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Ein wenig Geschichte, ein wenig Kunst

Pater Rick Frechette gibt einen Einblick in die Geschichte und die Anlage des neuen Krankenhauses.

Ein wenig Geschichte?

 

Als wir 1987 zum ersten Mal nach Haiti kamen, wurde schnell klar, dass wir uns auch um medizinische Versorgung von Kindern bemühen mussten, zusätzlich zu unserer normalen Aufgabe, uns um Waisen zu kümmern. Viele Kinder, die zu uns in Waisenhaus gebracht wurden, waren sehr krank, viele sogar totkrank. Wir konnten ein altes Hotel in Pétionville, das "Regent", von einem älteren Ehepaar erwerben, Dr. und Frau DeVieux. Wir gaben uns alle Mühe, daraus ein Kinderkrankenhaus zu machen. Und fast zwanzig bewegte Jahre lang tat es uns so gut es ging seinen Dienst.

 

A most generous pledge from a Minnesota family, followed by many other generous donations from Minnesota, gave NPH the confidence to approve this idea.

 

Eine äußerst großzügige Spendenzusage von der Familie aus Minnesota, gefolgt von vielen weiteren Spenden aus Minnesota machten uns Mut, diese Idee in Angriff zu nehmen.

 

Bald darauf kamen andere Spender hinzu; besonders sei hier der Einsatz von Mariavittoria Rava und ihrer Familie erwähnt, sowie die Francesca Rava Stiftung, auch bekannt als NPH Italien. Unsere Freunde in Minnesota und Italien haben sozusagen den Grundstein unseres neuen Krankenhauses gelegt. Eine Vielzahl großzügiger Spenden auch aus anderen Ländern haben weiter beim Aufbau geholfen. Bitte besuchen Sie unsere Gedächtnishalle im neuen Krankenhaus an; dort sehen Sie im Detail, wer alles dabei mitgeholfen hat, diesen Traum wahr werden zu lassen.

 

Der Wert des Grundstücks, der Infrastruktur und der verschiedenen großen Gebäude beträgt etwa 5,5 Millionen Dollar. Der Bau begann im August 2003 mit der Kapelle aus handbehauenen Steinen. Es dauerte drei Jahre und drei Monate, um das Krankenhaus auf den jetzigen Stand zu bringen; jeder, der die Verhältnisse in Haiti kennt, weiß, dass dies drei harte Jahre waren. Nicht nur weil die Erd- und Bauarbeiten ohne den Einsatz größerer Maschinen durchgeführt werden mussten, sondern auch weil das Land oft durch Konflikte geschüttelt und von Angst gelähmt wird.

 

Das Krankenhaus ist nach zwei Damiens benannt. Der eine war ein römischer Arzt, der vor etwa 17 Jahrhunderten lebte und der seine Heilkunst den Armen Roms kostenlos zur Verfügung stellte. Sein Bruder Cosmas, ebenfalls Arzt, half ihm dabei. Die katholische Kirche gedenkt der beiden alljährlich mit dem Fest der Heiligen Cosmas und Damien.

 

Der zweite Damien wurde vor zwei Jahrhunderten in Belgien geboren. Als junger Priester wurde er nach Hawaii ausgesandt, und dort widmete er sein Leben den ausgestoßenen und erbarmungswürdigen Leprakranken. Fast zwanzig Jahre lang kümmerte er sich aufopferungsvoll um sie, bis er selbst an Lepra starb.

 

Auf Molokai in Hawaii, wo Damien lebte und starb, steht eine Kapelle der Heiligen Philomena, die er mit eigenen Händen erbaut hatte. Deshalb haben auch wir unsere Steinkapelle nach der Heiligen Philomena benannt.

 

Ein wenig Kunst?

 

Dank Alessandro Cecchinato und Roberto Dall?Amico ist das Krankenhaus selbst schon ein Kunstwerk. Es ist so angelegt, dass sich dort auch Leute zurechtfinden, die nicht lesen können, was leider für viele arme Menschen in Haiti zutrifft. Am Eingang werden die Patienten mit kleineren Problemen zur rechten Seite dirigiert und die mit größeren Problemen zur linken. Beide Bereiche sind um schöne Innenhöfe herum angelegt. An den Türen befinden sich Bilder, die die einzelnen Räume kennzeichnen und es den Eltern so leicht machen, einen bestimmten Raum zu finden.

 

Im Mittelalter, als in Europa ebenfalls viele Menschen nicht lesen konnten, benutzte man gerne Bilder und Kunstwerke, um etwas zu vermitteln. Wir haben den gleichen Weg gewählt und eine Kette von Kunstwerken anfertigen lassen, die zugleich auch eine "Kette des Lichts" um das Krankenhaus herum darstellt.

