News_Gewalt_Alltag_Kinder.jpg
Aktuell

Gewalt prägt den Alltag von Kindern in Honduras

Die Bandenkriminalität in Lateinamerika bedroht vor allem die Jüngsten.

Mit 41 Städten ist Lateinamerika in der Liste der 50 gefährlichsten Städte der Welt überproportional vertreten. Auf sich allein gestellte Kinder sind besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden oder sich selbst einer Jugendbande anzuschließen. nph-Mitarbeiter, die vor Ort leben, berichten über die Gewalt in Lateinamerika. 

 

Nidia Rodas Lagos ist Sozialarbeiterin bei nph honduras. Sie erzählt:

„Es gibt viel Gewalt, Unsicherheit und eine ständige Bedrohung durch Jugendbanden. Viele Familien werden auseinandergerissen. Es ist nicht unüblich, dass Väter in die USA gehen, um zu arbeiten, während Mütter ihr Glück in Spanien versuchen. Die Idee dahinter ist, dass die Eltern im Ausland genug Geld verdienen, um es ihren Familien nach Hause zu schicken. Doch in der Praxis klappt es meist nicht wie geplant.“

 


Nidia Rodas Lagos ist Sozialarbeiterin bei nph honduras und kennt die Bedrohung durch Jugendbanden in Lateinamerika. 

 

Kinder bleiben alleine zurück 

 

Kinder, die sich selbst überlassen werden oder nicht ausreichend elterliche Fürsorge bekommen, sind ständig in Gefahr oder schließen sich selbst einer Bande an.

„Wir akzeptieren grundsätzlich keine ehemaligen Bandenmitglieder in unserem Kinderdorf. Andere Organisationen sind dafür besser gerüstet“, sagt Stefan Feuerstein, Leiter von nph honduras. Doch ganz ausschließen kann man die Verbindung zu einer Bande nicht. „Viele unserer Kinder haben ein Familienmitglied, das zu einer Bande gehört. Das finden wir aber oft erst nach der Ankunft des Kindes im Kinderdorf heraus“, so Feuerstein. 

 

 
„Wir tun unser Bestes, um die Kinder zu schützen“, sagt Stefan Feuerstein, Leiter von nph honduras.

 

Warum so viel Gewalt? 

 

„Jeder, der in Honduras lebt, ist in irgendeiner Weise von Gewalt betroffen. Wenn dir jemand erzählt, dass neulich im Bus eine Waffe auf ihn gerichtet wurde, dann ist das weder überraschend noch schockierend“, erzählt Feuerstein.

 

Die Gründe für die Gewalt in Lateinamerika sind vielfältig. Armut, fehlende Bildung und ein Mangel an Arbeitsplätzen führen zu Perspektivlosigkeit. Kinder, die in so einem Umfeld aufwachsen, sind leichte Beute für Jugendbanden. Dort haben sie zumindest irgendeine „Perspektive“, auch wenn dies bedeutet, dass sie ihr Geld mit Verbrechen verdienen. Wer kein Bandenmitglied wird, lebt ständig in Angst, denn der Druck, sich anzuschließen, ist groß. 

 


In Lateinamerika stehen Kinder unter großem Druck von Jugendbanden. 

 

Polizei in Angst vor Jugendbanden

 

Sogar die Polizisten haben Angst, sich mit Bandenmitgliedern anzulegen. Denn sie wissen, dass jene, die sie verhaften, nach ihrer Freilassung Rache üben werden. Mehr als 90 Prozent der Mordfälle in Honduras werden zum Beispiel nie aufgeklärt. Auch sind die Polizisten unterbezahlt und es fehlt an Personal. Hinzu kommen politische Instabilität und die geografische Lage zentralamerikanischer Länder, die sich direkt auf der Drogenroute in die USA befinden. 

 

Gewalt gegen Kinder beenden

 

„Wir tun unser Bestes, um die Kinder zu schützen. Doch wir können sie nicht vor jeder Gefahr bewahren, vor allem nicht, nachdem sie ausgezogen sind“, sagt Feuerstein. Es gibt keine schnelle Lösung für das Gewaltproblem in Lateinamerika. Investition in Bildung, Schaffung von Arbeitsplätzen und Beseitigung von Korruption sind langfristige Ziele.

 


Kinder brauchen ein schützendes Umfeld, um gesund aufzuwachsen.

 

Was wir jetzt schon tun können, ist, Kinder aus der Gefahr zu holen und ihnen eine positive Perspektive zu bieten. Ihnen wieder beizubringen, Träume zu haben und das Werkzeug in die Hand zu geben, ihre Träume zu verwirklichen. Diese Kinder müssen erfahren, dass ihr Leben wertvoll ist. Das alles tut nph mit der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern aus Deutschland und der ganzen Welt. 

Wie sieht die Lebensrealität von Kindern in Honduras aus? Was tut nph, um zu helfen? Sehen Sie selbst.



 

Bitte helfen Sie mit, Kindern ein Leben ohne Angst und Gewalt zu ermöglichen.

3_bildung_336x280.gif