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Schwere Unruhen in Haiti, aber unsere Einrichtungen sind nicht gefährdet

Ein dramatischer Anstieg der Lebenshaltungskosten hat in Port-au-Prince und anderen Gebieten zu schweren Ausschreitungen geführt

Mittlerweile sind Berichte über die gegenwärtigen Unruhen in Haiti durch alle Medien gegangen. Demonstrationen gegen den explosionsartigen Anstieg der Lebenshaltungskosten führten in verschiedenen Landesteilen zu Gewalt, Plünderungen und Vandalismus, unter anderem auch in Port-au-Prince, wo sich unser Kinderheim, Kinderkrankenhaus und Rehabilitationszentrum befinden. Zwei Tage lang blieben fast alle Läden und öffentliche Einrichtungen geschlossen.

 

Zum Glück können wir mitteilen, dass die Lage in allen drei Einrichtungen sicher ist. Unser Kinderheim St. Helene ist mit seiner Lage hoch in den Bergen von Kenscoff weit genug entfernt von den Unruhen in den tiefer gelegenen, dichter besiedelten Gebieten der Stadt. Alle unsere Kinder und Betreuer sind in Sicherheit, das Leben verläuft relativ normal. Es gibt noch Lebensmittel, und wenn wir mit dem Diesel sparsam umgehen, haben wir noch ausreichend davon für unseren Generator, damit wir uns bei Bedarf mit Strom versorgen können.

 

Unser neues Kinderkrankenhaus Saint Damien Chateaublond in Tabarre liegt näher an den Unruhen, aber auch dort sind wir durch die Lage begünstigt. Unsere nächsten Nachbarn sind die neue amerikanische Botschaft, die sich noch im Bau befindet, und Camp Brabbat - ein Basislager der Vereinten Nationen, in dem Hunderte von Friedenssoldaten mit ihren schweren Fahrzeugen stationiert sind. Die Ambulanz blieb in den vergangenen Tagen geschlossen, damit möglichst viele unserer Mitarbeiter zu Hause bleiben konnten und sich nicht über die unsicheren Straßen auf den Weg zur Arbeit machen mussten. Das wird auch in der kommenden Woche so bleiben. Diesel für unsere hauseigenen Generatoren zu bekommen, ist im Augenblick das dringendste Problem, aber wir sind optimistisch, dass sich da bald etwas ergibt.

 

Von unseren drei Standorten liegt das ehemalige Krankenhaus in Petionville - das nun den neuen Namen "Padre-Wasson-Heim" trägt - am nächsten an den Unruhen. Petionville ist das wohlhabendste Viertel der Hauptstadt, und dort haben die hungerbedingten Demonstationen zu Vandalismus und Gewalt gegen die Autos und Geschäfte der Reichen geführt. Zum Glück hat uns unser humanitärer Einsatz über die letzten zwanzig Jahre hinweg so bekannt gemacht, dass wir nicht zur Zielscheibe von Angriffen werden.

 

Es bleibt unsicher, wie lange es dauern wird, die Bevölkerung von Haiti zu beruhigen und Maßnahmen einzuleiten, um sie mit bezahlbaren Lebensmitteln zu versorgen. Unsere Mitarbeiter, Freiwillige und vor allem unsere Kinder sind jedenfalls in Sicherheit, und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich das ändern könnte. In der Zwischenzeit beten wir für den Frieden in den Straßen und die Einführung der nötigen sozialen Verbesserungen.

 

Wir tun weiter unsere Arbeit, vorsichtig, aber ohne Angst. Vielen Dank an jeden, der seine Besornis um NPFS Haiti und seine Mitarbeiter zum Ausdruck gebracht hat. Uns ist nichts passiert, und wir freuen uns auf ruhigere Tage. Gott segne Sie!

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