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Kinderhilfswerk organisiert vielfältige Hilfe für Haitianer

Zahlreiche Programme verbessern die Situation von zehntausenden Kindern und Erwachsenen

Kinderhilfswerk organisiert vielfältige Hilfe für Haitianer

Zahlreiche Programme verbessern die Situation von zehntausenden Kindern und Erwachsenen

 

Nur wenige Organisationen konnten nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti sofort Hilfe leisten. ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? war eine davon. Die Mitarbeiter des Kinderhilfswerk engagieren sich bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in dem bitterarmen Karibikstaat. Im Kinderkrankenhaus der Organisation versorgten die Ärzte und Schwestern direkt nach dem Beben täglich mehr als 500 Kinder und Erwachsene. Über das Kinderdorf der Organisation in der Dominikanischen Republik gelangten schon wenige Tage nach der Katastrophe Hilfsgüter zu den Erdbebenopfern. Und im Rahmen eines pädagogischen Notfallprogramms kümmern sich Mitarbeiter von ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? seit Januar um rund 2.000 Kinder aus den Zeltstädten, deren Eltern entweder beim Erdbeben umgekommen sind, oder noch vermisst werden.

 

Schon kurz nach dem Erdbeben vom Januar stellte das deutsche Büro von ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? eine Soforthilfe in Höhe von 400.000 US-Dollar für Essen, Trinken und Medikamente zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Gelder konnten die Ärzte und Schwestern des Kinderkrankenhauses ?St. Damien? mehr als 20.000 Erdbebenopfer medizinisch versorgen. Inzwischen haben die Verantwortlichen des deutschen Förderbüros weitere rund zwei Millionen Euro für un-terschiedliche Projekte zur Verfügung gestellt. So konnte für Schwangere eine Entbindungs- und Neugeborenenstation eingerichtet werden, in der in den ersten Wochen nach dem Beben 45 Babys das Licht der Welt erblickten. Die Kinder und Erwachsenen, denen Gliedmaßen amputiert werden mussten, erhalten im neu eingerichteten Orthopädiezentrum Prothesen, die ihnen das Leben erleichtern. Täglich passen die Orthopäden fünf Prothesen an. ?St. Damien? ist inzwischen wieder ausschließlich Anlaufstelle für kleine Patienten. Da aber auch Erwachsene weiterhin auf medizinische Hilfe angewiesen sind, wird neben dem Kinderkrankenhaus ein festes Gebäude für erwachsene Patienten entstehen.

 

Neben der medizinischen und therapeutischen Hilfe, kümmern sich rund 120 Mitarbeiter im Rahmen eines pädagogischen Notfallprogramms um mehr als 2.000 Kinder aus den Zeltstädten. Das so genannte ?Engel des Licht?-Programm wurde initiiert, um den Kindern inmitten des Chaos ein Stück Normalität zu schenken. Durch Spielen, Malen, Tanzen und Lernen sollen die Kinder ihre durch das Erdbeben entstandenen Traumata überwinden und wieder Lebensfreude gewinnen. Zu ?Engel des Licht? gehört, dass die Kinder regelmäßige Mahlzeiten erhalten, die ihr Überleben sichern. Inzwischen wurde das Programm auf mehr als 170 Straßenkinder ausgeweitet. Darüber hinaus erhalten weitere 120 Schulkinder täglich Essen und sauberes Wasser von ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern?.

 

Zusammen mit den Mitarbeitern des haitianischen Jugendamts, konnten die Sozialarbeiter des Kinderhilfswerks bislang 378 Kinder ermitteln, die durch das Erdbeben zu Waisen wurden. Da die Kapazitäten im Kinderdorf in Kenscoff nahezu erschöpft sind, soll mittelfristig ein neues Kinder-dorf entstehen. Um bereits jetzt elternlose Kinder aufnehmen zu können, hat die Organisation in der Nähe des Kinderkrankenhauses ein Gebäude angemietet, in dem Babys und Kleinkinder untergebracht sind. Rund 50 Kinder wurden in das Babyhaus ?St. Anne? aufgenommen. Kinder ab dem Alter von sechs Jahren sind im ?St. Louis Child Protection Camp? untergebracht. In Zusammenarbeit mit der haitianischen Sozial- und Jugendbehörde wird für jedes einzelne Kind geprüft, ob es ins Kinderdorf aufgenommen werden kann. Dieses Camp, das für zwei Jahre vorgesehen ist, ist inzwischen das neue Zuhause nahezu 60 Kinder.

 

Seitdem ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? in Haiti aktiv ist, kümmert sich die Organisation im Rahmen von Nachbarschaftsprogrammen um die ärmsten Menschen in den Slums von Port-au-Prince. Bereits vor dem Erdbeben erfolgten tägliche Hilfslieferungen von Nahrungsmitteln und sauberem Wasser. Seit dem Beben wurden diese Hilfeleistungen ausgeweitet und erreichen auch die Zeltstädte und entlegene Regionen, die ebenfalls vom Erdbeben betroffen waren. Diese Hilfslieferungen sind oft die einzige Unterstützung, die bei den bedürftigen Menschen ankommt.

 

?Ohne die Hilfe der westlichen Staatengemeinschaft könnten viele Haitianer nicht überleben?, sagt Danius Sinfestin. Der Haitianer besucht momentan Deutschland, um über die Situation in Haiti zu informieren und sich bei all den Menschen zu bedanken, die nach dem Beben in Haiti geholfen haben. Absehbar ist, dass auch mittel- und langfristig weitere Hilfe für den Wiederaufbau in Haiti notwendig ist. Deshalb bittet ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? auch weiterhin um Spenden auf das Konto 12000, BLZ 660 205 00 bei der Sozialbank Karlsruhe. Stichwort: Haiti.

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