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Aktuell

Lebensrettende Strahlentherapie in der Dominikanischen Republik

Haitis Krebskinder erhalten lebenswichtige Behandlung in Santo Domingo.

In Haiti, dem ärmsten Land der westlichen Welt, gibt es keine Strahlentherapie für krebskranke Kinder. Die onkologische Station des nph-Krankenhauses St. Damien hat eine Lösung für dieses Problem gefunden.

Für einige kleine Patienten der onkologischen Station im St. Damien Krankenhaus in Port-au-Prince reichen Operation und Chemotherapie nicht aus, um den Krebs zu besiegen. Etwa 25 Prozent benötigen eine zusätzliche Strahlentherapie. Diese bietet einen effizienten und schonenden Weg, den Krebs zu behandeln. Bestrahlt werden Tumore oder Metastasen. Die Strahlung zerstört den Kern einer Krebszelle. Sie verliert dadurch die Fähigkeit, sich zu teilen. Momentan ist diese hilfreiche Behandlung aber nicht in Haiti zu bekommen.

Notwendige Strahlentherapie in der Dominikanischen Republik

25 Prozent der krebskranken Kinder benötigen eine Strahlentherapie, um gesund zu werden.

Damit auch diese Krebs-Kinder eine Chance auf ein Leben erhalten, bietet das St. Damien Krankenhaus die Möglichkeit an, die Kinder in die Dominikanische Republik zu bringen. In dem dortigen nph-Kinderdorf wurde 2010 von dem Leiter, Kiran Rigney, das Haus Casa Santa Maria für die haitianischen Kinder zur Verfügung gestellt. Für die Zeit der Behandlung können die kleinen Patienten gemeinsam mit einem Elternteil oder ihrem Vormund dort wohnen.

Ein Gästehaus für krebskranke Kinder im nph-Kinderdorf

Casa Santa Maria, das Gästehaus für haitianische Krebspatentien in der Dominikanischen Republik.

In Casa Santa Maria lebt die „Hausmutter“ Christelle, die die Kleinen und Ihre Eltern betreut. Da sie Kreol spricht, fühlen sich die Haitianer schnell heimisch. Oft verbringen die Gäste Monate im nph-Kinderdorf. Ihr Alltag besteht aus den regelmäßigen Fahrten in eine Klinik in der Hauptstadt Santo Domingo. Die Zeit ist überschattet von den Nebenwirkungen, die die Strahlentherapie auslöst: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schwäche. Trotzdem integrieren sich die Kinder schnell in die dominikanische nph-Familie.

In guten Momenten spielen die Kleinen mit den dominikanischen Kindern auf dem Gelände und gehen sogar mit ihnen in die Schule. Die Volontärin Jacintha berichtet: „ Es ist erstaunlich, wie schnell die Kinder Spanisch lernen. Sie sind so stolz auf das Erlernte, dass sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit versuchen, mit den anderen Kindern Spanisch zu sprechen.“ Diese Kinder kämpfen gegen eine lebensbedrohliche Krankheit, sieht man sie aber lachen und mit den anderen herumlaufen, sind sie ganz normale Kinder.

Gerne würde nph noch mehr Kindern mit einer Strahlentherapie in ihrem Kampaf gegen den Krebs helfen.

Seit Beginn des Programms lebten 30 Kinder in Casa Santa Maria. Das St. Damien Krankenhaus würde gern mehr krebskranke Kinder in die Dominikanische Republik schicken. Doch die Verwaltungsprobleme im eigenen Land machen es sehr schwierig, Pässe für die Kinder und ihre Begleitpersonen zu bekommen. Die Kosten für die Behandlung sowie Reise und Unterkunft trägt nph. Die Eltern sind zu arm, um einen Spezialisten bezahlen zu können.

Wir hoffen, dass wir noch vielen Kindern die Reise in ein krebsfreies Leben bezahlen können.

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