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Haiti nach dem Hurrikan: Wettlauf mit der Zeit

Humanitäre Katastrophe droht. Erst nach und nach werden die Ausmaße der Katastrophe sichtbar, die Hurrikan Matthew auf Haiti hinterlassen hat: Rund 400 Menschen sind nach offiziellen Angaben durch den Wirbelsturm ums Leben gekommen, inoffizielle Zahlen gehen von mehr als 1.000 Todesopfern aus.

Nach Angaben des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) leiden 2,1 Millionen Haitianer unter den Folgen des Wirbelsturms, rund 1,4 Millionen brauchen schon heute dringend humanitäre Hilfe. „Durch die zerstörte Infrastruktur konnten bislang nur wenige Helfer zu den betroffenen Gebieten gelangen.

 

Es steht zu befürchten, dass sowohl die Zahl der Todesopfer, als auch die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen weiter ansteigen wird“, sagt Sonja Smolka, Projektreferentin Haiti bei nph deutschland, Karlsruhe. „Unsere Kollegen vor Ort, gehörten zu den ersten, die die betroffenen Gebiete per Hubschrauber erreicht haben und Hilfslieferungen und vor allem Hoffnung zu den Menschen bringen konnten.“

 

nuestros pequenos hermanos (nph) unterstützt seit 30 Jahren Not leidende Menschen in Haiti und hat zahlreiche nachhaltige Projekte in dem Karibikstaat aufgebaut.

Zerstörte Infrastruktur erschwert die humanitäre Hilfe


Hurrikan Matthew gilt als einer der schlimmsten Wirbelstürme der letzten Jahrzehnte. Er hatte den Südwesten Haitis am Dienstag, 4. Oktober mit voller Wucht getroffen – mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde. Häuser wurden zerstört, Straßen und Felder überschwemmt und Brücken von den Fluten weggerissen.

 

Durch die zerstörte Infrastruktur ist es den meisten Helfern bis heute kaum möglich in die am schlimmsten betroffenen Gebiete im Südwesten des Landes vorzudringen. Mitarbeiter von nph haiti und der Schwesterorganisation Fondation St. Luc gehörten zu den ersten Rettungskräften in Dame Marie, La Serengue (Abricot) und Jeremie, den am meisten betroffenen Gebieten, die vom Auge des Hurrikans getroffen wurden.

 

„Die Provinz Grand Anse hatte – im Gegensatz zum übrigen Land - eine üppige Vegetation, die durch den Hurrikan zerstört wurde“, berichtet Pater Enzo Del Brocco, Mitarbeiter der Fondation St. Luc. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen sind durch den Hurrikan zerstört worden.

 

„Dem ärmsten Land der westlichen Welt droht eine immense Hungersnot, die nur durch sofortige humanitäre Hilfe gelindert werden kann“, sagt Sonja Smolka. Die Vereinten Nationen baten die internationale Staatengemeinschaft um Hilfszusagen in Höhe von 119 Millionen US-Dollar. Die Bundesregierung hat 600.000 Euro als Soforthilfe für die Opfer des Hurrikans Matthew bereitgestellt. nph deutschland hat seiner Schwesterorganisation in Haiti sofort 50.000 Euro zur Verfügung gestellt.

 

„Wir könnten mit Hilfe unserer 1.500 Kolleginnen und Kollegen vor Ort unsere Hilfsangebote schnell und unbürokratisch ausweiten, wenn wir weitere Finanzmittel zur Verfügung hätten“, appelliert Sonja Smolka an die Hilfsbereitschaft in Deutschland.

Haitianischer Zivilschutz und haitianische Botschaft unterstützen nph


Weil die haitianischen Behörden die zahlreichen Projekte von nph in Haiti kennen und schätzen, unterstützt der Zivilschutz die nph-Mitarbeiter dabei, die abgeschnittenen Gebiete mit Hilfskonvois zu erreichen. Der Zivilschutz beseitigt Geröll und umgestürzte Bäume, damit die Hilfslieferungen der Organisation ihre Ziele im Südwesten Haitis erreichen können.

 

Inzwischen hat sich auch die haitianische Botschaft in Deutschland an nph gewandt mit der Bitte um Ausweitung der humanitären Hilfe. Zudem bemüht sich die haitianische Übergangsregierung um Koordination der zahlreichen Hilfsangebote.

 

nph deutschland arbeitet derzeit auch eng mit dem deutschen Medikamentenhilfswerk action medeor zusammen, das in den nächsten Tagen Notfall-Kits zur medizinischen Erstversorgung von Verletzten, Medikamente und Hygieneartikel zur Bekämpfung von Cholera auf den Weg nach Haiti bringen wird. Die Medikamente sind für die mobilen Kliniken von St. Luc gedacht, die in Kürze in den betroffenen Gebieten aufgebaut werden.

Wasser und Nahrung sind Mangelware – Anstieg der Todesopfer durch Cholera


Für die Menschen in den betroffenen Gebieten sind Nahrungsmittel und sauberes Wasser überlebenswichtig. „Die Menschen ernähren sich derzeit von Kokosnüssen und den Kadavern der Tiere, die durch den Hurrikan getötet wurden. Doch diese Ressourcen sind bald aufgebraucht und dann stehen diese Menschen vor dem nichts“, sagt Sonja Smolka.

 

nph versorgt derzeit rund 1.000 Familien mit dem Notwendigsten. Diese Hilfe soll schnell weiter ausgebaut werden. Die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser ist besonders wichtig, weil in Haiti seit Oktober 2010 die Cholera wütet, an der bereits mehr als 700.000 Haitianer erkrankten und rund 10.000 starben.

 

„Durch die Überflutungen wird sich die Cholera weiter ausbreiten und darauf bereiten wir uns in unseren Cholerakliniken vor“, sagt Smolka. „Allerdings benötigen wir hierfür dringend finanzielle Hilfe."

nph haiti und die St. Luc Stiftung


Aufgrund der Vielzahl an Einrichtungen und Programmen beschäftigen nph haiti und die St. Luc Stiftung rund 1.500 Haitianer. Beide Organisationen zählen damit zu den größten Arbeitgebern im Großraum Port-au-Prince.

 

Die Beschäftigten arbeiten als Betreuer in einem der beiden Kinderdörfer, sind Lehrer, Ärzte oder liefern mit Lastwagen sauberes Wasser in die Armenviertel. Rund 230.000 Haitianer nehmen pro Jahr die Hilfsangebote von nph und der Schwesterorganisation St. Luc in Anspruch. Unter diesen besonderen Bedingungen nach dem Hurrikan werden es unzählige mehr sein.

 

Bitte helfen Sie nph und der St. Luc Stiftung in dieser schwierigen Stunde: Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, IBAN DE06 6602 0500 0000 0120 00, Stichwort „Nothilfe Haiti“.

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