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Nachricht von PATER RICHARD aus Haiti

Hilfe im Chaos

Liebe Freunde,

 

nach dem wir Mitten in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar zum Kennendy Airport gefahren und in die Dominikanische Republik flogen, sind Conan und ich heute früh mit dem Helikopter des Präsidenten der Dominikanischen Republik in Haiti gelandet. Dies wurde aufgrund des guten Standings von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN in der Dominikanischen Republik, unserem Spendenbüro in Italien und unseren guten Verbindungen zu Andrea Bocelli möglich.

 

Unsere erste große Aufgabe bestand darin, einen der amerikanischen Freiwilligen, unseren kubanischen Arzt und einen amerikanischen Besucher zu befreien. Doch die Suche nach unserer immer noch vermissten amerikanischen Freiwilligen Molly geht weiter.

 

Weiterhin hatten wir heute 18 Begräbnisse. Eines für John, ein Mitarbeiter im St. Luke Programm; wir vermissen ihn sehr. Oftmals klingelte John an meiner Tür um mich über die Entwicklungen seines Babys zu informieren, die ihn sehr erfreuten. John war für unsere Sprachzentren verantwortlich. Ein weiteres Begräbnis hielten wir für Johannes Mutter. Johanne ist eine der Direktorinnen des St. Luke Programms. Alle anderen Begräbnisse waren für Menschen, die wir nicht kannten. Sie lagen einfach tot in den Straßen.

 

Weitere traurige Ereignisse? der Tod von Immacula, unsere einzige medizinische Assistentin, die im Krankenhaus arbeitete. Der Tod aller bis auf ein Geschwister von Albert; der Tod des Mannes von Jacqueline Gautier, der sich gerade in einer Schule aufhielt (alle Schüler kamen ums Leben); der Tod unseres ehemaligen Heimkindes Wilfrid Altisme, der sich gerade in der Priesterausbildung befand. Weitere Meldungen über den Tod von Menschen, die uns nahe standen, erreichen uns fortlaufend.

 

Den Rest der Zeit verbrachten wir damit, uns um die unzähligen Menschen zu kümmern, die mit ernsthaften Verletzungen in unser Krankenhaus kommen. Im Freien unter Bäumen und auf dem Parkplatz mit immer weniger werdenden Medikamenten geben wir unser bestes für sie. Wir werden die Nacht durcharbeiten. Alle Geschäfte und Banken haben geschlossen, das Benzin wird knapp. In zwei Tagen werden wir kein Benzin mehr haben, sollte sich keine Lösung finden. Dies würde bedeuten, dass wir komplett ohne Strom wären. Leider haben wir zurzeit auch keine Wasserversorgung im Krankenhaus, da die Rohre zwischen dem Brunnen und dem Wasserturm gebrochen sind.

 

Die Schäden an der Außenmauer des Krankenhauses scheinen weniger schlimm, jedoch ist rund die Hälfte der Grundstücksmauern in sich zusammen gefallen. Das alte Krankenhaus in Pétionville liegt in Trümmern. Viele Helfer, koordiniert von Ferel, graben rund um die Uhr darin und suchen nach Molly.

 

Wir haben kein Internet; unsere Telefone gehen nicht und wenn uns doch mal ein Anruf erreicht, dann hören wir nichts oder können nicht verstanden werden. Robin hat durch einen Satellit Internetzugang. Ich bat Robin, diese Nachricht für mich zu versenden, meine Mails zu lesen und sie, so gut es geht, für mich zu beantworten.

 

Bittet betet weiter für uns. Auch wir beten für euch.

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