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Kleiner Junge mit großem Mut

Achtjähriger verliert Arm bei Rettungsversuch seines Cousins

Marcel ist nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren. Und dennoch war er ein fröhliches, aufgeschlossenes und fleißiges Kind. Der Achtjährige lebte zusammen mit seinem Vater, dessen Lebensgefährtin und seiner jüngeren Schwester in sehr ärmlichen Verhältnissen in Port-au-Prince, der Hauptstadt von Haiti. Bis zu jenem Tag, der Marcels Leben für immer veränderte: Durch die Explosion einer Transformatorstation wurden elektrische Leitungen heruntergerissen. Marcels Cousin Louis erhielt einen tödlichen Stromschlag, Marcel selbst wurde bei dem Versuch ihn zu retten, schwer verletzt.

An jenem schicksalshaften Tag waren Marcel und sein Cousin Louis wie jeden Tag unterwegs, um etwas Geld für ihre armen Familien hinzuzuverdienen. Die beiden Jungen füllten an einem Brunnen Wasser in kleine Behälter ab, die sie für ein paar Gourdes an Durstige verkauften. Mit dem wenigen Geld, das sie dazuverdienten, konnten die Familien gerade so über die Runden kommen. Als in der Nähe der Jungen eine Transformatorstation explodierte, wurden Strommasten so stark beschädigt, dass elektrische Leitungen auf die Erde fielen. Eine der Leitungen traf Louis, versetzte ihm einen tödlichen Stromschläge und schwere Verbrennungen. Marcel eilte seinem Cousin zur Hilfe und wurde dabei selbst von einem der Stromkabel am rechten Arm schwer verletzt. Einem plötzlich auftretenden Blackout, einem Stromausfall, wie er häufig in Port-au-Prince vorkommt, verdankt er sein Leben. Dadurch wurde der Strom unterbrochen. Ein Passant, der die schreckliche Szene beobachtet hatte, brachte Marcel auf einem Motorrad zum Kinderkrankenhaus von nuestros pequeños hermanos (nph). Da das Krankenhaus nicht auf Verbrennungsopfer spezialisiert ist, überwiesen ihn die Mediziner in eine Spezialklinik. Lange Zeit war Marcels Zustand kritisch. Zehn Operationen waren notwendig um sein Leben zu retten. Den rechten Arm jedoch konnten die Mediziner nicht erhalten – er musste amputiert werden. Nach acht Wochen konnte der mutige Achtjährige die Privatklinik verlassen. Die Kosten in Höhe von 14.000 Euro trug nph haiti.

Nach seiner Genesung sollte Marcel zu seiner Familie zurückkehren. Doch der Vater weigerte sich ihn aufzunehmen. Er begründete die Weigerung damit, dass Marcel, als behindertes Kind, besondere Betreuung benötige und der Junge durch seine Behinderung nun nicht mehr zum Lebensunterhalt der Familie beitragen könnte. nph haiti zögerte keine Minute und nahm Marcel im Kinderdorf in Tabarre auf. Dort fand der lebhafte Junge schnell neue Freunde und kann mit deren Hilfe und der Unterstützung der Betreuer sein Trauma langsam überwinden. Von Mitarbeitern der Organisation Handicap International erhält er eine individuelle Therapie und wird in Kürze eine Armprothese bekommen, die ihm ein eigenständigeres Leben ermöglicht. Vom Lebensmut und der Stärke von Marcel scheint auch der Vater beeindruckt. Er hat ihn inzwischen einige Male im Kinderdorf besucht und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn verbessert sich zunehmend. Auch die Mitarbeiter von nph haiti setzen alles daran, dass Verhältnis zwischen Vater und Sohn zu verbessern, so dass Marcel eines Tages in die geliebte Familie zurückkehren kann. Doch vorerst ist nph haiti Marcels neues Zuhause und der Junge ist sehr dankbar für die Liebe, Zuneigung und Fürsorge, die er dort erhält.

nuestros pequeños hermanos (nph) schenkt seit 1954 verwaisten und verlassenen Kindern in Lateinamerika ein Zuhause. Zurzeit leben insgesamt etwa 3.400 Kinder in elf Kinderdörfern. Die Kinder leben dort wie in einer großen christlichen Familie, gehen zur Schule und können einen Beruf erlernen. Seit der Gründung des ersten Kinderdorfes sind schon rund 18.000 Kinder bei nph aufgewachsen und haben erfahren, was bedingungslose Annahme und Liebe, Teilen, Mitarbeit und Verantwortung bedeutet. Außerdem leistet die Organisation in ihren Projektländern humanitäre Hilfe für weit mehr als eine Viertelmillion Not leidende Menschen.

Kinder wie Marcel brauchen Hilfe. Spenden sind willkommen unter Konto 8747003 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00.


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