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Frauenrechte in Lateinamerika: Ein Kontinent der Widersprüche

Trotz Fortschritten bei der Gleichberechtigung der Geschlechter sind Frauen in Lateinamerika benachteiligt. Das hat verschiedene Ursachen.

Wenn es um die Gleichstellung der Geschlechter geht, hat Lateinamerika in den letzten 20 Jahren beachtliche Fortschritte erzielt. Bei der Besetzung politischer Ämter mit Frauen sind die lateinamerikanischen Länder den europäischen aufgrund von Quotenregelungen sogar um einiges voraus. Während in Bolivien beispielsweise 53 Prozent Frauen im Parlament sitzen, sind es in Deutschland nur 36 Prozent.

Dank feministischer und sozialer Bewegungen der letzten Jahre wurden in Lateinamerika Gesetze verabschiedet, die Frauen schützen und ihre Rechte stärken sollten.

 

Trotz dieser Fortschritte bleiben Frauen stark benachteiligt. Festgefahrene Rollenbilder und die weit verbreitete Machismo-Kultur liefern Erklärungsansätze für die Ungleichbehandlung.




In Lateinamerika müssen Mädchen erst lernen, dass sie gleichberechtigt sind. Dafür setzt sich nph ein.



Aus der mangelnden Wertschätzung Frauen gegenüber resultieren Phänomene wie eine extrem hohe Gewaltbereitschaft und der Gedanke, dass Mädchen keine Bildung benötigen. Daher sind Frauen stärker von Armut betroffen als Männer - und Frauen sind die Verlierer des Aufschwungs: Bei fallenden Armutszahlen in Lateinamerika ist der Anteil an Frauen in Armut gestiegen.

Keine Chancen ohne Bildung


Besonders benachteiligt sind Mädchen aus armen Haushalten und ländlichen Regionen. Sie müssen bei der Hausarbeit, der Betreuung jüngerer Geschwister oder auf dem Feld mithelfen. Die wenigsten gehen regelmäßig in die Schule und können einen Schulabschluss vorweisen. Stattdessen werden sie früh verheiratet und bekommen jung Kinder.

Wenn diese Frauen dann auch noch von ihrem Partner verlassen werden, rutschen sie noch weiter in die Armut. Als alleinerziehende Mütter haben sie es doppelt schwer.

 

 
Bildung ist eine Möglichkeit für Frauen und Mädchen, unabhängig zu werden.

 

Gewalt an Frauen nimmt nicht ab


Ein großes Problem in Lateinamerika ist die hohe Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen. Obwohl sich die Gesetzgebung zugunsten des Frauenschutzes verbessert hat, nimmt häusliche und sexuelle Gewalt an Frauen nicht ab.

Unter den 25 Ländern mit der höchsten Mordrate an Frauen befinden sich 13 lateinamerikanische. El Salvador belegt den Spitzenplatz und Guatemala folgt nur knapp auf Rang drei in dieser traurigen Statistik. Erschreckend ist, dass die meisten Morde nicht aufgeklärt werden und die Frauenmörder straflos davonkommen.

Die Gesellschaft braucht starke Frauen


In dem Bestreben, eine gerechtere Welt zu schaffen, haben die Vereinten Nationen (UN) vor 15 Jahren die Millenniums-Entwicklungsziele verabschiedet. Eines der Ziele sieht die Gleichstellung von Frauen und Männern vor.

nph leistet mit der Arbeit in Lateinamerika einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Zieles. Wir wollen Mädchen stärken, damit sie ihr volles Potenzial entfalten können.




Bei nph gibt es keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungs: Alle haben die gleichen Chancen.

 

Wie wir die Gesellschaft verändern können

Wir von nph glauben, dass starke Mädchen und Frauen die Gesellschaft in Lateinamerika verändern, sie nach und nach in Richtung einer echten Gleichstellung von Frau und Mann führen können.

Mädchen zu stärken ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist, Jungen ein anderes Rollenbild zu vermitteln, als jenes, das sie vielleicht von Zuhause kennen. Die Frau muss als gleichberechtigte Partnerin anstatt Untergebene wahrgenommen werden. Es sind die gelernten Handlungsmuster und Umstände, die Gewalt erst möglich machen. Verändert man beides, ändert sich die Gesellschaft.
 


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