Projekt Trinkwasseranlage
Aktuell

Die Welt steckt in der Wasserkrise

Der Mensch braucht Wasser, um zu leben. Doch 663 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

 

 

 

 Wenn 663 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, dann kann man von einer Krise sprechen. Diese Zahl nennt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Weitere 2,4 Milliarden Menschen verfügen über keine sanitären Einrichtungen. Aufgrund dieser Zustände stirbt alle 20 Sekunden ein Kind. Sauberes Trinkwasser und bessere hygienische Bedingungen könnten viele Kinderleben retten.



Dr. Pilar Silverman, Leiterin des medizinischen Teams von nph, erklärt, warum Wasser so wichtig für den Menschen ist: „Der menschliche Körper besteht zu 60 Prozent aus Wasser, bei Kindern sogar zu 75 Prozent. Damit unsere Körpertemperatur reguliert und der Körper regelmäßig entgiftet wird, müssen wir ausreichend Wasser trinken. Wasser ist für unser Überleben und unsere Gesundheit also essenziell – vorausgesetzt es ist rein.“


Dr. Pilar Silverman, Leiterin des medizinischen Teams von nph, weiß, was Kinder brauchen, um gesund aufzuwachsen.

Reines Wasser – schwer zu finden


Sauberes Trinkwasser ist eigentlich ein Geschenk der Natur. Doch der achtlose Umgang des Menschen mit dieser natürlichen Ressource hat zu erheblicher Wasserverschmutzung geführt. Biologische und chemische Abfälle, die ins Grundwasser gelangen, vergiften es und machen es für den Menschen ungenießbar, ja sogar gefährlich. Trotzdem trinken es viele, denn sie haben keine andere Wahl, um ihren Durst zu stillen.


Wegen fehlender Infrastruktur landet das mit Cholera verseuchte Wasser in Haiti auf der Straße.

 

Die WHO schätzt, dass 80 Prozent aller vermeidbaren Erkrankungen in Entwicklungsländern auf verschmutztes Wasser zurückzuführen sind.
Der Gegensatz zu Industrieländern ist enorm: Dort kaufen viele Menschen, die über unbedenkliches Leitungswasser verfügen, Wasser in Plastikflaschen. Flaschenwasser gibt es natürlich auch in Entwicklungsländern. Das können sich aber nur die wenigsten leisten.

 




Gegensatz zwischen Entwicklungs- und Industrieland: Während die einen kein Wasser haben, kaufen es die anderen unnötigerweise in Plastikflaschen.

(Kein) Recht auf Wasser


Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht, das von den Vereinten Nationen im Jahr 2010 anerkannt wurde. Die Resolution, die von Bolivien und 33 anderen Staaten eingebracht wurde, sieht vor, dass Staaten und internationale Unternehmen den Auf- und Ausbau von Wasserinfrastruktur-Systemen vorantreiben sollen – vor allem in der sogenannten Dritten Welt.




Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist eigentlich ein Menschenrecht.


Haiti gehört zu den Ländern, in denen die Lage besonders dramatisch ist. Pater Richard Frechette, Leiter von nph haiti, hat kürzlich in einem Interview die Lage erklärt: „Es gibt weder ein Wasserversorgungssystem, noch ein Abwassersystem für Schmutzwasser. Das macht den Menschen den Zugang zu Wasser sehr schwer. Und wenn sie Zugang haben, gibt es keinerlei Garantie, dass das Wasser sauber ist. Das ist ein großes Problem im alltäglichen Leben – fürs Trinken, fürs Baden, fürs Waschen von Kleidung – und vor allem für die Gesundheit.“


In Haiti ist die Cholera, die 2010 ausbrach, noch immer nicht eingedämmt. Der Zusammenhang mit dem Wasser liegt auf der Hand: Wasser aus einer Klärgrube oder Wasser aus einem Eimer mit Fäkalien läuft auf die Straße. Dann wäscht jemand seine Kleidung oder seine Hände darin und isst anschließend ein Stück Brot. Ein anderes Beispiel: Die schweren Regengüsse, die es regelmäßig in Haiti gibt, drücken den Inhalt von Klärgruben nach oben. Dieser verteilt sich dann auf der Straße und die Cholera breitet sich unaufhaltsam aus. 




Pater Richard Frechette weiß: Das Wasserproblem kann nur durch Investitionen in die Infrastruktur gelöst werden.

Endlich sauberes Wasser – aber wie?


Damit alle Menschen in den Entwicklungsländern mit sauberem Wasser versorgt werden können, müssten alle Staaten zusammenarbeiten und in die Infrastruktur der betroffenen Gebiete investieren. Dafür wären jährlich zehn Milliarden US-Dollar nötig. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was in Industrieländern für teures Flaschenwasser ausgegeben wird.

 

Wir bleiben beim Beispiel Haiti. Für die Wasserinfrastruktur des Landes kann nph nicht sehr viel tun. „Wir versuchen aber, die Umstände ein wenig zu erleichtern, das Leiden ein wenig zu lindern. Wir installieren Wasserpumpen und Filter, um das Wasser trinkbar zu machen. Jeden Tag transportieren wir Wasser mit Lastern in Gegenden, in denen die Menschen besonders arm sind“, erklärt Pater Richard.

 

Was gebraucht wird, sind große Investitionen der Regierung, der WHO und anderer Organisationen. Bis es soweit ist, können viele Jahre vergehen. Solange leistet nph seinen bescheidenen Beitrag und verteilt sauberes Wasser in den Slums oder installiert Trinkwasseranlagen in Schulen. Für die Menschen, die dadurch sauberes Wasser erhalten, ist dieser Beitrag mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein – er ist überlebenswichtig.

Helfen Sie mit, durstige Kinder mit dem lebenswichtigen Wasser zu versorgen. Ihre Spende für eine Trinkwasseranlage an der St. Paul-Schule in Haiti wird verdoppelt!

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