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Ein neues Zuhause

Wir helfen Erdbebenopfern in Peru beim Wiederaufbau

Vor sieben Monaten wurde Peru von einem heftigen Erdbeben der Stärke 8.0 auf der Richterskala erschüttert, bei dem mehr als 500 Menschen ihr Leben verloren. Das Erdbeben richtete auch in der Stadt Lunahuaná, in deren Nähe sich unser Heim befindet, großen Schaden an. Viele öffentliche Gebäude und private Wohnungen wurden völlig zerstört. Die Spendenbüros in Österreich, Holland und Deutschland schickten Geld, damit wir den Menschen vor Ort helfen konnten. "Ohne eure Hilfe hätten wir unser Haus nicht wieder aufbauen können", erklärt Doña Hortensia, eine der Erdbebenopfer, denen wir halfen.

 

Da der Schaden, den das Erdbeben hinterlassen hat, so immens ist, gibt es in Lunahuaná ganze Straßenzüge, die noch nicht wieder aufgebaut sind. Natürlich gibt es auch Unterstützung seitens der peruanischen Regierung und Hilfe aus dem Ausland, aber das alles hat noch nicht ausgereicht, um alles wieder in den "Normalzustand" zu bringen.

 

Wir wussten, dass unsere Möglichkeiten zur Hilfe nur begrenzt waren, aber um so effektiv wie möglich zu sein, arbeiteten wir eng mit unserem Gemeindepfarrer Padre Julio zusammen, der die Menschen von Lunahuaná gut kennt. Er wusste, welche Familien die Hilfe am nötigsten brauchten. Das waren die ärmsten Menschen, ohne Ersparnisse und mit einem sehr bescheidenen Einkommen, ohne männliche Familienmitglieder, die leichter Geld verdienen können, oder ohne Verwandte, die ihnen helfen können. Außerdem schienen gerade sie von den offiziellen Stellen leicht übersehen zu werden.

 

Mit dem Geld, das uns zur Verfügung stand, konnten wir konkret vier Familien helfen. Die eine besteht aus einem Paar, die beide über achtzig sind, und die drei anderen sind Witwen mit ihren Kindern. Doña Hortensia ist eine von ihnen. Sie ist 60 Jahre alt, hat zwei Töchter und verdient sich ein äußerst bescheidenes Einkommen durch den Verkauf von Obst und Getränken an Touristen auf dem Marktplatz von Lunahuaná. "Seht mal", sagt sie und deutet auf ein Haus, das verschont geblieben ist. "So sah auch mein Haus aus. Es hatte eine hohe Decke, dicke Lehmwände und ein Dach aus Stroh und Lehm. Es war mehr als hundert Jahre alt und nie beschädigt worden. Das war meine Altersversicherung." Und nun hatte sie nichts mehr. "Mein Haus war so kaputt, dass ich es abreißen musste", sagt sie mit Tränen in den Augen. "Aber ich habe kein Geld, um es neu aufbauen zu lassen. Und meine Töchter auch nicht. Sie sind gerade mit ihrer Ausbildung fertig und suchen eine Arbeitsstelle."

 

In den letzten Monaten musste Doña Hortensia bei Verwandten wohnen, aber nun wird sie bald wieder in ihr eigenes Haus ziehen können, weil UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN ihr dabei halfen, es wieder aufzubauen. Es wurden Ziegelsteine und Betonpfeiler verwendet, um das Haus erdbebensicherer zu machen. In diesem Monat wird das Dach darauf kommen, und dann wird das Haus endlich bezugsfertig. Eine weitere Familie erhielt unsere Hilfe für den kompletten Neubau ihres Hauses, während die beiden anderen nur eine Absicherung und Verstärkung des bestehenden Gebäudes benötigten, damit sie bei künftigen Beben keinem Risiko ausgesetzt sind.

 

Unsere Hilfe mag vielleicht wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein erscheinen, aber immerhin haben wir vier Familien eine große Freude bereitet. Vielen Dank an alle Spender für ihre Hilfe!

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