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Aktuell

Mexiko auf dem Weg zurück in die Normalität

Am 19. September 2017 wurde Mexiko von einem Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert. Obwohl immer noch schwere Schäden im nph-Kinderdorf in Miacatlán und an den Wohnhäusern in Cuernavaca das normale Leben einschränken, hält langsam der Alltag Einzug.

Der Wiederaufbau beginnt

Der Schock sitzt bei vielen Mexikanern nach dem Beben noch tief. Die Bilder von schreienden Menschen, die verzweifelt auf die Straße rennen, um sich in Sicherheit zu bringen, sind präsent. Ebenso die Suchtrupps, die nach verschütteten Menschen in den Trümmern graben. Immer noch leben Menschen in Zelten, die alles verloren haben.

Und trotzdem, die Mexikaner schauen nach vorn und beginnen, das Zerstörte wieder aufzubauen. Auch im nph-Kinderdorf in Miacatlán stehen die Zeichen auf Aufbruch.


Normalität im Kinderdorf: abgesperrte Gebäude, Unterricht im Freien, Küchenpersonal trägt Töpfe in die provisorische Küche.

Eine etwas andere Normalität

Als im November Evelin Schuster, nph-Koordinatorin für Lateinamerika, nach Mexiko reiste, war die Zerstörung im Kinderdorf allgegenwärtig. „Auf der einen Seite sieht man eine Absperrung, weil es zu gefährlich ist dorthin zu gehen, wie zum Beispiel in den komplett zerstörten Essenssaal. Ein paar Meter weiter findet der Unterricht unter einem Baum statt. Gleichzeitig geht das Küchenpersonal mit großen Töpfen an einem vorbei, um in die provisorische Küche zu gelangen. Das ist jetzt eine normale Situation.“


Evelin Schuster, nph-Koordinatorin Lateinamerika, mit Arturo Abarca Morales, Werkstattleiter im nph-Kinderdorf.

Die Schule ist fast fertig

Ende Januar soll voraussichtlich die Schule wieder für den Unterricht freigegeben werden. „Alle haben keine Lust mehr auf ein Provisorium. Auch die Kinder sagen: ̦Es war toll, draußen unterrichtet zu werden, aber in der Schule ist es doch besser‘“, berichtet Schuster. Auch in den Lehrwerkstätten fand kein praktischer Unterricht statt. Die Schüler durften generell das Schulgelände nicht betreten.


Wo die Stabilität des Gebäudes gesichert ist, werden Risse und Löcher in der Mauer, wie hier in der Schule, ausgebessert.

Sicherheit hat Vorrang

Die Außenmauer des Kinderdorfes wurde bei dem Beben stark beschädigt. Der dringende Wiederaufbau verzögerte sich. Notwendige Genehmigungen für das denkmalgeschützte Bauwerk kamen erst verzögert. Mit großen Auflagen, unter anderem das die alten Steine Wiederverwendung finden, konnte nun endlich begonnen werden. „Die Außenmauer liegt an einer vielbefahrenen Straße. Die Verantwortlichen von nph haben überall Kameras installiert, um zu kontrollieren, wer das Gelände betritt oder verlässt“, erklärt Schuster.

Erfolge in der Land- und Fischwirtschaft

Es gab aber nicht nur Negativschlagzeilen aus dem nph-Kinderdorf in Mexiko. Die Produktion in der Land- und Fischwirtschaftschaft konnte erfreulicherweise gesteigert werden. Mit dem neuen Gewächshaus stieg der Anteil von Biotomaten für den Eigenbedarf auf etwa 90 Prozent. Und der Ertrag aus der Tilapia-Fischzucht steigerte sich um knapp 10 Prozent. Die Kinder essen diesen nahrhaften und proteinreichen Fisch sehr gern.


Bis zu 90 Prozent konnte der Bedarf an Biotomaten mit dem neuen Gewächshaus gedeckt werden.


Die Mädchen helfen beim Reinigen der Tilapia-Fische für das Mittagessen.

Das Leben geht weiter

Der Leiter des nph-Kinderdorfes, Rafael Bermudez, beschreibt die momentane Situation folgendermaßen: „Wenn ich sehe, wie unsere Kinder nach dem schrecklichen Erdbeben wieder ungetrübt durch die Höfe lachen, spielen und rennen, fühle ich mich glücklich. Es gibt noch viel zu tun, aber die Gewissheit, dass unsere Kinder in Sicherheit sind, erfüllt mich mit Dankbarkeit. Die von Anfang an enge Koordination zwischen den Bereichen, machte es möglich, dass die Kinder schnell in ihren Alltag zurückfanden. Das hat ihnen geholfen, ihre Emotionen zu teilen und zu verstehen.“


Rafael Bermudez, Leiter des nph Kinderdorfes in Mexiko, umgeben von nph-Schützlingen.

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