Infotreffen Freising1
Aktuell

Not der Kinder berührte die Zuhörer

Ehepaar aus Stadtbergen erhält Ehrenmitgliedschaft

Das Kinderhilfswerk ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern e. V.? veranstaltete am 24. Oktober 2009 im Kardinal-Döpfner-Haus in Freising ein Informationstreffen. Mehr als 100 Gäste aus Bayern waren angereist, um sich über die Ziele des Hilfswerks und aktuelle Entwicklungen in den Kinderdörfern zu informieren. ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? hat in neun Ländern in Lateinamerika Kinderdörfer, Schulen und Ausbildungswerkstätten eingerichtet, um Not leidenden Kindern eine Lebensperspektive zu eröffnen. Für ihr mehr als 20-jähriges Engagement für das Kinderhilfswerk wurden Christine und Helmut Davids als Ehrenmitglieder in den Verein aufgenommen.

 

Das Informationstreffen begann mit einem Vortrag von Stefan Gräfe, Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins. Gräfe zeigte einen Film über die Not der Kinder in Haiti und schilderte seine eigenen Eindrücke. Der Karibikstaat gehört zu den ärmsten Ländern der westlichen Hemisphäre. Rund 80 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut, jeder Zweite kann weder lesen noch schreiben. Kritisch ist die Situation derzeit auch in Guatemala. Laut UN-Angaben ist mittlerweile jedes zweite Kind bis fünf Jahren in dem lateinamerikanischen Land unterernährt. Auch hier hilft ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? der Not leidenden Bevölkerung und insbesondere den Kindern. ?Mit insgesamt zehn Tonnen Lebensmitteln, wie Reis, Bohnen, Maismehl, Milch und Eier, setzen wir uns für die hungernden Kinder außerhalb des Heims ein und versorgen 60 Familien im Dorf Las Emranadas im Regierungsbezirk Jutiapa?, erzählte Markus Streit, Mitarbeiter des internationalen pädagogischen Teams. Er hatte erst kürzlich Guatemala besucht und konnte aus erster Hand berichten. Zurzeit hungern im Norden und Nordosten Guatemalas immer noch 54.000 Familien.

 

Eine große Überraschung erlebte das Ehepaar Davids aus Stadtbergen. Geschäftsführer Gräfe trug ihnen die Ehrenmitgliedschaft an. Davids sind ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? bereits seit 22 Jahren tief verbunden. Im Jahr 1991 gründeten sie den Förderkreis Augsburg, der seither fast eine Million Euro für die lateinamerikanischen Kinder des Hilfswerks gesammelt hat. Christine und Helmut Davids sind Paten eines Jungen in Guatemala und konnten sich konnten sich auf ihren Reisen nach Lateinamerika mit eigenen Augen davon überzeugen, wie viel Gutes das von ihnen gesammelte Geld bewirkt.

 

Von ihrem sozialen Jahr im Kinderdorf in Guatemala berichtete die ehemalige Freiwillige Kerstin Pucholt, die inzwischen in Regensburg studiert. Die 22-Jährige arbeitete dort als Betreuerin und schilderte das intensive Zusammenleben in einer Gruppe von 15 Mädchen, zwischen sieben und elf Jahren. Durch das freiwillige Jahr, so Puchholt, habe sie Einblicke in die Kultur und Lebensweise des zentralamerikanischen Landes erhalten. Ihr Fazit: ?Ich werde auf jeden Fall wieder ins Kinderdorf reisen.?

 

Mit Hilfe des Online-Spendenshops ?MyGoodShop? informiert ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? seit letztem Jahr über den genauen Bedarf in den Kinderdörfern. Auf der Internet-Plattform ist erkennbar, wie viele Ferkel, Schuhe oder Schreibblöcke benötigt werden. Der Spender erhält eine direkte Rückmeldung aus dem Kinderdorf, erfährt also zeitnah und transparent, was mit seiner Spende geschieht.

 

Naturkatastrophen führen in Lateinamerika häufig zu Dürre, Überschwemmungen oder Zerstörungen und sind keine Seltenheit. Diese Naturgewalten verstärken oft noch die unvorstellbare Not der Menschen. Häufig sind Kinder die Leidtragenden, da sie in die Armut hineingeboren werden und keine Lebensperspektive in ihrem Heimatland erhalten. ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? hilft dort, wo Hilfe am Notwendigsten ist. In den Heimen in Mexiko, Honduras, Guatemala, El Salvador, Nicaragua, der Dominikanischen Republik, Haiti, Bolivien und Peru finden Kinder und Jugendliche ein liebevolles Zuhause. Sie erhalten eine fundierte Schul- und Berufsausbildung, die sie befähigt, ein eigenständiges Leben aufzubauen ? ohne Armut. In den Krankenstationen und Therapieeinrichtungen werden nicht nur die eigenen Kinder medizinisch betreut, sondern auch die umliegende Bevölkerung. Dementsprechend genießt die Organisation in den Ländern in denen sie präsent ist, hohes Ansehen.

 

Das Schicksal der jungen Brenda aus Nicaragua berührte die Zuhörer besonders. Das Mädchen wird medizinisch versorgt und wartet auf eine Spenderniere. Ohne Medikamente und eine spezielle ärztliche Versorgung wäre das junge Mädchen heute nicht mehr am Leben. Eine Spenderniere aus der eigenen Familie kann sie nicht erwarten. Die Mutter lehnte eine Operation ab und der Vater des Mädchens kommt als Spender nicht in Frage. Jan Uekermann, Mitarbeiter von ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern?, rief gegen Ende seines Vortrags die Zuschauer zu einer finanziellen Unterstützung auf, um eine kostenspielige Behandlung in der Dominikanischen Republik zu ermöglichen. Spenden werden auf dem Konto 12 000, BLZ 660 205 00 entgegen genommen.

4_weihnacht_large_rectangle.gif