Aktuell

Die Menschen bettelten um Essen

Ein weiteres schweres Unglück trifft die Bevölkerung von Haiti.

Hiermit möchten wir all unseren Freunden, Angehörigen und Unterstützern mitteilen, dass es uns und allen Kindern in Kenscoff und Petionville gut geht.

 

Es ist traurig mitanzusehen, wie das Volk von Haiti von einer neuen schweren Tragödie heimgesucht wird. Die Schwierigkeiten scheinen kein Ende zu nehmen.

 

Heute machten wir eine erschütternde Fahrt zu den Flutgebieten, um dort Lebensmittel und Medikamente hinzubringen. Nach einer Woche werden die Essensvorräte dort bedenklich knapp. Die Straßen waren mordsgefährlich - viele von ihnen unpassierbar. So konnten wir auch unser eigentliches Ziel, Fond Verette, nicht erreichen, und wir waren froh, dass wir heil wieder aus dem Gebiet herauskamen. Wir schafften es nur bis Soliette, wo einer unserer beiden Lastwagen im Flussbett versank, das hier als Straße dient... Viele tatkräftige und starke Leute aus den Dörfern halfen uns dabei, ihn aus dem Fluss zu bekommen. Viele Hubschrauber flogen über uns hinweg, beladen mit großen Kisten voller Lebensmitteln für Fond Verette. Wir waren froh darüber, dass so viel Hilfe unterwegs war, und es fiel uns leichter zu akzeptieren, dass wir nicht weiterfahren konnten. Überall auf dem Weg jubelten uns die Kinder zu, und die Menschen baten um etwas zu essen. Das war in der Niederung des Überschwemmungsgebietes. Fond Verette liegt wesentlich höher in den Bergen. Die Leute bettelten um Nahrung, und manche wurden richtiggehend aggressiv durch den Hunger. Das machte die Verteilung sehr schwierig - wir richteten ein Chaos an, das nur schwer unter Kontrolle zu bringen war.

 

Diese Woche werden wir versuchen, mit dem Hubschrauber nach Fond Verette und den anderen Orten zu kommen, die durch die unpassierbare Straße von der Außenwelt abgeschnitten sind. Wir werden viele Lebensmittel mitnehmen und einen Vorrat an Medikamenten, den wir gerade von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Deutschland erhalten haben. Wir werden unsere Verteilaktion diesmal über die Katholische Kirche und die Schwestern von Mutter Theresa besser koordinieren.

 

Vielen Dank für die vielen E-Mails, Ihre Sorge um uns und die Zusagen, für uns zu beten. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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