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Aktuell

Padre Wasson, der hl. Franziskus und andere Heilige und Verstorbene

Wir können die Toten sicher nicht vergessen!

Vor zwei Tagen, am Vorabend des 1. November, gedachten viele Menschen der westlichen Welt ihrer Toten. In der säkularen Welt in der Form von Halloween: Geister und Skelette erinnern uns an den bleibenden Einfluss der Menschen, die einmal unter uns lebten. In ursprünglichen Volksreligionen, die viele Elemente des Christentums übernommen haben, wie Voodoo oder Santeria, nimmt dies feste Formen an wie zum Beispiel die Gede-Zeremonie, bei der ein besonderer Wein aus einen Totenschädel getrunken wird - buchstäblich eine Kommunion mit den Toten. In der katholischen Tradition beginnt der November mit zwei Festtagen, die beide die Verstorbenen im Blick haben, nämlich Allerheiligen und Allerseelen. An Allerheiligen erinnern wir uns an diejenigen, deren Gebete wir brauchen. An Allerseelen denken wir an diejenigen, die unsere Gebete noch brauchen. Die Menschen haben ein tiefverwurzeltes Bedürfnis, der Toten zu gedenken.

 

Wir bei UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN können die Toten kaum vergessen. Unsere Heime bestehen ja letztlich deshalb, weil die Eltern unserer Kinder gestorben sind. In Haiti zeigt sich das Ausmaß der Armut zutiefst bei unserer alljährlichen Messe zu Allerseelen, die wir an einem Ort abhalten, wo die Menschen so arm sind, dass die Toten nicht einmal beerdigt werden. Auch die Tatsache, dass in unserem Krankenhaus jeden Tag, jahraus, jahrein, ein Kind stirbt, macht uns diese Feiertage sehr wichtig.

 

Ich las einmal tiefgründige Gedanken eines christlichen Autors, der sagte, dass wenn wir uns entscheiden, unserer Toten zu gedenken, wir uns gleichzeitig dafür entscheiden, dass wir sie weiter als Begleiter behalten. Das ist eine schöne und ermutigende Einsicht. Wenn wir uns an die erinnern, die gestorben sind, und die ein Teil unseres Lebens waren, halten wir jeden Aspekt ihres Herzens und ihres Geistes in uns lebendig. Und wir dürfen weiterhin von ihrer Gesellschaft profitieren, wenn auch auf eine andere, reifere Weise.

 

Die zweite monatliche Messe für Padre Bill Wasson fiel in die Zeit des Namenstages des Hl. Franz von Assissi. Das ist ein Mann, den Padre Bill sich als Lebensbegleiter ausgesucht hat. Unser Glaube an die "Gemeinschaft der Heiligen" bedeutet, dass wir die Gemeinschaft mit "Freunden Gottes" haben können, selbst wenn wir sie nie leibhaftig kennen gelernt haben. Padre Bill war dem Hl. Franziskus so verwandt, dass er sogar in der einfachen Robe der Franziskaner bestattet wurde. Was war an dem Heiligen, das Padre Bill so faszinierte? Derselbe Geist, den er sich für sein ganzes Werk Nuestros Pequenos Hermanos wünschte? Teilweise war es die Faszination des Gedankens des "Friedens, der alles Verstehen übersteigt", und der uns Wohlergehen schenkt. "Paz y bien". Das Beste, was man jemanden wünschen kann. Der umfassendste Segenswunsch überhaupt.

 

Aber noch wichtiger ist, das Franzikus die Christus-Liebe vorlebte, und das fand Padre Bill unwiderstehlich. Die Christus-Liebe. Der altgriechische Name dafür ist Agape. Was ist das? Es ist alles, was die Welt nicht ist. Agape lenkt den Blick weg von einem selbst hin auf den anderen. Sie bedeutet, anstatt sich um Freiheit zu bemühen, bewusst die Verantwortung für jemanden auf sich zu nehmen, der einen braucht. Sie bedeutet zu verstehen, dass mit der Aufforderung, "sein Kreuz zu tragen", nicht die eigene Last gemeint ist, sondern dass es dabei darum geht, die Last eines anderen zu tragen. Die Christusliebe ist eine Qualität von Liebe, an der es in der Welt sehr fehlt und nach der sich viele sehnen. Sie verkörpert eine besondere Qualität der Liebe: die Liebe, die keine Angst vor Verzicht und Opfer hat, die beide nötig sind, um sich um den geliebten Menschen zu kümmern. Es ist die Liebe, die den Preis bezahlt, die ihn sogar gern bezahlt, bis hin zum Tod. Das ist die einzige Liebe, die den Menschen wirklich menschlich macht, und die einzige Liebe, die uns so erfüllen kann, dass wir keine Angst haben zu sterben. Denn schließlich, wenn wir der Toten gedenken, müssen wir uns früher oder später mit unserem eigenen Tod auseinandersetzen.

 

Lasst uns gründlich bedenken, warum wir als Christen im November zur Erinnerung der Toten aufgerufen sind. Es sollte eine Selbstverständlichkeit in unseren Heimen sein, dass wir Gebete abhalten für die Eltern unserer Kinder, für Padre Bill und andere Verstorbene, die Gott allein bekannt sind. Lasst uns die bewusste Entscheidung treffen, Padre Bill als Begleiter zu behalten und die Gemeinschaft mit seinen Seelenverwandten wie dem Hl. Franziskus zu suchen.

 

Auf diese Weise setzen wir sein Werk fort, das wir bewusst zu unserer eigenen Last und Freude machen, und bringen dort hoffentlich ebenfalls die lebensspendende Christus-Liebe hinein. Sie wird uns helfen, unsere Zielsetzung im Auge zu behalten und in unserer müden Welt Frucht zu bringen.

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