2014-07_HAI_Hajo_mit_Berufsschuelern.JPG
Aktuell

Mit Solarenergie zu sauberem Strom für Haiti

Haiti ist zwar bitterarm, doch eines ist reichlich vorhanden: Sonne. Mit Solarenergie leistet nph nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in Haiti.

Haiti zählt rund 10 Millionen Einwohner. Nicht einmal ein Drittel von ihnen verfügt über einen Stromzugang. Einen Kühlschrank zu haben, abends das Licht einzuschalten oder nachts durch beleuchtete Straßen zu gehen, gehört in Haiti nicht zur Selbstverständlichkeit. Stromausfälle hingegen schon. Gerade in Krankenhäusern stellt dies ein großes Problem dar. nph haiti setzt deshalb auf Solarenergie, denn im bitterarmen Haiti ist zum Glück reichlich Sonne vorhanden. 

Solarenergie-Experte Hajo Olfs war fast zwei Jahre als Entwicklungshelfer in Haiti, um für nph Solartechniker auszubilden. Gleichzeitig hat er sich um das große Projekt Solar Smart Grid in Tabarre gekümmert. Das Land hat ihn fasziniert, vor allem aber die Freundlichkeit und Dankbarkeit der Menschen, die sie trotz ihrer schwierigen Lebensbedingungen bewahren.




Mit seinen Schülern hat Hajo Olfs die Firma START gegründet, die mehrere Solarprojekte in Haiti realisiert hat. © Julian Erksmeyer

 

Kosten sparen und Umwelt schützen


Das staatliche Stromnetz in Haiti ist ineffizient und unzuverlässig. Es fehlt an Geld für die Instandhaltung und Investition in erneuerbare Energieträger. Die meisten Institutionen wie Schulen oder Krankenhäuser sind auf ihre eigenen Dieselgeneratoren angewiesen. So kommen sie auf teure und umweltschädliche Weise an Strom. Auch nph haiti musste bis vor wenigen Jahren ausschließlich auf Dieselgeneratoren setzen. 2013 hat sich das geändert.

In diesem Jahr haben haitianische und deutsche Solarexperten, unter der Projektleitung von Willi Ernst von der Biohaus Stiftung, auf dem Dach des Kinderkrankenhauses St. Damien, eine Photovoltaik-Anlage errichtet. In der Zwischenzeit wurden weitere Gebäude von nph haiti und der Schwesterorganisation Fondation St. Luc mit Photovoltaik ausgestattet. Sie werden seither durch Solarenergie sauber und umweltfreundlich mit Strom versorgt.

Solar Smart Grid – ein zukunftsweisendes Projekt

Mit dem Solar Smart Grid sollen alle Gebäude von nph haiti, die über Photovoltaik-Anlagen verfügen, zu einem teilautarken Stromnetz zusammengeschlossen werden. „Das Solar Smart Grid ist auch für die Spezialisten in den entwickelten Ländern ein zukunftsweisendes, in seiner Art neues Projekt, das weltweit auf viel Interesse stößt“, erklärt Hajo Olfs.

 



Auch das nph-Kinderdorf in Kenscoff ist mit Solarpaneelen ausgestattet. 


Dadurch lässt sich der Anteil von Solarstrom am Gesamtverbrauch der nph- und St. Luc-Einrichtungen auf über 50 Prozent erhöhen. Die Einsparung von Diesel bewirkt, dass die Kohlenstoffdioxid-Emissionen und die Treibhausgase enorm reduziert werden. So können 300.000 US-Dollar eingespart werden, die den Projekten von nph zur Verfügung stehen und den Menschen in Haiti zu Gute kommen.

Langfristig muss Haiti auf erneuerbare Energie setzen


Solarenergie ist Hajo Olfs Spezialgebiet. Der Diplom-Ingenieur mit Schwerpunkt Solartechnik wollte sein Wissen da einsetzen, wo es am dringendsten benötigt wird: bei den Ärmsten dieser Welt. In Haiti leben fast 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, das heißt von weniger als 1,75 Euro pro Tag.




Hajo Olfs glaubt daran, dass seine Schüler es schaffen werden.


Trotz der großen Probleme glaubt Hajo Olfs daran, dass Menschen, die sich ein Ziel stecken und dranbleiben, es schaffen können. Auch in einem Land wie Haiti, in dem extrem schwierige Lebensbedingungen herrschen. 

In der Solarenergie sieht Hajo Olfs große Chancen: „Es gibt ein Phänomen, das den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energienutzung zur logischen Konsequenz hat – langfristig fallen die Preise für die erneuerbaren Energien, wohingegen die Preissteigerung für die Stromgewinnung aus Diesel zu einem drängenden Problem in Haiti wird.“ Der Job des Solartechnikers hat in Haiti also großes Zukunftspotential.

 



Haitis Kinder sind die Zukunft des Landes. Wir tun alles, um diese Zukunft so strahlend wie möglich für sie zu gestalten.

 

Nachhaltig bedeutet auch, Jobs zu schaffen

Gemeinsam mit den ersten Absolventen der Elektro- und Solartechnik hat Hajo Olfs eine Schulfirma gegründet. Sie nennt sich START (Standard and Renewable Technologies). Seit ihrer Gründung im Frühjahr 2015 hat sie schon zahlreiche Projekte im Land umgesetzt. Ein Teil des Erlöses fließt zurück in die Berufsschule, um noch mehr jungen Erwachsenen die Chance auf eine gute Ausbildung und bessere Zukunft zu bieten.

 

Sie können mithelfen, Stromkosten durch Solarenergie zu senken, damit wir noch mehr armen, kranken und verwaisten Kindern eine bessere Zukunft schenken können.

4_weihnacht_large_rectangle.gif