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Tagebuch einer ungewöhnlichen Italienreise

Fünf Kinder aus unserem Heim in der Dominikanischen Republik reisen nach Rom, wo sie gemeinsam mit Padre Wasson an einer Audienz bei Papst Johannes Paul II. teilnehmen.

Am 16. Mai fuhren wir gemeinsam mit fünf Kindern aus unserem Heim in der Dominikanischen Republik los: Mit Jose, 12 Jahre, Victor, 10 Jahre, Paola, 10 Jahre, Rosa, 7 Jahre und unserem Jüngsten Sebastian, 4 Jahre. Die Kinder wurden begleitet von drei Erwachsenen aus der Dominikanischen Republik: Martina Dullard ('tia' und Leiterin des Hauses in San Jose), Marijo Rozycki und mir, Soledad Llorente (Freiwillige). Außerdem begleitete uns noch Alfonso Leon aus Haiti.

In Italien besuchten wir UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Italien und trafen Padre Wasson, der in Rom von German Mercado (ex-pequeño aus Mexiko) begleitet wurde. Nach unserer Zeit dort fuhren wir am Abend des 18. Mai nach Mailand.

 

Vom 16. bis 23. Mai hatte ich die Gelegenheit, fünf Kinder aus unserem Heim in San Pedro de Macoris in der Dominikanischen Republik auf ihrer Italienreise zu begleiten. Ich schätze mich sehr glücklich deswegen, denn es war mir eine Ehre, diese Erfahrung mit den Kindern und Padre Wasson teilen zu dürfen.

 

Unser Reisebericht:

 

16. Mai 2004: An diesem Tag flogen wir von Santo Domingo nach Paris. Alles war ein einziges Abenteuer! Sebastian meinte, die Boeing 747 sei "riesig, und die Piloten sitzen im Auge des Flugzeugs"! Als wir ins Flugzeug einstiegen, begrüßte Victor die Stewardess mit einem fehlerfreien "Bonsoir, Madame", und wir setzten uns. Wir genossen den Start und lachten viel miteinander. Nach dreißig Minuten in der Luft drehte sich Rosa plötzlich überrascht zu mir um und fragte mich: "Warum bewegt sich das Flugzeug nicht mehr? Warum fliegen wir nicht mehr?"

 

17. Mai 2004: Unsere Ankunft in Rom war sehr spannend, und nach dem langen Flug konnten wir es kaum noch erwarten, endlich anzukommen. Vor der Landung sahen wir aus dem Fenster, und die Kinder wandten sich schockiert ab, weil die Häuser in Europa so klein waren. Paola, die sich vorgestellt hatte, dass wir den Papst sofort nach unserer Landung treffen würden, fragte, ob er uns am Flughafen abholen würde. Wir erklärten ihr, dass der Papst ein vielbeschäftigter Mann sei und uns sicher gern abgeholt hätte, aber dass er nicht kommen könne. Mit dieser Antwort gab sie sich zufrieden.

Aber bald schon beunruhigte sie ein anderer Gedanke. "Am Tag unserer Audienz bei ihm hat er ja auch Geburtstag, und ich habe dem heiligen Vater kein Geschenk gekauft!" Jose, unser Ältester, zeigte sich von seiner verantwortungsbewussten Seite, indem er Paola geduldig erklärte, dass das Geschenk, das wir dem Papst mitgebracht hatten, unsere Anwesenheit bei seiner Geburtstagsfeier sei.

Wir freuten uns alle riesig, als wir von Maria Vittorio (Leiterin von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Italien) und Enzo (Freiwilliger) begrüßt wurden, die uns beide sehr freundlich und herzlich empfingen.

Dann fuhren wir ins Hotel, wo wir uns mit Padre Wasson und German trafen.

 

18. Mai 2004: Maria Vittoria, Enzo und Angela (aus dem italienischen Landesbüro) hatten unsere Italienreise sehr schön geplant: Wir besichtigten die Gärten des Vatikan, den Petersdom und die Sixtinische Kapelle. Am meisten beeindruckten die Kinder die vielen Engelsdarstellungen im Petersdom ("Das sind ja Kinder, wie wir" meinten sie), das Grab des ersten Papstes (der ein "Freund von Jesus!" gewesen sei) und die Gärten, in denen sie frei herumlaufen und spielen konnten. Abends lud uns Angela zu ihr nach Hause zum Essen ein, und die Kinder sangen einige ihrer Lieblingslieder vor.

