Aktuell

Eithne Mahon

(IR) Betreuerin

Wenn ich mich daran erinnern will, wie ich mich fühlte, als ich am 24. September im Heim von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN in der Dominikanischen Republik ankam, brauche ich nur meinen ersten Tagebucheintrag zu lesen: "Ich weiß, dass ich erst vor ein paar Tagen angekommen bin, aber ich denke, es wird mir hier gefallen!" Und das hat es auch!

 

Ich hatte schon lange den Wunsch, einmal als Freiwillige bei einer Organisation mitzuarbeiten, die sich um Kinder kümmert. So war ich ganz begeistert, als ich bei NPH Dominikanische Republik angenommen wurde. Ich arbeitete fast drei Monate lang als Betreuerin im Mädchenhaus, unterstützte die Tias(Betreuerinnen) bei ihrer Arbeit, half den Kindern bei ihren Hausaufgaben und machte mit ihnen Ausflüge am Wochenende. Zusammen mit den Kindern zu leben war eine wunderbare und eindrückliche Erfahrung, aber auch manchmal ganz schön anstrengend! Wenn ich zurückblicke, bin ich sehr dankbar, diese Zeit mit den Kindern verbringen zu dürfen, mit ihnen morgens aufzustehen und ihnen abends einen Gute-Nacht-Kuss zu geben.

 

Als ich die Kinder kennen lernte, war das Erste, was mir auffiel, dass die Kinder genauso glücklich und unbeschwert wie andere Kinder wirkten. Ich hatte befürchtet, dass aufgrund der schweren Lebensbedingungen in dem Land das Kinderheim ein trostloser Ort sein könnte, an dem es schwer sein würde, sich wohlzufühlen. Ich war froh zu sehen, dass trotz der extremen Armut in der Dominikanischen Republik das Heim von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN alles andere als ein trauriger Ort ist. Die Kinder sind voller Lebensfreude und Energie, sie singen, tanzen und spielen die ganze Zeit. Obwohl ich eigentlich da war, um mit den Kindern zu arbeiten und ihnen zu helfen, waren sie es oft, die mich mit ihrer guten Laune ansteckten und mir über schwierige Augenblicke hinweg halfen.

 

 

Ein sehr wichtiger Aspekt meiner Zeit als Freiwillige, der mir ebenfalls in diesen schwierigen Zeiten half, war die Gemeinschaft, die zwischen den Freiwilligen und den festen Mitarbeitern im Kinderheim besteht. Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund stehen zusammen, um Kindern zu helfen, die ein wesentlich weniger glückliches Schicksal hatten als sie selbst. Denn auch wenn sich die Kinder im Heim wohlfühlen und es ihnen dort gut geht, kommen sie doch alle aus sehr schwierigen Verhältnissen, in denen sie Vernachlässigung und Ablehnung erfahren mussten. Manchmal, wenn einen die Arbeit mit solch benachteiligten Kindern zu überfordern schien, war es eine große Hilfe, andere Leute zur Seite zu haben, die einen in solchen Augenblicken ermutigten. Ich weiß es sehr zu schätzen, so viele wunderbare, einsatzbereite Menschen kennen gelernt zu haben, die ich im normalen Leben vermutlich nicht getroffen hätte. Sehr unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen politischen und religiösen Überzeugungen, die aber doch automatisch etwas gemeinsam hatten, weil wir alle unsere Kräfte für eine Gesellschaft in schwierigen Zeiten einsetzen wollten.

 

Wenn die Erfahrung auch nur kurz war, so war sie doch sehr eindrücklich und lohnend, ganz einzigartig, eine Erfahrung, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es war nicht einfach, aber die guten Dinge überwogen sicherlich die Schwierigkeiten in einer Kultur und Geselllschaft, die so ganz anders war als alles, was ich vorher gekannt hatte. Jeder Tag mit den Kindern hatte seine kleinen Triumphe, Dinge, die wir manchmal als selbstverständlich in unserem Leben hinnehmen. Schlicht gesagt hoffe ich, ich konnte ein wenig Freude und Lachen in das Leben dieser Kinder hinein bringen. Ich hoffe, dass sich einige von ihnen an mich erinnern werden, weil ich die Zeit nie vergessen werde, die ich mit ihnen verbracht habe. Ich habe so viele wunderbare Erinnerungen, die ich für immer bewahren werde. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diesen Kindern ein wenig von meiner Zeit schenken durfte. Das Einzige, was ich von Herzen bedauere ist, dass ich nicht wie versprochen ein ganzes Jahr bleiben konnte. Aber ich bin sicher, dass ich bald zurückkommen werde, um dieses Versprechen einzulösen!

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