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Erste Hilfe nach Schulhaus-Einsturz

Ein Rettungsteam von NPFS eilt zur Unglückstelle

Gestern gegen 10.00 Uhr vormittags stürzte in Pétionville eine Schule ein, das College La Promesse Evangelique. An einem normalen Schultag besuchen etwa 700 Kinder diese Schule, aber gestern fand dort eine besondere Veranstaltung statt, sodass sich vermutlich mehr Personen als gewöhnlich in dem Gebäude befanden, möglicherweise bis zu 1500 Menschen.

 

Ich bin von verschiedener Seite gefragt worden, wie NPFS Haiti und das Kinderkrankenhaus St. Damien auf diese Katastrophe reagieren. Als Pater Rick Frechette von dem Einsturz erfuhr, machte er sich sofort mit einem Rettungsteam aus St. Damien auf den Weg zur Unglücksstelle und begab sich mitten in das Chaos hinein. Jeder, der nur irgendwie konnte, half mit, die Kinder aus den Trümmern des mehrgeschossigen Gebäudes zu bergen.

 

"Wir arbeiteten im Akkord mit Vorschlaghämmern, Taschenlampen, Schaufeln und bloßen Händen. Nachdem wir viel Beton weggeschafft hatten, gelang es uns, etwa acht schwer verletzte Kinder zu bergen. Wir zogen auch viele tote Kinder aus den Trümmern heraus. Ich habe mich darüber gefreut, so viele Leute von NPFS und St. Luke dort mithelfen zu sehen. Sie trugen Bahren, brachten Wasser für die Arbeiter und die Menschen unter den Trümmern, sie trugen die Toten heraus und halfen beim Graben. Bitte betet mit uns für die Familien, die von dieser neuen Katastrophe hier in Haiti betroffen sind," meinte Pater Rick.

 

Die Kinder wurden so schnell es ging in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht, und unsere Teams leisteten erste Hilfe. Gerade als sich unsere Teams anschickten, wieder nach St. Damien zurück zu fahren, erhielten wir einen Anruf, dass sich ganz in der Nähe ein schlimmer Verkehrsunfall ereignet hatte. Unser Team fuhr sofort zur Unglücksstelle und nahm zwei Verletzte mit, die in Krankenhaus gebracht werden mussten. Alle Krankenhäuser waren entweder voll wegen des Schulhaus-Einsturzes oder streikten gerade, und so brachte unser "Krankenwagen" die Patienten in ein privates Krankenhaus in Port-au-Prince.

 

Heute morgen hörten wir, dass die Rettungsteams mehr Leichensäcke für die Kinder angefordert haben, die immer noch nicht in den Trümmern gefunden werden konnten. Mittlerweile werden auch Spürhunde und Wärmebildkameras eingesetzt, um nach möglichen Überlebenden zu suchen. Unsere Teams begaben sich wieder zur Unglücksstelle und waren froh über die Nachricht, dass man 17 Kinder lebend in einem Bereich gefunden hatte, wo man keine Überlebenden mehr vermutet hatte.

 

Als nächstes begaben wir uns zum nahe gelegenen Krankenhaus um zu sehen, wie es mit der Versorgung der Kinder stand, die am Abend vorher aufgenommen worden waren, oder ob einige nach St. Damien transportiert werden sollten. Eines unserer Autos fuhr mit zwei Kindern los. Wir mussten uns teilen, weil wir einen Anruf erhielten, dass eines der Kinder, die wir zu einem Privatarzt gebracht hatten, in der Nacht verstorben war. Wir sollten den Leichnam abholen und ins Leichenschauhaus bringen. Ein Besuch im Leichenschauhaus ist an sich schon eine Erfahrung, die man erstmal verarbeiten muss, aber heute war es besonders bedrückend, weil einer der Räume für die 60 Leichen der Kinder benutzt wurde, die bereits von der Schule abtransportiert worden waren. Wir erfuhren zudem, dass die Zahl der Toten ständig steigt. Gerade hatte man wieder in einem Klassenzimmer keinen einzigen Überlebenden gefunden - stattdessen 20 tote Kinder und einen Lehrer.

 

Wir versuchen zu helfen, wo und wie es nur geht. Dieses tragische Unglück hat nicht nur die Kinder und Lehrer der Schule und ihre Familien schwer getroffen, sondern auch die Menschen in der Umgebung, die Rettungshelfer, unsere Mitarbeiter und viele Freiwillige - und wir bitten um Ihr fortgesetztes Gebet.

 

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