 

19. Mai 2004: Endlich war der langersehnte Tag gekommen; heute würden wir den Papst sehen! Und wir sahen den Papst, wurden mit ihm zusammen fotografiert, und Sebastian durfte sogar Padre Wasson zu seinem persönlichen Gespräch mit dem Papst begleiten. Dieser Tag war ein bewegendes Erlebnis für uns alle, weil wir so nahe bei so einem großen Mann stehen durften. Abends fuhren wir dann nach Mailand (Hauptsitz von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN in Italien).

 

20. Mai 2004: Ein ausgefüllter und bereichernder Tag für uns alle. Wir verbrachten diesen Tag in der Stadt, in der sich das Hauptquartier von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Italien befindet. Maria Vittoria und ihr Team hatten für die Kinder ein Treffen mit Padre Wasson organisiert. Morgens besuchten wir die Katholische Universität von Mailand, begleitet von Claudio Leppi, einem italienischen Fernsehstar und zugleich großzügigen Unterstützer von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN. Als wir auf dem Campus ankamen, wurden wir vom Dekan und den italienischen Medien herzlich begrüßt. Es war sehr aufschlussreich zu sehen, mit welcher Bewunderung die Arbeit von Padre Wasson gewürdigt wird. Am folgenden Tag wurde die Pressekonferenz mit Padre Wasson vom Fernsehen in ganz Italien ausgestrahlt. Dadurch erhielt unsere Organisation ein vermehrtes öffentliches Interesse und die Möglichkeit, weitere Unterstützung und Spender in diesem Land zu gewinnen. Die Kinder bewegten sich unglaublich natürlich und ungezwungen vor der Kamera, und Jose und Victor bedankten sich am Mikrofon bei UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Italien und Padre Wasson dafür, dass sie ihnen diese Reise ermöglicht hatten. BRAVO! Nach der Pressekonferenz durften die Kinder noch weiter als Fotomodelle posieren. Michel, der Pate von Zaina und Mirella aus der Dominikanischen Republik, lud die Kinder zu einem unterhaltsamen Foto-Shooting ein. Sebastian sang und tanzte so ausgelassen, dass die Kameras Mühe hatten, mit ihm mitzuhalten. Abends waren wir bei einer Frauenzeitschrift eingeladen, und der Spaß begann von vorn, als die Kinder so taten, als hätten sie ein "echtes Interview". Sie überraschten uns alle mit der einfühlsamen Art, mit der sie ihre Dankbarkeit gegenüber den Menschen zum Ausdruck brachten, die ihr Leben so verändert haben. Rosa and Paola wollten unbedingt auf dem Titelbild der nächsten Ausgabe erscheinen! Später am Abend gab es dann noch einen wunderbaren Empfang zu Ehren von Padre Wasson und den Kindern. Viele der Gäste waren Pateneltern und Spender von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Italien. Der Ort der Veranstaltung war sehr schön, und die Kinder konnten einige der Paten ihrer Freunde kennen lernen.

 

21. Mai 2004: Heute hieß es Abschied nehmen. Für einige war die Reise nun zu Ende, aber für andere ging sie noch weiter. Padre Wasson und German mussten zurück nach Mexiko, und ich fuhr nach Paris, um von dort aus wieder in die Dominikanische Republik zu fliegen. Die übrigen fuhren morgens gleich mit der U-Bahn in die Innenstadt, um sich Mailand anzuschauen. Sie schauten sich das berühmte Duomo an, und nachmittags besuchten sie die Büros von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Italien.

 

22. Mai 2004: Die Kinder, Martina und Marijo fuhren weiter nach Straßburg, wo sie ein Mitarbeiter von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Deutschland in Empfang nahm und sie nach Karlsruhe abholte. Dort besuchten sie das Büro und verbrachten die Zeit vom 23. bis zum 26. Mai mit dem Team von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Deutschland. Ich konnte zwar nicht dabei sein, aber ich habe den Eindruck, dass es den Kindern sehr gut gefallen hat und dass sie den Mitarbeitern und allen anderen sehr dankbar sind, die ihnen einen schönen Aufenthalt dort möglich gemacht haben.

 

Wir Mitarbeiter von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Dominikanische Republik möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei all denen bedanken, die diese Reise ermöglicht haben, angefangen bei denen, die die Fahrt organisiert und uns eine schöne Zeit bereitet haben bis hin zu denjenigen, die uns permanent unterstützen. Wir möchten uns auch bei Padre Wasson bedanken, dass wir diese unglaubliche Erfahrung mit ihm gemeinsam machen durften. Wir werden diese fünf Tage mit Ihnen nie vergessen; vielen Dank dafür, dass Sie so ein wunderbarer, bewundernswerter Mensch sind.

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