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Radfahrende Tiger und andere olympische Hoffnungsträger

Zur Feier unseres 21. Geburtstages fand wieder unsere alljährliche Olympiade statt

Wenn es ums Feiern geht, so weiß die Heimfamilie vom Rancho Santa Fe genau, wie man das am besten macht. So auch bei den diesjährigen "Olympischen Spielen", einem alljährlichen Ereignis, das sorgfältige Planung und Teamarbeit erfordert, aber auch eine Menge Spaß macht. Die Spiele werden von Jahr zu Jahr besser, und dieses Jahr war keine Ausnahme.

 

Das Thema der 2006 Olimpiadas war zweigeteilt: Sport und Naturschutzgebiete in Honduras. Jedes Mitglied unserer Heimgemeinschaft wurde einem von 18 Teams zugeordnet, die jeweils nach einer Sportart und einem Naturschutzgebiet benannt wurden. Dann hatte jedes Team die Aufgabe, sich kreativ und ausführlich darzustellen, und zwar in Form von Bannern, Anfeuerungsrufen, T-Shirts, Maskottchen und einer 10-minütigen Präsentation. Ein Team zum Beispiel, das das Radfahren (Cycling) und den La Tigra National Park verkörpern sollte, gab sich den Namen "Bici-Tigras".

 

Der Tag der Spiele selbst, obwohl er viel Spaß machte und sich jeder begeistert dabei verausgabte, wurde jedoch nicht mit so viel Spannung erwartet wie der Abend vorher mit seinen vielfätigen kulturellen Darbietungen. Am Freitagabend, dem 11. August, hatte jedes Team die Gelegenheit zu zeigen, woran sie seit einem Monat so fleißig gearbeitet hatten. Fantasievolle Kostüme, gut einstudierte Tänze, Kulissen aus Pappmaché und eine unsichtbare, aber immer gegenwärtige Magie fesselten die Aufmerksamkeit der Zuschauer, denn jedes Team hatte sich vorgenommen, den Einfallsreichtum der anderen noch zu übertrumpfen.

 

Am nächsten Tag dann begannen die eigentlichen Spiele. Nach einer gemeinsamen Messe versammelten sich alle so andächtig zum feierlichen Entzünden der Fackel, als wäre es das echte Olympische Feuer. Dann stürmten die Teams zu den ersten Wettbewerben. Von da an feuerten Schreie und Jubelrufe die einzelnen Teams an, die als Gruppen jeweils in einer gemeinsamen Farbe gekleidet von einem Wettbewerb zum nächsten zogen.

 

Die 18 Spiele teilen sich auf in Campo-Spiele (Spiele, die auf dem Sportplatz oder dem Schulhof gespielt wurden) und Cancha-Spiele (Staffelläufe und Denksportaufgaben, die auf dem Spielplatz stattfanden). Die Kinder lieben die Spiele, die sie schon aus den Vorjahren kennen, und strengen sich gewaltig an, ihre Leistungen des Vorjahres zu überbieten. Zu den Favoriten gehören der Hindernislauf, der Deslisador - ein Basketballkorb, der am Ende der großen Rutsche aufgstellt ist, der "Kulturwettbewerb" - ein Quiz über Sportarten und die Naturschutzgebiete in Honduras, verschiedene Wettrennen, bei denen Luftballons zum Platzen gebracht werden, und natürlich das Tauziehen mit dreißig Personen, eine einfache Spielidee, die durch das Schlammfeld, in dem es ausgetragen wird, noch spannender wird. Ob ein Team beim Tauziehen gewinnt oder verliert, ist vielen fast noch wichtiger als das Abschneiden bei der Endauswertung.

 

Die diesjährigen Spiele endeten so schnell und so begeisternd wie sie begonnen hatten. Nachdem die letzte Handvoll Matsch geworfen und der letzte Banner geschwenkt worden war, zogen alle Hand in Hand zurück in ihre Häuser, erfüllt vom Geschehen dieses Wochenendes. Und so erschöpft sie auch sein mochten nach diesen aufregenden 24 Stunden, brachten sie es doch alle noch fertig, sich zur fiesta herauszuputzen, bei der mit Musik, Tanz und Eiskrem eines der schönsten Wochenenden des Jahres seinen Abschluss fand.

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