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Stefanie Hauser

Ergotherapie, St. Helene (Österreich)

Bevor ich nach Haiti kam, schloss ich in Österreich gerade meine Ausbildung als Ergotherapeutin ab. Während der drei Studienjahre habe ich viele verschiedene Praktika gemacht - ich arbeitete in diversen Krankenhäusern mit neurologischen, orthopädischen und geriatrischen Patienten und auch in einem Gefängnis. Aber das interessanteste und spannendste Praktikum war das pädiatrische. Ich arbeitete in einem Kinderdorf in Österreich mit Kindern in den Bereichen Lern- und Verhaltensstörungen und Körperbehinderungen.

 

In meinem letzten Studienjahr begann ich darüber nachzudenken, was ich danach machen möchte. Ich wollte Österreich verlassen und für einige Zeit in einem Land leben, das nicht so entwickelt ist wie Österreich, eines, in dem ich wirklich etwas verändern kann.

 

Es ist nicht wirklich eine großartige Geschichte, wieso ich mich für Haiti entschieden habe. Ich forschte ein wenig im Internet und kam auf die Webseite von NPH. Alle Einsatzmöglichkeiten für Volontäre klangen sehr interessant, aber die Idee, in Haiti zu leben, mochte ich am meisten. So flog ich eine Woche nach meinem Studienabschluss im Oktober nach Haiti und ich bin wirklich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben.

 

Ich habe NPH für ein Jahr zugesagt und zuerst schien mir das eine lange Zeit, doch jetzt bin ich schon seit sechs Monaten hier und nun kommt es mir so vor, als ob es die Zeit nicht reichen würde.

 

In einem Kinderdorf zu leben ist nicht immer einfach, aber alles in allem ist es eine großartige Erfahrung. Wenn wir Volontäre in der Früh aus unserem Haus kommen rufen uns die Kinder bei unserem Namen und begrüßen uns mit Umarmungen und Küssen. Die Kinder schätzen unsere Arbeit wirklich und es tut mir sehr Leid, dass die Zeit nicht ausreicht, um mit allen zu arbeiten.

 

Am Anfang musste ich meinen eigenen Weg finden, weil in Kenscoff noch nie Beschäftigungstherapeuten gearbeitet haben. Ich arbeite die meiste Zeit mit den Kindern mit besonderen Bedürfnissen aus Kay Christine und mit einigen Kindern aus der Schule. Ich arbeitete auch mit Liz, einer Kunsttherapeutin zusammen. Ich unterstütze sie beim Unterricht und im Moment entwickeln wir eine spezielles Programm für Kinder mit Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten. Diese speziellen Unterstützungsprogramme beinhalten neben den individuellen Therapiesitzungen Gartenarbeit, Zeichen-, Koch- und Werkunterricht. Wir haben bereits mit den Kochkursen begonnen. Die Kinder sind wirklich sehr interessiert. Sie lieben es, beim Kochen zu helfen und sind sehr stolz darauf, was sie schaffen.

 

Ich freue mich auf die restliche Zeit, die mir in Haiti bleibt und ich bin gespannt, was in dieser Zeit noch alles passieren wird. Ich hoffe, wir werden mit diesem Programm gut weiter kommen und dass meine Zeit hier für einige Kinder wirklich etwas bewirkt.

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