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?Schulen für Haiti? geht in die zweite Runde

Alissa Jung und Janin Reinhardt besuchten ihre beiden Straßenschulen in den Slums

Helfen macht Freude und vermittelt ein gutes Gefühl. Diese Meinung vertreten die beiden Schauspielerinnen Alissa Jung und Janin Reinhardt, die erst kürzlich von einer Reise nach Haiti zurückgekehrt sind ? dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre. Dort besuchten sie zwei Straßenschulen, die sie im Rahmen ihrer Aktion ?Schulen für Haiti? unterstützen. Die Aktion Schulen für Haiti fand bereits im vergangenen Jahr statt und wurde von zahlreichen Schülern in Deutschland unterstützt. Rund 20.000 Euro hatten sie für ihre Altersgenossen in den Slums nahe der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince gesammelt. Dieser Betrag hilft die laufenden Kosten für die beiden Straßenschulen ?Fond Peje? und ?Mixte de la Grace? zu bestreiten. Dort lernen mehr als 600 Schülerinnen und Schüler Schreiben, Lesen und Rechnen. Für die Kinder bedeutet Bildung die Chance auf ein Leben ohne Armut. Denn in dem Karibikstaat, den viele Menschen nur als Urlaubsland kennen, kann die Hälfte der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Nun geht ?Schulen für Haiti? in die zweite Runde. Mit der Neuauflage der Aktion hoffen Jung und Reinhardt darauf, den schon gesammelten Spendenbetrag noch zu toppen. Denn für den jährlichen Unterhalt der beiden Straßenschulen werden rund 30.000 Euro benötigt. Die von ?Schulen für Haiti? unterstützen Straßenschulen gehören zu insgesamt 18 Straßenschulen, die das Kinderhilfswerk ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.? in den Slums von Port-au-Prince errichtet hat.

 

Alissa Jung und Janin Reinhardt vertrauen der Kreativität von deutschen Schülerinnen und Schüler und hoffen auf pfiffige Ideen. Ob Charity-Party, Fußballturnier oder Kuchenverkauf, jeder Euro, der gesammelt wird, eröffnet einem Kind in Haiti eine bessere Zukunft. ?Haiti ist für mich wie eine wunderschöne Rebellin, voll von Gegensätzen, Erhabenheit aber auch Zerstörung. Um so schöner finde ich es zu sehen, wie über 600 Kinder mitten in den Slums voller Stolz zur Schule gehen können, nicht zuletzt dank ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? und ?Schulen für Haiti?. Es war beeindruckend in diese Kinderaugen schauen zu dürfen?, beschreibt Reinhardt ihre Eindrücke der Reise. Die beiden Schauspielerinnen werden unter den Schulen, die sich zuerst auf ihrer Homepage www.schulen-fuer-haiti.de anmelden, fünf auslosen, an denen sie eine Unterrichtsstunde zum Thema Haiti durchführen werden. Darüber hinaus gibt es für die Schüler ein weiteres Dankeschön. Zum Abschluss der 2. Runde von ?Schulen für Haiti?, im Mai 2010, wird unter allen Schulen, die Spendenaktionen durchgeführt haben, eine ausgelost, an der der Musiker Max Mutzke ein exklusives Schulkonzert durchführen wird.

 

Ende November waren Alissa Jung und Janin Reinhardt nach Haiti gereist, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Sie besichtigten ihre beiden Straßenschulen und konnten einen Teil der rund 600 Schülerinnen und Schüler kennenlernen. Alissa Jung: ?Wir haben viel Leid und Armut gesehen, aber mittendrin auch so viele wunderschöne Situationen erlebt. Der Besuch in unseren beiden Straßenschulen war für mich eines der schönsten und beeindruckendsten Erlebnisse. Mitten in den Slums, im Nichts, lernen Kinder lesen und schreiben und das mit einer solchen Freude.? Die Straßenschulen sind meist in einfachen Hütten untergebracht, in denen mehrere Klassen gleichzeitig unterrichtet werden. Für die Kinder ist der Schulbesuch etwas ganz Besonderes: Viele von ihnen haben noch nie in ihrem Leben etwas besessen und sind stolz auf ihre Schuluniformen und darauf, dass sie lernen und einen Schulabschluss machen dürfen. Vom nationalen Leiter von ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? in Haiti, Pater Richard Frechette, erfuhren Jung und Reinhardt, was im nächsten Jahr in ihren Slumschulen am Dringendsten benötigt wird. Neben Tischen und Stühlen sind das vor allem Unterrichts- und Lehrmaterialien. Die Gehälter für die Lehrer müssen bezahlt werden und die ärmlichen Hütten müssen in absehbarer Zeit von Grund auf renoviert werden.

 

Haiti ist eines der ärmsten Länder der westlichen Welt. Rund 80 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut, mehr als 50 Prozent der Menschen müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Viele essen, um ihren Hunger zu stillen Dreckkekse, gebacken aus Mehl, Erde und verschmutztem Wasser. Krankheiten sind dadurch vorprogrammiert. Auch hier hilft ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? den Menschen. Das Krankenhaus der Organisation ist für viele kleine Patienten die einzige Anlaufstation, bei der sie auf eine kostenlose Behandlung hoffen können. Neben dem Krankenhaus betreibt das Hilfswerk therapeutische Einrichtungen, Schulen, berufliche Werkstätten und ein Kinderdorf. Dort leben derzeit rund 600 Kinder.

 

Wer die Aktion ?Schulen für Haiti? unterstützen möchte, kann dies auch durch eine Spende auf Konto 87 47 004, BLZ 660 205 00 bei der Sozialbank Karlsruhe. Weitere Informationen unter www.schulen-fuer-haiti.de.

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