 

Gleich wenn man durch das Eingangstor tritt, führen einen die vierzehn Stationen des Kreuzweges zu der Kapelle. Sie sind sehr naiv gestaltet, gemalt von einem Mann, der an Tuberkulose litt und dessen Mutter gerade unter fürchterlichen Schmerzen an Brustkrebs starb. Er hatte eine klare Vorstellung davon, was es heißt, "sein Kreuz auf sich zu nehmen". Das nächste Bild stellt St. Pio dar. Er trägt die Stigmata Christi, teilt also das physische Leiden Jesu, so wie viele Kinder, die wir behandeln, sehr leiden müssen. Dann befindet sich dort das Bild von der Madonna der Beständigen Hilfe; der Titel ist sehr tröstlich in einem so armen Land mit unendlich vielen Problemen. Dann geht es auf der Rückwand weiter mit den zwanzig Mysterien des Rosenkranzes, darunter auch die Mysterien des Lichtes.

 

Philomena bedeutet "Liebende des Lichtes". Die Kapelle vermittelt das durch die bunten Glasfenster (von denen jedes etwa 6 Dollar wert ist!) und der offenen architektonischen Gestaltung. Die Fenster stellen Maria und Josef dar, St. Damien und St. Philomena, Mutter Teresa, St. Pio, St. Franziskus und St. Lukas. Franziskus und Pio trugen beide die Stigmata; sie erinnern uns an das Leiden der Kinder in unseren Mauern. Lukas war ein Evangelist und Arzt; er soll uns daran erinnern, dass wir nicht nur einen medizinischen Auftrag haben. Neben dem Fenster von St. Damien ist eine Reliquie aufgestellt, mit einem kleinen Stück seines Sarges, ein Geschenk von Bruder Vincent Basile, CP.

 

Über dem Eingang ist die Decke dunkel bemalt mit einem sternenbedeckten Nachthimmel, der immer heller wird, bis hin zu einem strahlenden Tageshimmel über dem Opferaltar. Die Fenster an den Seiten des Altars zeigen Weintrauben und Weizen als Symbole des Sakramentes, als Zeichen der Hoffnung den Spross von Jesse und die Palme, sowie die Erinnerungszeichen des Leidens Christi, die Dornen und der Olivenbaum. Die Fenster wurden von Bruder Michael Moran, CP, entworfen.

 

Über dem Altar befindet sich das leuchtende Rosettenfenster, das Donna-Marie Hayes geschaffen hat. Sehen Sie sich die detaillierte Beschreibung dieses Fensters an, indem Sie den unten aufgeführten Link anklicken.

 

Das runde Fenster über dem Eingang der Kapelle vereint in sich drei Symbole: das Herz der Passionisten, die Rose von St. Damien und das Logo von Padre Wassons Nuestros Pequeños Hermanos.

 

Was hat es mit der Rose von St. Damien auf sich? In einem seiner Briefe an seine Mutter in Belgien, die er niemals wiedersah, nachdem er sein Zuhause als junger Mann verlassen hatte, beschrieb er seine schwierige Arbeit unter den Leprakranken so: "Ab und zu schenkt es uns Gott, dass wir eine wunderschöne Rose mitten unter den scharfen Dornen pflücken dürfen."

 

Auf der Mauer hinter dem Krankenhaus befindet sich das Logo von Nuestros Pequeños Hermanos. Der einzige Erwachsene auf der Mauer ist der kürzlich verstorbene Gründer, Padre William Wasson, eine schöne Erinnerung an ihn.

 

Auf der Mauer zur Linken des Krankenhauses geht es um die Arche Noah. Die Arche selbst nimmt eine große Fläche ein, und rechts und links davon sind auf ganzer Breite paarweise die Tiere abgebildet, die durch sie neues Leben erhielten.

 

Die Mauer zur Linken des Haupteingangs zeigt den ersten Haitianer, der im Begriff ist, als Heiliger anerkannt zu werden. Pierre Toussaint kam als Sklave von Haiti nach New York. Als er freigelassen wurde, kümmerte er sich um die Armen auf den Straßen von New York, und versorgte später seine früheren "Besitzer", als diese alt und gebrechlich wurden.

 

Nach dem Bild von Pierre Toussaint folgen Bilder, die die Heilungswunder Jesu darstellen und andere Heilungsgeschichten aus der Bibel.

 

So steht das Krankenhaus neben der Kapelle von St. Philomena, ein Leuchtturm des Glaubens und des Lichtes, und ist umgeben von Bildern des Leidens, der Erlösung und der Chance eines neuen Anfangs.

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