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Ein Gedächtnis für unsere Verstorbenen

In Miacatlan wird der Tag der Toten gefeiert

Es ist ein Tag, an dem man Gräber besucht, Opfer darbringt und sich an die Verstorbenen erinnert. Es ist kein Trauertag; es ist ein Tag des Erinnerns. Der "Tag der Toten" ist ein wichtiger Feiertag in Mexiko, der auf die Bräuche vieler Indianerstämme zurück geht und schon vor 3000 Jahren gefeiert wurde. In heutiger Zeit hat sich das Fest zwar gegenüber seinen Ursprüngen, bei denen sich die Festlichkeiten über einen ganzen Monat erstreckten, deutlich verändert. Zwei Tage lang bietet es die Gelegenheit, sich an liebe Menschen zu erinnern, die man verloren hat, und dabei geht es noch um die gleichen grundsätzlichen Dinge wie früher.

 

Für unsere Kinder ist es eine besondere Zeit, in der in der Schule und im Kinderdorf Opfergaben vorbereitet werden, und die mit einer stimmungsvollen Messe endet. Am Abend vorher war in der Kapelle ein besonderer Opfergaben-Tisch aufgestellt worden mit Süßigkeiten, Totenschädeln aus Zucker und "pan de muertos", dem traditionellen süßen Brot, dass es nur zu diesem Anlass gibt. Die Jugendlichen, die ihr Soziales Jahr für die Heimfamilie leisten, hatten den Auftrag, die ganze Nacht über dabei Wache zu halten, damit niemand in Versuchung kam, vorzeitig davon zu naschen.

 

Nachdem Pater Phil die Namen unserer Vorstorbenen vorgelesen hatte und wir für sie gebeten hatten, folgte eine Zeit bedrückter Stille. Am Tag vorher war in der Kapelle ein Buch ausgelegt worden, in das jeder, der wollte, die Namen verstorbener Angehöriger eintragen konnte, damit für sie während der Messe gebetet werden konnte.

 

Als die Messe zu Ende war, heiterte sich die Stimmung schnell auf, denn nun ging es darum, wer die besten Süßigkeiten von dem Opfertisch bekam. Normalerweise dürfen die Kleinsten als Erste nach vorne kommen, aber in diesem Jahr gab es ein lautes Jubelgeschrei, weil diesmal die Jungen der Mittelstufe zuerst aufgerufen wurden.

 

Danach begaben sich alle auf die Terrasse, um sich dort das Pan de muertos und Kakao schmecken zu lassen, leichteren Herzens und mit den Händen voller Süßigkeiten.

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