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Wie ergeht es den Kindern, wenn sie neu zu uns kommen?

Der Umzug in ein neues Zuhause ist immer spannend, aber wie mag es erst sein, wenn man in eine neues Heim mit einer neuen Familie einzieht?

Wie mag sich ein Kind fühlen, wenn es neu zu UKBS Honduras kommt? Über die vielen Jahre hinweg haben wir die Aufnahme der neuen Kinder immer wieder überdacht und verbessert. Viele von uns können sich noch gut an ihren ersten Schultag erinnern, weil es solch ein einschneidendes Erlebnis ist - vielleicht sogar ein traumatisches! Daher können wir zumindest erahnen, was es für ein Kind bedeutet, wenn es zum ersten Mal durch unser Eingangstor kommt. Aber eben auch nur erahnen, denn wenn die Kinder hierher kommen, geht es für sie nicht nur um eine neue Alltagsbeschäftigung, es ist der Anfang eines komplett neuen Lebens.

 

Was passiert also, wenn man hier neu ankommt? Nun, bevor man überhaupt hierher kommt, hat man bereits Besuch von einer Sozialarbeiterin unterhalten, die einem etwas über das Kinderdorf erzählt hat. Im Rancho Santa Fe eingetroffen, wird man zuerst in die Krankenstation gebracht, wo man gemeinsam mit seinen Geschwistern die ersten Tage verbringt. Die Aufmerksamkeit der Betreuer gilt dort zunächst der Gesundheit der Kinder. Sie erhalten von uns saubere Kleidung und gutes Essen. Manche der Kinder haben noch nie in ihrem Leben etwas Ordentliches zu essen bekommen. Oscar, der Mikrobiologe, nimmt ihnen Blut ab, und außerdem werden sie vom Arzt und vom Zahnarzt untersucht. Dann kommen verschiedene Leute zu Besuch, und allmählich wird klar, in welches unserer Häuser das Kind aufgenommen wird. Danach werden die entsprechenden Hauseltern kommen und sich vorstellen.

 

Hört sich das alles ein wenig beängstigend an? Vielleicht ist es das auch. Aber unsere Mitarbeiter haben viel Erfahrung damit, wie man Kinder beruhigt, und immer steht eine Sozialarbeiterin zur Verfügung, die auf die Kinder eingeht. Sie begleitet die Kinder am Anfang und kann alle Fragen beantworten.

 

Irgend wann wird auch ein Foto des Kindes gemacht, obwohl wir vier Monate warten, bevor wir einen "Padrino" oder Paten für das Kind suchen, für den Fall, dass das Kind nicht bei uns bleiben will. Dann kommt das Foto ins Büro nach Tegucigalpa, und es wird vielleicht auch einmal auf dieser Homepage erscheinen.

 

Als Nächstes machen wir uns Gedanken über die Schule. Das Kind wird dem Psychologen vorgestellt, der abklärt, ob es besondere Förderung braucht und in welche Klassenstufe es eintreten soll. Dann lernt das Kind seine Lehrer kennen und wird mit den Regeln vertraut gemacht.

 

Dann zieht das Kind schließlich in sein neues Zuhause ein. Die Kleinsten kommen ins "Casa Suyapa". Während der ersten Zeit können ältere Brüder und Schwestern einige Tage dort mit ihnen verbringen, um den Kleinen bei der Eingewöhnung zu helfen. Die größeren Kinder kommen in das Haus, in das sie altersmäßig passen. Die Hauseltern bestimmen einen "Amigo Personal", einen persönlichen Freund, der den Neuankömmling herumführt und ihm alles erklärt. Außerdem stellt er ihm die anderen Kinder vor.

 

An diese Woche wird sich jedes Kind noch lange erinnern. Sicher ist es für alle Kinder nicht nur die reine Freude. Schließlich verändert sich ihre Lebenswelt schlagartig von einem Tag auf den anderen. Alles was wir tun können, ist dafür zu sorgen, dass sie sich sicher und geborgen fühlen, während wir gleichzeitig professionell und konstant für sie und ihre Bedürfnisse sorgen. Auf diese Weise kann im Laufe der Zeit ein Vertrauensverhältnis wie in einer natürlichen Familie wachsen.

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