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Aktuell

Raul Duran Aranda

Farmdirektor

Ich bin ein ehemaliger Pequeño (Heimkind) aus Mexiko und lebe hier in Nicaragua seit Eröffnung unseres Heimes im Jahre 1994. Ich bin sehr stolz darauf, zu dieser Familie zu gehören und in Nicaragua mitzuarbeiten. Ich bin froh, den Alltag mit unseren Kindern in Casa San Marcos zu teilen.

 

Casa San Marcos liegt auf der Insel Ometepe. In diesem Haus kümmern wir uns um 32 Kinder im Alter zwischen 6 und 20 Jahren. Die meisten von ihnen kamen zu uns, nicht weil sie böse waren, sondern weil sie Aufmerksamkeit brauchten, die ihnen auch zustand, die sie jedoch in ihren Herkunftsfamilien nie erhielten.

 

Einige unserer Kinder sind hyperaktiv, andere haben Lernschwierigkeiten, körperliche Behinderungen und wieder andere hatten Disziplinprobleme. Die übrigen brauchten einfach jemand, der ihnen dabei half, über ihre früheren Erlebnisse hinwegzukommen. Aber davon bemerke ich gar nicht viel, denn ich sehe, dass in diesem Haus immer jemand da ist, wenn sich jemand einsam oder traurig fühlt oder einfach jemand zum Reden braucht. Es gibt immer jemanden, der sich um einen kümmert.

 

Es war ein großes Glück für mich, dass Gott mich in diese Arbeit mit den Kindern und dem großartigen Team von Freiwilligen, Betreuern, Bauern und älteren Jugendlichen aus dem Heim in Nicaragua gestellt hat. Durch die Hilfe unserer Vorgesetzten und Jim Hoyt und seinen Freunden konnten wir hier unsere Grundschule bauen, ein kleines Klassenzimmer für Sonderschulunterricht. Wir errichteten auch eine Schreinerei und eine kunsthandwerkliche Werkstatt, und bald wird noch eine Schuhmacherei hinzukommen. Einige unserer Teenager gehen auf die nahegelegene High School. Wir führen die Farm in Teamarbeit. Ich sage als Team, weil wir alle, vom jüngsten Kind bis hin zu den Bauern, Betreuern und Leitern in jedes Projekt oder jede Aufgabe, die das Heim betrifft, eingebunden sind.

 

Wir sagen unseren neuen Arbeitern immer, dass sie unser Heim nie als eine Firma ansehen sollen, sondern als ihre zweite Familie. Das hat zur Folge, dass jeder, auch die Landarbeiter, sich um die Kinder kümmern und gelegentlich zusätzlich Zeit mit uns verbringen.

 

Wir sind sehr stolz, dass Guillermo und Diego, zwei unserer Teenager, in diesem Jahr ihren High-School-Abschluss machen werden. Danach werden sie zwei Dienstjahre für die Heimfamilie ableisten und dann weiter studieren. Ich muss dazu sagen, dass Guillermo zu den schwierigen Kindern gehörte. Er kam aufgrund familiärer Schwierigkeiten zu uns. Als Kind bekam er ständig mit, wie seine Eltern sich stritten. Als Guillermo zu uns kam, benahm er sich ständig daneben und wir kämpften jeden Tag darum, dass er sich änderte. Einmal sagte ich: "Oh Gott, warum lässt du mich mit Marlon zusammenarbeiten und mit diesen Kindern zusammen sein? Marlon predigt die ganze Zeit, und die Kinder werden sich nie ändern." Und doch, wir können die Ergebnisse sehen. Er half Guillermo, der beste Schüler seiner High School und einer der besten Schüler von NPH überhaupt zu werden. Sein Notendurchschnitt ist 97,5 %. Ich habe nicht nur gesehen wie Guillermo, sondern auch viele andere unserer Kinder ihre Einstellung zu anderen Menschen und zu ihrer Umwelt verändert haben. Ich bin sehr stolz auf ihn und ich denke, dass die meisten Kinder ihre Ziele erreichen könnten, aber natürlich brauchen sie einen Freund, eine Familie und einen Prediger wie Marlon, die sie motivieren und ihnen bewusst machen, dass sie uns allen wichtig sind.

 

Wenn ich gefragt werde, wie es so ist in Casa San Marcos, dann sage ich, es ist das Paradies, von dem ich als Kind immer geträumt habe. Auf unserer Farm produzieren wir Milch, Rindfleisch, Geflügel, Eier, Fisch, Bohnen und Bananen. Natürlich können wir nicht genug Lebensmittel liefern, um alle 400 Kinder und Mitarbeiter von NPH Nicaragua zu versorgen, aber wir tragen viel dazu bei und alle Kinder erkennen das und sind stolz, dazu zu gehören.

 

Wenn man in diesem Haus lebt, hat man immer das Gefühl, in einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb zu sein, in dem jeder auf jeden achtet und auch auf die Umwelt, in der wir leben.

 

Ich danke jedem, der mir geholfen hat, diese Erfahrungen zu machen, besonders Padre Wasson, aber auch Menschen, die ich nie persönlich kennen lernen werde, aber die sich für unsere Familie von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN eingesetzt haben, und natürlich auch Ihnen, liebe Freunde.

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