Neuseeland für ihre Unterstützung zu danken. Alle Besucher waren zur 60-jährigen Jubiläumsfeier von nph angereist und würdigten zugleich die Lebensleistung des Gründervaters Padre William Wasson, der die Organisation 1954 in Cuernavaca gründete. Zur Freude der Gäste hatten die Kinder und ihre Betreuer ein buntes Programm zusammengestellt. Mit Gesang und Tanz berührten die Kinder die Herzen der Zuschauer und sorgten zugleich für Erheiterung.

Im Anschluss an den offiziellen Teil konnte Nicolaus von Graeve und Reinhold Vogele ihre Patenkinder näher kennenlernen. „Im ersten Moment war das ganz komisch“, gibt der Frankfurter zu. „Dann habe ich gesagt, zeig mir doch wie du hier lebst. Und ich bin bestimmt drei Stunden hinter dem kleinen Kerl hinterhergelaufen und er hat mir die Kinder, die Kälbchen und die Kühe gezeigt. Alles habe ich anschauen können. Einen besseren Eindruck kann man gar nicht bekommen“, schildert von Graeve begeistert. Die Kinder jedenfalls haben die Herzen der drei deutschen nph-Botschafter im Sturm erobert und beim gemeinsamen Spielen und Toben hatten sowohl die Kinder wie auch die Erwachsenen viel Spaß.

Besonders beeindruckt zeigten sich von Graeve, Vogele und Walker von der Kunsttherapeutin Marion Tavella, die zum Besuchertag einen Stand aufgebaut hatte. Dort waren die Kunstwerke der Kinder zu sehen, die während der Kunsttherapiesitzungen entstanden sind. Kruzifixe, Spiegel oder Tabletts mit bunten Glaselementen verziert, kamen bei den Besuchern genauso gut an wie die so genannten Alebrijes. Das sind bunte Fabelwesen, die in stundenlanger Arbeit von den Kindern gestaltet werden. Das traditionelle Volkskunsthandwerk geht auf Pedro Linares zurück, dessen Figuren weit über Mexiko hinaus bekannt sind.

Die Alebrijes und die Kunsttherapie waren die Hauptgründe der Reise der nph-Botschafter zu den Jubiläumsfeierlichkeiten des Kinderhilfswerks. Alle drei wurden von nph deutschland als Botschafter entsandt. In Mexiko durften sie auch die Kinder der Kunsttherapie kennenlernen. In einem offiziellen Akt, dem auch Miguel Venegas, Geschäftsführer von nph international und die Kunsttherapeutin Marion Tavella beiwohnten, überreichten zwei Jungen jedem der Botschafter einen Alebrije aus der Kunsttherapie. Diese Figur brachten von Graeve, Vogele und Walker mit in ihre Heimat. Von dort aus werden die drei Alebrijes eine Reise durch Deutschland antreten. Auf bundesweiten Veranstaltungen berichten nph Botschafter wie von Graeve, Vogele und Walker dann über die Arbeit der Mädchen und Jungen an den bunten Figuren und über das Leben der 3.300 Kinder in den nph-Kinderdörfern. Besucher der Veranstaltungen sind herzlich eingeladen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und einen eigenen Alebrije zu gestalten. Wenn sich viele Hobbykünstler finden, kann ein weiteres Ziel der Kinder erreicht werden: Ende des Jahres sollen in Deutschland 18.000 bunte Fabelwesen gestaltet sein. Die Künstler sind aufgerufen, ihre Figur an nph deutschland zu senden, oder ein Foto davon. Die Alebrijes sollen am Ende des Jahres auf einer zentralen Veranstaltung in Karlsruhe zu sehen sein. Jedes der bunten Phantasiefiguren steht dabei für ein Kind, das in einem der elf nph-Kinderdörfer aufgewachsen und in ein selbständiges Leben gestartet ist.

Für die Kinder aus Mexiko haben die nach Deutschland gesandten Alebrijes eine doppelte Botschaft: Die bunten Figuren sind zum einen ein Zeichen des Dankes. Denn nur durch die Unterstützung vieler Freunde und Förderer ist es nph möglich, Kindern ein familiäres Zuhause zu schenken, ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen und damit eine chancenreiche Zukunft. Zum anderen ist die Arbeit an den Alebrijes für die nph-Kinder in Mexiko Therapie. Denn viele der Mädchen und Jungen in den Kinderdörfern sind traumatisiert durch Gewalterfahrung, Misshandlung und Missbrauch. Durch vielfältige Therapien können die Kinder ihre Traumata überwinden und dürfen wieder kindgerecht aufwachsen.
Neben dem Besuch des Kinderdorfs, standen während des rund einwöchigen Aufenthaltes der drei nph-Botschafter in Mexiko noch weitere Aktivitäten auf dem Programm: Beim Patentag konnten von Graeve und Vogele weitere Zeit mit ihren Patenkindern und deren Freunden verbringen. Bernhard Walker teilte seine Zeit mit der kleinen Lesslie, die er sofort ins Herz schloss. Auf dem Gelände waren zahlreiche Spielemöglichkeiten aufgebaut worden, so dass die Erwachsenen zusammen mit den Kindern Parcours meistern konnten und dabei viel Spaß hatten. Durch diese gemeinsame Erfahrung intensivierte sich der Kontakt zu den Kindern noch einmal ganz entscheidend. Den Abschluss bildete das gemeinsame Grillen und Essen.

Mit all den vielfältigen und schönen Eindrücken sind Nicolaus von Graeve, Reinhold Vogele und Bernhard Walker inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt. Ihr Fazit der Reise fällt durchweg positiv aus: „Wir haben unwahrscheinlich schöne Eindrücke sammeln dürfen, herzliche Menschen kennengelernt, strahlende Kinderaugen erlebt und vor allem die Dankbarkeit der Kinder gespürt, die von Herzen kam und uns tief berührt hat“, sind sich die drei nph-Botschafter einig.

Das Kinderhilfswerk nuestros pequeños hermanos (nph) wurde 1954 von Padre William Wasson gegründet um verwaisten und verlassenen Kindern in Lateinamerika ein Zuhause zu schenken. Zurzeit leben rund 3.300 Kinder in elf Kinderdörfern in Lateinamerika. Die Kinder leben dort wie in einer großen christlichen Familie, gehen zur Schule und können einen Beruf erlernen. Seit der Gründung des ersten Kinderdorfes sind schon mehr als 18.000 Kinder bei nph aufgewachsen und haben erfahren, was bedingungslose Annahme und Liebe, Teilen, Mitarbeit und Verantwortung bedeutet. Außerdem leistet die Organisation in ihren Projektländern humanitäre Hilfe für weit mehr als eine Million notleidende Menschen.

 

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