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Kunst für die Seele

Mutter für 148 Kinder

Wie ein schwerer grauer Schleier legt sich der Dunst von Müll und Abgasen über die Millionenmetropole Mexiko-Stadt. Irgendwo im Schatten der Hochhäuser, kaum bemerkt und von allen gemieden: Die Slums. Notdürftige Wellblechhütten zusammengehalten von rostigen Nägeln. Ausgezehrte Menschen suchen im Müll nach etwas Verwertbarem. Drogenhandel und Gewalt bestimmen den Alltag. Kaum einem Slumbewohner ist es möglich dem Teufelskreis der Armut zu entfliehen. Besonders Kinder sind die Leidtragenden. Sie werden zum Betteln geschickt, geschlagen und missbraucht. Zwei Autostunden von der Slumhölle entfernt, im Dorf Miacatlán liegt das Kinderdorf ?Casa San Salvador? des Kinderhilfswerks ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern?.

 

Dort kümmert sich die freiwillige Helferin Marion Tavella seit neun Jahren um die geschundenen kleinen Seelen. Mit Engagement und Kreativität versucht die gelernte Kunsthandwerkerin den Kindern wieder Freude am Kindsein zu schenken. Ihre eigene Lebensfreude musste sie erst selbst wiederentdecken. Ihr Mann, ebenfalls Künstler, starb an Krebs. Nach diesem Schicksalsschlag suchte Marion Tavella nach einem Halt im Leben. Ihr Weg führte sie zwei Jahre später nach Mexiko.

 

Ihr Aufenthalt war zunächst für ein Jahr geplant. Die Arbeit machte Marion Tavella jedoch so viel Spaß, dass inzwischen neun Jahre vergangen sind. ?In Mexiko habe ich mich vom ersten Moment an wohl gefühlt?, sagt Tavella. ?Mein Engagement für die Kinder und Jugendlichen hat eher mir das Leben gerettet als umgekehrt.?

 

Spenderinnen und Spender des Karlsruher Kinderhilfswerks ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V? ermöglichten es ihr, eine Kunstwerkstatt aufzubauen. Dort verbringt sie mehrere Stunden täglich, um mit traumatisierten Kindern kunsttherapeutisch zu arbeiten. Ihr Therapieprogramm entwickelte sich über die Jahre immer weiter: ?Wir hatten damals eine Psychologin, eine Lerntherapeutin, eine Logopädin und wenig Erfahrung?, berichtet Tavella augenzwinkernd. ?Heute haben wir mehr Fachpersonal und betreuen 148 Kinder von den insgesamt 670 Kindern und Jugendlichen, die in unserem Waisenhaus leben?. Ihr Patenkind Alejandro ist ihr dabei besonders ans Herz gewachsen. Jedes Kind hat seine eigenen Bedürfnisse und Vorgeschichten, es ist nicht immer einfach, eine so große Rasselbande unter Kontrolle zu halten. Aber ?Mama Marion?, wie sie liebevoll von den Kleinen genannt wird, hat alles im Griff. Optimistisch blickt sie in die Zukunft und sagt: ?Es kommt immer alles Gute zurück, vielleicht nicht in der Form, wie wir es erwarten oder nicht in diesem Moment, aber es kommt zurück und gibt neue Kraft?.

 

Damit Marion Tavella auch weiterhin mit den traumatisierten Kindern arbeiten kann, bittet sie um Hilfe. Spenden sind möglich mit dem Stichwort ?PR_Mama Marion? auf das Konto Nr. 12 000 bei der Sozialbank Karlsruhe, BLZ 660 205 00. Weiter Informationen über das Kinderhilfswerk ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? gibt?s im Internet unter www.HilfeFuerWaisenkinder.de

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