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Eine Führung durch das Babyhaus mit Juan Carlos

Ein Mittelstufenschüler aus Massachusetts besucht Casa Suyapa.

Als ich Casa Suyapa (das 'Babyhaus') betrat, war ich sehr überrascht. Alle waren beschäftigt, ob beim Fußballspielen oder beim Schaukeln. Jeder war zufrieden. Sobald sie mich erblickten, kam ein ganzer Schwung von ihnen auf mich zugerannt. Sie nahmen mich bei der Hand und zupften an meinem Hemd, umarmten mich und lachten vor Vergnügen. Dann führten sie mich zu einer Bank im Innenhof zwischen den vier Hauptgebäuden. Ich setzte mich, und die Kinder scharten sich um mich herum. Sie setzten sich auf meinen Schoß und fragten nach meinem Namen. Plötzlich war Roberto ihr Lieblingswort, das sie ständig wiederholten.

 

Nachdem sie sich ein paar Minuten mit mir unterhalten hatten, kehrten sie zu ihren vorherigen Beschäftigungen zurück. Alle bis auf einen. So blieb ich allein mit einem Jungen, der neben mir saß und meine Hand hielt.

 

Ich fragte ihn nach seinem Namen, und er sagte, er hieße Juan Carlos. Dann sagte er, ich solle mit ihm kommen, und er führte mich an der Hand in das Gebäude hinter der Bank. Wir kamen in einen Waschraum, und er zeigte mir, wo die Jungen jeden Abend duschen. Dann gingen wir durch einen Raum voller Schränke aus Holz und betraten einen größeren Raum, in dem etwa zwanzig Stockbetten standen.

 

Ich fragte ihn, welches sein Bett sei, und er führte mich zu einem unteren Bett in der Ecke des Zimmers. Er sagte mir, ich könne mich hinlegen, und als ich das tat, legte er sich auch hin. Die Betten waren allerdings nicht für Achtklässler gedacht, und so musste ich die Beine anziehen. Als Juan Carlos mein Problem erkannte, führte er mich zu einem größeren Bett, in dem vermutlich der Betreuer schlief. Da legten wir uns drauf und plauderten für ein paar Minuten, bis man mir sagte, dass es Zeit war zu gehen. Ich drückte Juan Carlos zum Abschied und versprach, bald wiederzukommen. Bevor ich Casa Suyapa verlassen, hörte ich meinen Namen bestimmt dreißigmal.

 

Wirklich beeindruckt war ich davon, wie glücklich und liebenswert die Kinder waren. Sie waren überhaupt nicht so, wie ich mir typische Waisenkinder vorgestellt hatte, irgendwie niedergeschlagen und bedrückt. Sie waren fröhliche Kinder, die offensichtlich ein gutes Leben hatten. Sie waren auch die freundlichsten Kinder, denen ich je begegnet bin. Sie umarmten mich und hielten meine Hand, bevor sie noch meinen Namen kannten oder wussten, wo ich herkam. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich ein Kind in den Vereinigten Staaten je so verhalten hätte. Ich glaube, darin zeigt sich deutlich, was die Kinder im Rancho Santa Fe bekommen. Sie erhalten nicht nur ein Dach über dem Kopf und regelmäßige Mahlzeiten, sondern sie haben dort auch gelernt zu lieben. Deshalb sind die Kinder dort glücklich, und sie zögern nicht, diese Liebe an jeden weiterzugeben, dem sie begegnen.

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