mario graduates
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Wir feiern einen Studienabschluss

Nach vier Jahren voll harter Arbeit und noch mehr Schweiß beendet "unser" Mario erfolgreich sein Studium an der angesehenen Zamorano Hochschule für Ingenieurwesen

"Seit über sechs Jahrzehnten bilden wir Studenten aus, die sich im Berufsleben sehr gut behaupten, da wir viel Wert auf das Praktische, Anwendbare und die Entwicklung einer verändernden Vision legen. Durch die Praxis zu lernen ist unser Vermächtnis, und das mit typischer Zamorano-Qualität."

 

Dieses Zitat stammt vom Rektor der Zamorano Hochschule, der vermutlich angesehensten Ausbildungsstätte für Agraringenieure in ganz Lateinamerika. Gerade hat einer unserer jungen Männer, Mario Lagos, sein Studium an diesem "Harvard Lateinamerikas" abgeschlossen. Das ist für uns ein Anlass, einen kleinen Rückblick auf sein Leben bei UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN und die nachfolgende Zeit am College zu geben.

 

Bevor Mario zu uns kam, lebte er mit 9 Geschwistern in einem kleinen, schimmeligen Raum ohne Fenster. Vor diesem Raum befand sich eine Müllhalde, deren Gestank auch in das Zimmer der Familie drang. Da die Mutter an Krebs im Endstadium litt und der Vater alkoholsüchtig war, kamen die Kinder alle gemeinsam zu UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN. Zu dieser Zeit war Mario fünf Jahre alt.

 

Mario entpuppte sich als ausgezeichneter Schüler. Sein Erfolg war nicht allein seiner Intelligenz zuzuschreiben, sondern auch seiner vorbildlichen Arbeitshaltung und seiner allgemeinen positiven Einstellung. Als er die Zulassung für Zamorano erhielt, tat NPH alles, um ihm dieses Studium zu ermöglichen.

 

Die vier Jahre auf dieser Hochschule sind kein Zuckerschlecken. Die Studenten haben sehr lange Arbeitszeiten. Dazu gehören nicht nur die Unterrichtsstunden, sondern auch harte praktische Arbeit auf den Feldern. Aber als Mario auf der Hochschule ankam, war er solche anstrengenden Arbeitstage schon gewöhnt. Reinhart Köhler, der Leiter von NPH Honduras, meinte dazu: " Mario hat reichlich Erfahrung mit harter Arbeit, weil er auf unserem Rancho aufgewachsen ist. Das hat ihm bestimmt dabei geholfen, in Zamorano so erfolgreich zu sein."

 

Die Abschlussfeier am 4. Dezember 2004 war ein großes Ereignis. Redner und Gäste aus der ganzen Welt nahmen an dieser Feier teil. Alle Redner lobten einhellig die Qualität der Ausbildung an der Zamorano Hochschule.

 

Viele Redner gingen auch darauf ein, wie wichtig es sei, eine gute Ausbildung zum Wohle von Menschen einzusetzen, die in ihrem Leben weniger Chancen haben. Der Rektor sagte: "Ein erfolgreiches Leben bedeutet nichts anderes, als einen positiven Einfluss in der Gesellschaft auszuüben, besonders für die weniger Privilegierten. Ihr Einfluss auf die Gesellschaft ist der einzige Beweis dafür, ob Ihr Studium wirklich erfolgreich war."

 

Mario übt bereits jetzt zweifellos einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft aus. Er leistet zwei Dienstjahre für die Heimfamilie auf dem Rancho ab, in denen er sich für seine Brüder und Schwestern dort einsetzt. Er wird in der Landwirtschaft mitarbeiten und zudem einige besondere Projekte durchführen. Danach möchte er entweder eine Arbeitstelle antreten oder sein Studium fortsetzen, um den Master-Titel zu erwerben.

 

Wir alle bei NPH Honduras wünschen ihm alles Gute für die Zukunft. Wir freuen uns, dass alle unsere Kinder in ihm so ein großartiges Vorbild haben, dem sie nacheifern können. Herzlichen Glückwunsch, Mario!

 

Das folgende Interview führten wir mit Mario nach seinem Studienabschluss durch:

 

Frage: Wie fühlst du dich jetzt?

 

Antwort: Glücklich. Jetzt habe ich erreicht, was ich mir immer gewünscht habe: Nützliche Fähigkeiten, mit der ich dem Rancho und meiner Familie helfen kann.

 

F.: Welchen Rat würdest du den Kinder auf der Ranch mitgeben?

 

A.: Ich würde ihnen sagen, dass sie alle etwas suchen sollten, was sie gerne tun, und wenn sie es gefunden haben, sollten sie wissen, dass die Entschlossenheit der Schlüssel zum Erfolg ist bei allem, was sie sich vornehmen.

 

F.: War es schwierig für dich, bis zu diesem Punkt zu kommen?

 

A.: Natürlich, aber trotz der Schwierigkeiten, denen ich mich gegenüber sah, lief ich nie vor ihnen davon, denn ich hatte immer ein Ziel vor Augen. Die Schwierigkeiten waren leichter zu überwinden, wenn ich mir bewusst machte, dass ich nicht nur für mich selbst, sondern auch für die Gesellschaft arbeitete. Das gab mir Kraft.

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