Haiti Keine Ruhe1
Aktuell

Haiti kommt nicht zur Ruhe

Deutscher Arzt berichtet über das schwere Nachbeben

Gestern früh erschütterte ein schweres Nachbeben der Stärke 6,1 Haiti und versetzte die Menschen erneut in Angst und Schrecken. Peter Tinnemann, ein deutscher Arzt, der für das Kinderhilfswerk ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.? in Haiti hilft, berichtete: ?Ich brauchte ein paar Sekunden, um zu verstehen, was gerade geschieht. Als ich den Flur betrat begann ich zu rufen raus hier, raus hier. Wir rannten die Treppe hinunter ins Freie.? Das Kinderkrankenhaus ?St. Damien? in Tabarre, in dem Tinnemann zusammen mit den Ärzten, Schwestern, Freiwilligen und rund 250 Patienten untergebracht ist, wurde in fünf Minuten geräumt. Die Versorgung der Menschen im Umfeld des Krankenhauses ist seit Tagen durch Hilfslieferungen aus der Dominkanischen Republik sichergestellt.

 

Bereits eineinhalb Tage nach dem Erdbeben hatte ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? über das Kinderdorf in der Dominikanischen Republik einen Bus mit Hilfsgütern auf den Weg nach Haiti gebracht. Bislang folgten sieben weitere Lastwagen und Busse mit lebenswichtigen Gütern wie Verbandsmaterialien, Lebensmitteln und sauberem Wasser. Doch noch immer ist die Lage dramatisch, wie Gena Hegarty, die Leiterin der Behindertenprogramme bei ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? berichtet: ?Auch eine Woche nach dem Erdbeben sind Verwundete noch nicht behandelt worden. Es gibt so viele tote, verletzte und verschwundene Menschen. Viele von ihnen haben Gliedmaßen verloren und sind trotzdem so tapfer. Ein Mädchen hat ein Bein verloren, als sie versuchte ihre jüngeren Geschwister zu retten.? Aktuell werden in ?St. Damien? rund 250 Opfer des Erdbebens behandelt, die Ärzte arbeiten rund um die Uhr.

 

?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? entwickeln bereits Pläne für die nahe Zukunft. Das Kinderhilfswerk hat vor wenigen Tagen mehr als 30 behinderte Kinder in seinem Physiotherapie- und Rehabilitationszentrum aufgenommen. Im Kinderdorf in Kenscoff entsteht momentan ein Zeltlager, in dem Kinder, deren Eltern nicht auffindbar sind, untergebracht werden sollen. Mitarbeiter der Organisation sind in den Straßen von Port-au-Prince unterwegs, um herumirrende Kinder zu finden und sie in die Obhut des Kinderhilfswerks zu nehmen. ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? arbeitet vor Ort eng mit den United Nations (UN), der World Health Organisation (WHO) und Ärzte ohne Grenzen zusammen.

 

Inzwischen ist der kanadische Starregisseur Paul Haggis in ?St. Damien? eingetroffen. Haggis unterstützt ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? seit letztem Jahr. Er wird in die Slums von Port-au-Prince gehen um zu sehen, wie er den Menschen vor Ort helfen kann. Haggis will auch erkunden, wie schlimm die Straßenschulen in den Slums vom Erdbeben betroffen sind.

 

Spenden werden erbeten auf das Konto Nr. 12 000 bei der Sozialbank Karlsruhe, BLZ 660 205 00, Stichwort "Erdbeben Haiti" oder nutzen Sie das Online-Spendenformular unseres Spenden-Shops MyGoodShop.org und machen Sie eine

Direktspende

3_bildung_336x280.gif