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Eine Familienzusammenführung

Sechs Geschwister kommen wieder nach Hause

Kimberly, Gerlald, Lester, Maycol, Enrique und Luisa haben im Januar unser Heim in Nicaragua verlassen. Sie waren 6 von 39 Kindern, die die nicaraguanische Regierung im Zuge ihres neuen Projektes "Programa de Amor" dazu aufforderte, uns zu verlassen. Das Ziel dieses Programms ist die Wiedereingliederung der Kinder in ihre Ursprungsfamilien, in der Hoffnung, dadurch eine stärkere Familienverbundenheit zu erreichen. Aus diesem Grund sind die meisten nicht-staatlichen Organisationen, die sich um verwaiste und verlassene Kinder kümmern, geschlossen worden. NPH Nicaragua gehörte zu den vier Einrichtungen, die davon verschont geblieben sind.

 

Unser Ziel ist es, uns um Kinder zu kümmern und uns für sie einzusetzen, wenn es bei ihnen zu Hause nicht gut steht. Ana Jacoba, unsere Sozialarbeiterin, kennt die Realität nur zu gut, aus der diese Kinder kommen. Sie sagt, dass es bei den meisten Kindern sehr gute Gründe dafür gibt, warum sie in unseren Heim besser aufgehoben sind.

 

Auch im Fall von Kimberly, Gerlald, Lester, Maycol, Enrique und Luisa sind die Lebensumstände in ihrem alten Zuhause nicht gerade förderlich für sie. Die Familie wohnt in einer Hütte, die ihnen ein Freund zur Verfügung gestellt hat. Da sie sich kein größeres Haus leisten konnten, mussten die Kinder ohne Matratzen auf dem blanken Fußboden schlafen. Nachts weinten sie oft vor Schmerzen. Die Großmutter, die Mutter und ihr Freund versuchten ihr Bestes für die Kinder zu geben, aber es war einfach nicht genug. So reicht das Geld nur für eine Mahlzeit am Tag. Die Kinder wurden oft von der Schule nach Hause geschickt, wenn sie mit leerem Magen kamen. Weder drinnen noch draußen gibt es Platz zum Spielen, und Ausflüge kann sich die Familie erst recht nicht leisten. Selbst einen Tag am Strand zu verbringen ist fast unmöglich, wenn man kein Geld hat, sich etwas zu essen zu kaufen.

 

Seit die Kinder bei uns auszogen, haben wir versucht, mit der Regierung und dem Familienministerium zu verhandeln. Nach zwei langen Monaten, nach vielen Besuchen und vielen Briefen, wurde schließlich ein Kompromiss erreicht. Die Kinder dürfen wieder bei uns im Heim leben, aber müssen ihre Familie jedes Wochenende besuchen, auch wenn die Großmutter eingestanden hatte, dass sie sich nicht um sie kümmern könne.

 

NPH Nicaragua bemüht sich weiter, diesen Kompromiss auch bei den anderen Kindern zu erreichen, die unser Heim verlassen mussten, aber der Prozess ist langsam und mühevoll. Eins aber ist sicher: Wir werden weiterhin für das Wohl der Kinder eintreten. Wenn sie einmal in unsere Familie aufgenommen wurden, werden sie immer ein Teil unserer Familie bleiben, und wir werden weiter danach suchen, wie wir ihnen am besten helfen können.

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