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Haiti: Wo sind die Spenden geblieben

Veranstaltung von nph deutschland im Renaissance Hotel war ein großer Erfolg

Mehr als zwei Jahre sind seit dem verheerenden Erdbeben in Haiti vergangen. Viele Menschen leben nach wie vor in provisorischen Notlagern und die Cholera fordert täglich Todesopfer. nuestros pequeños hermanos (nph) engagiert sich seit 25 Jahren für die Not leidende Bevölkerung in Haiti. Am vergangenen Donnerstag informierte nph deutschland im Karlsruher Renaissance Hotel über die aktuelle Situation in dem Karibikstaat. Rund 100 Gäste waren der Einladung gefolgt. Mehr als 5.500 Euro wurden an dem Abend gespendet.

 

Zum Auftakt der Veranstaltung kam Pater Richard Frechette in einer Videobotschaft zu Wort. Er ist der Leiter der Einrichtungen von nph in Haiti. Der Arzt und Priester wies auf die prekäre finanzielle Situation des Kinderhilfswerks in Haiti hin. Nach dem Erdbeben hat die Organisation neben den bereits bestehenden Einrichtungen und Programmen zahlreiche weitere aufgebaut, um den Erdbebenopfern gezielt helfen zu können. Die Finanzierung stellt nph inzwischen vor große Herausforderungen. Doch Aufgeben ist für Pater Frechette keine Option: ?Viele Organisationen, die Nothilfe geleistet haben, sind inzwischen wieder aus Haiti verschwunden. Wenn wir aufgeben, wären wir es, die die Toten vor unserem Tor zu verantworten hätten. Und wir wären es, die Familien abweisen, die Ihre Angehörigen kilometerweit getragen haben, in der Hoffnung, dass ihnen geholfen wird. Wir nehmen die Bürde an und versuchen unser Bestes?, sagte der Priester.

 

Heiko Seeger, Geschäftsführer von nph deutschland, veranschaulichte in seinem Vortrag die 25-jährige Geschichte von nph haiti. Gegründet wurde das Kinderdorf auf Bitten der Nobelpreisträgerin Mutter Teresa im Jahr 1987. Im Laufe der letzten 25 Jahre hat die Organisation ihre Entwicklungshilfe stetig ausgeweitet. nph haiti betreibt heute zwei Kinderdörfer, Schulen, Ausbildungswerkstätten sowie medizinische und therapeutische Einrichtungen. Die Mitarbeiter der Organisation kümmern sich darüber hinaus um weitere 250.000 Not leidende Menschen. Vom Engagement vor Ort berichteten auch Sonja Smolka, Länderreferentin Haiti, und Cassagnol Destiné, Projektmitarbeiter in Haiti. Erst im Januar waren die beiden nph-Mitarbeiter zu den Feierlichkeiten des 25-jährigen Bestehens in Haiti. Smolka und Destiné überbrachten die Grüße der Mädchen und Jungen aus den Kinderdörfern und zeigten anhand ausgewählter Projekte, wie Entwicklungshilfe nachhaltig sein kann. Dabei spielt das Thema Ausbildung eine große Rolle, weil sie bei nph der Schlüssel zu einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben ist. Dementsprechend hat das Kinderhilfswerk in Haiti neben den Schulen, die den Kinderdörfern angeschlossen sind, weitere 27 Straßenschulen in einigen Armenvierteln von Port-au-Prince und einigen ländlichen Regionen aufgebaut. Dort lernen 7.500 Kinder. Im Ausbildungszentrum der Organisation können Jugendliche einen Beruf wie beispielsweise Kraftfahrzeugmechaniker oder Bäcker lernen und sich später eine eigene Existenz aufbauen.

 

Viele der Gäste zeigten sich beeindruckt vom umfassenden Engagement von nuestros pequeños hermanos in Haiti. In vielen Gesprächen mit den Mitarbeitern von nph deutschland erfragten die Interessierten detailliertere Informationen. Erfreulich war eine anonyme Spende in Höhe von 5.000 Euro, die den Projekten in Haiti zu Gute kommt. Allerdings ist nph auf weitere Hilfe angewiesen: Konto 12 000 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00.

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