Aktuell

Wir backen unser eigenes Brot

Ein Bäckermeister unterrichtet 4 unserer Jugendlichen, Brot für das ganze Kinderdorf zu backen.

Seit Anfang Februar läuft hier in San Andres sehr erfolgreich ein neues Projekt, das uns einen Schritt weiter in Richtung Nahrungs-Selbstversorgung bringt. Neuerdings backen wir im Heim unser ?pan dulce?, das typische süsse Brot in Brötchenform für alle Kinder selbst. Das Brot, das in erster Linie als Zwischenmahlzeit in der Schulpause gedient hat, wurde täglich von einem Großlieferanten gekauft. Trotz des relativ hohen Preises ließ die Qualität des Brotes aber zu wünschen übrig; es war immer trocken und hart. Da wir uns mehr und mehr mit Lebensmitteln selbst versorgen, so z.B. mit Eiern und Hühnerfleisch aus der eigenen Hühnerzucht, mit Tortillas, in der Erntezeit mit Kürbissen und Tomaten von den kleinen Feldern auf dem Heimgelände, lag die Idee nahe, auch das Brot selbst herzustellen.

 

 

 

Genug Platz war schon vorhanden: in der ?Tortilleria?, dem Raum, in dem die Tortilla?Maschine steht. Auch einen Ofen, einen Arbeitstisch und eine kleine Teig-Misch-Maschine (von ?Rotary International gespendet? )gab es bereits.

 

Wie alle anderen Heim-Produkte, sollte auch das Brot von den Kindern selbst hergestellt werden. Daher wurde der Kontakt zu einem Bäckermeister hergestellt, der sich zu einer Schnell-Ausbildung bereit erklärte. Während der ersten zwei Februarwochen kam der Bäcker täglich ins Heim und weihte vier Jugendliche, die sich freiwillig gemeldet hatten, in den Grundtechniken des Brotbackens ein.

 

 

Schließlich waren unsere vier Jung-Bäcker mit der Herstellung von drei verschiedenen Brotsorten vertraut: 'pan dulce' (= Art Hefezopfteig), 'pan frances' (= Art Baguette) und 'pan tostado' (Art Toastbrot). Und so wurde gleich mit dem Backen begonnen.

 

Mittlerweile bekommen wir wochentags regelmässig ca. 600 frische Brötchen ?pan dulce? aus der neuen ?Backstube?.

Nicht nur, daß auf diese Weise merkbar Kosten eingespart werden, das neue ?pan dulce? stößt bei allen Heimbewohnern auf einstimmige Begeisterung. Die Brötchen sind größer als die gekauften und schmecken um Längen besser und frischer.

 

 

Zur Zeit reichen unsere Kapazitäten lediglich für die Zwischenmahlzeit in der Schule und gelegentlich für einen Nachtisch am Abend. Das angestrebte Ziel ist jedoch, später einmal zu drei Mahlzeiten Brot servieren zu können: zum Frühstück, zur Schulpause und zum Abendessen. Dazu müsste die Tagesproduktion auf 1400 Brötchen erhöht werden.

 

Langfristig ist vorgesehen, das Projekt noch weiter auszubauen. Zusammen mit der Schreinerei, die sich bereits in der Endphase des Baus befindet, der Elektrowerkstatt und der Schneiderei, soll die Bäckerei Teil des neuen Ausbildungsprogrammes sein, das den älteren Heimkindern eine Berufsausbildung mit diplomiertem Abschluss ermöglichen soll.

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