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Aktuell

Haiti: Die Katastrophe nach Hurrikan Matthew

Die Ausmaße der Verwüstung Haitis nach Hurrikan Matthew werden langsam sichtbar. Die Nothilfe läuft an. Ausbruch von Cholera und Dengue werden erwartet.

Während sich Hurrikan Matthew aktuell parallel zur Ostküste der USA entlangbewegt, erreichen erste Helfer die Notleidenden im Südwesten Haitis. Viele Organisationen, darunter das Kinderhilfswerk nuestros pequeños hermanos (nph) und die Partnerorganisation St. Luc Stiftung, kümmern sich um die Erstversorgung der Betroffenen mit Trinkwasser, Grundnahrungsmitteln, Decken und medizinischer Hilfe.

Gemeinden Dame Marie, La Serengue und Jeremie in Not

 
Als erste Helfer vor Ort konnte sich ein Team der St. Luc Stiftung gestern mit einem Helikopter ein eigenes Bild von der Lage im Südwesten Haitis machen: „Als wir landeten, wurden wir von hunderten Menschen umringt, die begannen, in die Hände zu klatschen, zu singen und Gott für unsere Ankunft zu danken“, berichtet Pater S. Enzo Del Brocco (cp), von St. Luc Stiftung über die ersten Momente in Dame Marie.

 

„Mehr als Essen, Decken, Kleidung oder Wasser war den Menschen wichtig zu wissen, dass sie nicht verlassen, nicht alleine sind und dass sie zu einer größeren Gemeinschaft gehören.“

 

Pater Enzo ist der erste Helfer, der nach dem Hurrikan Matthew mit seinem Team im äußersten Süd-Westen Haitis eintrifft, um die Lage zu erkunden. Die Anreise ist derzeit nur mit dem Hubschrauber möglich. Sämtliche Verkehrs- und Kommunikationswege sind unterbrochen.


In vielen Ortschaften sind die Dächer öffentlicher Einrichtungen, von Kirchen, Schulgebäuden und Krankenhäusern abgedeckt worden. „Wir besuchten das Krankenhaus der Gemeinde und das war der Moment, als ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte, als ich die Menschen auf dem Boden liegen sah, schreiend und sich verlassen wähnend.“, sagt Pater S. Enzo Del Brocco (cp).

 

Das ist von vielen Häusern nach Hurrikan Matthew in Haiti übriggeblieben. Die Zerstörungen in den Orten des Süd-Westens sind sehr groß.

 

Die Wohnhäuser hat es allerorts noch härter getroffen, da sie aus einfachen Materialien errichtet worden waren. Auch wenn der Schock und der Schmerz tief sitzen, so zeigen sich die meisten Haitianer im Südwesten schlicht glücklich damit, überhaupt überlebt zu haben.

 


Nicht nur die Menschen, sondern auch die Natur ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden: In der Provinz Grand Anse, eine der wenigen Gegenden Haitis mit sonst noch üppiger Vegetation, pflügte Hurrikan Matthew Ländereien um und zerlegte Bäume.

 

Nothilfe zur Eindämmung der Katastrophe jetzt wichtig


In den nächsten Wochen wird es darauf ankommen nicht nur den Bedarf an Hilfsgütern sicherzustellen. Die nph-Partnerorganisation St. Luc Stiftung plant darüber hinaus, ein eigenes Krankenhauszelt vor Ort aufzubauen, um die Bevölkerung mit den nötigsten medizinischen Leistungen versorgen zu können.

 

Nebez, Direktor der Partnerorganisation St. Luc, im Gespräch mit den Bewohnern. Er versucht herauszufinden, was nach Hurrikan Matthew am dringendsten benötigt wird.


Die Zerstörung des Mobilfunknetzes bedeutet, dass fernmündliche Kommunikation bis auf weiteres unmöglich ist, sodass Rettungs- und Hilfsmaßnahmen nur schwer koordiniert und realisiert werden können. Aber Pater Enzo gibt sich zuversichtlich, weil er die Mentalität der Haitianer gut kennt: „Sie sind wie ein Boxer im Boxring. Zwar niedergeschlagen und angezählt, aber immer in der Lage, wieder aufzustehen vor dem finalen Countdown.

Verschiebung der Präsidentschaftswahlen


Die für kommenden Sonntag angesetzten Präsidentschaftswahlen sind aufgrund des Hurrikans bereits am Mittwoch abgesagt worden. Die Wahlkommission sieht sich nicht der Lage, den Masterplan umzusetzen, da die gesamte Infrastruktur durch den Hurrikan landesweit geschädigt ist.

 

Den Menschen fehlt jeglicher Schutz vor weiterem Regen. Fast alle Häuser sind abgedeckt. Das Wenige, was die Menschen dort besitzen, ist von Hurrikan Matthew zerstört worden.

 

Zudem sind viele Familien des Wahlpersonals selbst vom Unglück betroffen. Die Wahlkommission berät nun mit den verschiedenen politischen Akteuren über einen Ersatztermin für die Präsidentschaftswahlen. Es wird befürchtet, dass die ohnehin schon fragile politische Lage dadurch weiter destabilisiert wird.

nph haiti und die St. Luc Stiftung


Aufgrund der Vielzahl an Einrichtungen und Programmen beschäftigen nph und seine Partnerorganisation St. Luc Stiftung rund 1.500 Haitianer. Beide Organisationen zählen damit zu den größten Arbeitgebern im Großraum Port-au-Prince.

 

Das Dach der St. Augustine Schule der nph-Partnerorganisation St. Luc ist komplett zerstört.

 

Die Beschäftigten arbeiten als Betreuer in den einem der beiden Kinderdörfer, sind Lehrer, Ärzte oder liefern mit Lastwagen sauberes Wasser in die Armenviertel. Rund 230.000 Haitianer nehmen pro Jahr die Hilfsangebote von nph und der Schwesterorganisation St. Luc in Anspruch.

 

Unter diesen besonderen Bedingungen werden es unzählige mehr sein. Bitte helfen Sie nph und der St. Luc Stiftung in dieser schwierigen Stunde mit Ihrer Spende.

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