HAI Unterernaehrtes Baby schlaeft
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Jeder neunte Mensch hungert

Am 16. Oktober ist Welternährungstag

Knapp daneben ist auch vorbei: Das im Jahr 2000 gesteckte UN-Millenniumsziel, den Hunger bis 2015 zu halbieren, ist nicht erreicht worden. Wie geht es jetzt weiter? 


Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) Ende September in New York war es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Seit der Verabschiedung der UN-Millenniumsziele im Jahr 2000 sind genau 15 Jahre vergangen. In diesen 15 Jahren hätten acht große Entwicklungsziele erreicht werden sollen, das erste Ziel war die weltweite Halbierung des Hungers.


Die Zahl der hungernden Menschen ist zwar gesunken – von mehr als einer Milliarde 1990 auf knapp 800 Millionen im Jahr 2015. Halbiert wurde sie jedoch nicht.

 



Jährlich sterben 2,9 Millionen Kinder wegen Unterernährung.

 

Neue Ziele: Nachhaltigkeit im Fokus


Im Anschluss an die Millenniumsentwicklungsziele wurden von der UN die nachhaltigen Entwicklungsziele oder Sustainable Development Goals (SDG) verabschiedet. Diesmal sind es 17 Ziele und eines davon lautet, dass bis zum Jahr 2030 kein Mensch mehr auf der Welt an Hunger leiden soll.


Nicht nur das: Jede Form von Mangelernährung soll beseitigt werden und jeder Mensch, insbesondere Kinder und Schwangere, soll Zugang zu nährstoffreichem Essen haben.


Weitere Unterziele sind die Vorantreibung einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion, die Stärkung von Kleinbauern und die Schaffung von fairen Regeln im Welthandel, die die Entwicklungsländer nicht benachteiligen.

 



Die UN hat gerechnet: Für eine nahrhafte Schulmahlzeit braucht man nur 20 Cent.

 

 

Lateinamerika: Erfolg ist mit Vorsicht zu genießen

 

Eine Region, die es geschafft hat, das erste UN-Millenniumsziel zu erreichen, ist Lateinamerika. Dort wurde der Hunger in den letzten 15 Jahren tatsächlich halbiert. Von 66 Millionen hungernder Menschen 1990 ist die Zahl auf ca. 34 Millionen im Jahr 2014 gesunken.


Doch dieser Erfolg ist mit Vorsicht zu genießen, denn die Fortschritte sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Während Peru, Nicaragua oder Bolivien besonders erfolgreich bei der Hungerbekämpfung waren, haben Guatemala, Haiti oder El Salvador das Millenniumsziel klar verfehlt.


Die Gründe für diesen Misserfolg sind vielfältig und reichen von instabilen politischen Verhältnissen über geringes Wirtschaftswachstum bis hin zu hoher Gewalt und Kriminalität im Land. Aber auch extreme Dürre, ausgelöst durch das Wetterphänomen „El Niño“, hat dazu beigetragen, dass viele Menschen ihre Ernten und damit ihre Lebensgrundlage verloren haben. Dies hat auch zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise geführt.

 



Die Lebensmittelpreise sind in Lateinamerika stark gestiegen.

 

nph kämpft in Lateinamerika gegen den Hunger


Mit seiner Arbeit in Lateinamerika leistet nph einen Beitrag zur Erreichung der UN-Millenniumsziele und zur Bekämpfung des Hungers. Die Unterstützung unserer Spender, Paten und anderen Förderer macht es möglich, täglich 3.400 Kinder in den nph-Kinderdörfern satt zu machen. Davon abgesehen haben wir in unserem Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti ein spezielles Ernährungsprogramm für unterernährte Kinder.


In diesem Programm behandeln wir die schweren Fälle von Unterernährung. Oft kommen die Eltern mit ihren stark geschwächten Kindern gerade noch rechtzeitig zu uns, so wie der Vater der neun Monate alten Chantalle. Das Mädchen konnte zum Glück noch gerettet werden, doch für viele andere Kinder kommt jede Hilfe zu spät.

 

Helfen Sie mit, Kinder satt zu machen!

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