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Informationen zur Dürre in El Salvador 2014

Von Jose Juan Lizarde, Kommunikation und Projektkoordination Kinderdorf nph el salvador

Gibt es eine Dürre in El Salvador?

In El Salvador ist normalerweise von November bis April die trockene Jahreszeit. Die kritischsten Monate sind März und April. In dieser Zeit gibt es häufig Trockenperioden.

Wie ist die Situation in El Salvador in Bezug auf die Folgen der Dürre?

In El Salvador gab es eine Trockenperiode von Mitte Mai bis August. Seit letztem Mai sind in manchen Landesteilen 75 Prozent weniger Niederschläge gefallen als in den Vorjahren. Die Folge für nph el salvador war, dass das Kinderdorf fast die gesamte Ernte verloren hat. Durch die zerstörten Ernten steigen die Lebensmittelpreise für Grundnahrungsmittel an. Das hat verheerende Auswirkungen auf das Land und die Bevölkerung. Die Situation von nph el salvador spiegelt die Situation von rund 2,5 Millionen Menschen in den betroffenen Ländern Lateinamerikas wider. „Kleinbauern und Tagelöhner sind aus drei Gründen in einer sehr kritischen Situation“, sagt der Regionaldirektor des Welternährungsprogramms. „Manche Familien flüchten sich in gefährliche Überlebensstrategien wie das Auslassen oder Reduzieren von Mahlzeiten. Andere schicken ihre Kinder nicht mehr zu Schule, um Geld zu sparen. In vielen Familien gehen die Familienväter oder –mütter nach Mexiko oder in die USA, um dort eine Arbeitsstelle zu finden.“

Ein Bericht vom August 2014 warnt, dass sich die Situation durch die zu erwartenden geringen Ernteerträge Anfang 2015 weiter verschlechtern wird. Dann wäre eine umfassende humanitäre Hilfe vonnöten, um eine Hungersnot zu vermeiden. Wenn nicht schnell gehandelt wird, ist El Salvador auf der Schwelle einer humanitären Krise angelangt.

Gibt es Engpässe im nph-Kinderdorf in El Salvador?

Weil das nph-Kinderdorf von früheren Reserven zehren kann, können die Kinder bis Jahresende ausreichend versorgt werden. Seit Juni sind die Preise für Grundnahrungsmittel wie Bohnen, Mais und Getreide aber um mehr als 40 Prozent gestiegen.

Welchen Selbstversorgungsgrad hat das nph-Kinderdorf in El Salvador?

Bei Mais und Milch kann das nph-Kinderdorf 90 Prozent des Eigenbedarfs decken. Andere Produkte müssen zugekauft werden, weil die Böden nicht sonderlich fruchtbar sind.

Gibt es bei nph el salvador Ernteverluste?

Das nph-Kinderdorf in El Salvador hat bereits Ernteverluste beim Mais hinnehmen müssen: Von Mai bis August gab es keine Niederschläge, so dass 70 Prozent der Ernte zerstört wurde. Die restlichen 30 Prozent konnten gerettet werden. Der Verlust beträgt rund 2.500 Euro.

Bei der Winteraussaat, die jetzt ansteht, erwarten die Verantwortlichen in der Landwirtschaft denselben Ernteertrag wie in den Vorjahren.

Leistet nph in El Salvador humanitäre Hilfe außerhalb des Kinderdorfs?

Jeden Monat besuchen Schüler von nph eine nahe gelegene Kirchengemeinde in Santa Ana. Dort wurde für Menschen ohne festen Wohnsitz ein bescheidener Speisesaal eingerichtet. Die nph-Schüler bereiten diesen heimatlosen, Not leidenden und hungrigen Menschen dort Mahlzeiten zu. Darüber hinaus unterstützt nph ehemalige Heimkinder außerhalb des Kinderdorfs mit Grundnahrungsmittel.

Werden Spenden benötigt, um die Ernteausfälle und die Teuerung der Lebensmittel auszugleichen?

Der Nationaldirektor und der Verantwortliche des landwirtschaftlichen Bereichs haben beschlossen noch eine Aussaat in diesem Jahr zu machen um die kommende Regensaison zu nutzen. Wenn es genügend Regen gibt, besteht die Hoffnung, dass es zu keinen erneuten Ernteausfällen kommt.

Wenn es bis 2015 zu keiner entscheidenden Verbesserung der Situation kommt, benötigt nph el salvador rund 16.000 Euro zusätzlich, um die Ernteausfälle zu kompensieren und der Teuerung von Bohnen, Mais und Reis wirksam begegnen zu können.

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