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Mit der Sozialarbeiterin unterwegs

Die Straßen waren in verheerendem Zustand, manche von ihnen vollständig überflutet, andere hatten sich in Flüsse verwandelt...

Es regnete in San Pedro de Macoris. Regen, Regen, nichts als Regen. Seit Freitag. Es schien gar nicht mehr Tag zu werden. Die Straßen waren voller Wasser. Viele Landstraßen konnten nicht mehr befahren werden. Und am nächsten Tag sollten wir nach Las Matas de Farfan fahren. Noch weiter als San Juan, fast an der Grenze zu Haiti. Der Gedanke gefiel mir nicht. Ganz und gar nicht. Der Pick-up, mit dem ich fahren sollte, war nicht in Ordnung, sprang nicht gut an, ein Kabel machte ein seltsames Geräusch usw. ... Nachmittags suchte ich nach einem Automechaniker, aber sonntags und bei solch einem Wetter war fast niemand auf der Straße. Keine Chance. Und ich fand die Idee nicht gut, allein mit unserer Sozialarbeiterin zu fahren. Zwei Frauen. Sie kann nicht fahren. Und es ist eine weite Strecke. Wirklich eine lange Fahrt.

Aber wir mussten fahren. Um Fälle zu untersuchen - wir wussten nicht einmal wie viele Fälle von verlassenen Kindern oder Waisen. Die Schwestern "las monjas de la cardidad" aus Las Matas de Farfan hatten uns eingeladen und um unsere Hilfe gebeten.

 

Wir fuhren um 8 Uhr morgens los; der Regen hatte immer noch nicht aufgehört. Es war eine schlimme und sehr anstrengende Fahrt über Santo Domingo, San Cristobal, Bani, Azua und San Juan. Die Straßen waren teilweise in sehr schlechtem Zustand, und wegen des Regens kamen wir nur sehr langsam voran, aber Gott sei Dank erreichten wir schließlich das Haus der Schwestern. Sie haben ein Heim für gefährdete unterernährte Kinder. Aber sie können nur befristete Hilfe anbieten. Sie geben ihnen zu essen und pflegen sie, bis sich ihr Zustand stabilisiert hat, und dann schicken sie sie zurück in ihre Familien. Aber viele der Kinder, die die Nonnen aufnehmen, haben keine Verwandten, die in der Lage wären, angemessen für sie zu sorgen. Manche haben keine Mutter mehr, andere keinen Vater und einige sind Vollwaisen. Und es gab noch viele weitere Fälle, die die Sozialarbeiterin der Schwestern uns vorstellen wollte.

 

So verbrachten wir den späten Nachmittag und Abend damit, die Situation der Kinder zu untersuchen, die sich bereits im Haus der Schwestern befanden. Am Dienstagmorgen dann fuhren wir los, um verschiedene bedürftige Kinder zu Hause aufzusuchen. Die Straßen waren in verheerendem Zustand, viele von ihnen völlig überflutet, manche hatten sich in Flüsse verwandelt. Und dann erreichte uns die Nachricht über Radio: Jimani. Zuerst wurden keine Zahlen genannt, dann sprach ein Sender von etwa hundert Toten, später von etwa vierhundert. Zum Glück (welch ein ironischer Ausdruck) war Jimani etwa 100 km von uns entfernt. Und über unsere Region wurde nichts gesagt. Aber wir konnten es sehen. Wir sahen, was der Regen angerichtet hatte. Die überfluteten Straßen, viele von ihnen unpassierbar. Häuser voller Schlamm. Menschen, die uns um Hilfe baten, darum baten, ihren Kindern zu helfen oder denen der Nachbarn, egal, nur helfen. Und es wurde noch mehr Regen vorhergesagt. Viele Bauern hatten bereits alles verloren, während andere noch um ihren Besitz bangten.

Wir setzten unsere Fahrt eilig fort - wir hatten Angst vor neuen Regenfällen und davor, nicht mehr zurückzukommen - in Richtung Elias Piña, wo weitere Fälle auf uns warteten. Und dann kamen wir an die Brücke, vielmehr an das, was einmal eine Brücke gewesen war. Sie war kaputt, zerstört von der Gewalt des angeschwollenen Flusses. Kein Weiterkommen mehr.

Also mussten wir unverrichterter Dinge wieder umkehren. Wir kamen wohlbehalten im Haus der Nonnen an. Aber es war entschieden zu spät, um nach San Pedro zurückzukehren. Also blieben wir noch eine Nacht dort und machten uns am Mittwoch auf den Heimweg.

Jetzt sind wir wieder in San Pedro. Müde, aber in Sicherheit. Unsere Freunde hatten sich große Sorgen um uns gemacht, aber mittlerweile wissen alle, dass es uns gut geht.

Bald werden wir wieder nach Las Matas der Farfan fahren, um all die Kinder abzuholen, deren Fälle wir untersucht haben, und vielleicht noch mehr. Hoffentlich hört der Regen endlich auf!

 

 

Morgen wird sich unsere Sozialarbeiterin gemeinsam mit einem hiesigen Priester und einem unserer Freiwilligen auf den Weg nach Jimani machen, um Kleidung, Lebensmittel und anderes dorthin zu bringen und um dem dortigen Bischof die Arbeit von UNSERE KLEINEN BRÜDERN UND SCHWESTERN vorzustellen und unsere Hilfe für Kinder in Not anzubieten.

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