Karibik Dreckkekse1
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Die Karibik: für die einen ein Traum, für die anderen ein Albtraum

Haiti - Sonne, Strand und Dreckkekse

Ein kleines Mädchen blickt mit ihren ausdruckslosen Augen auf den Boden. Sie ist verschmutzt, abgemagert und sitzt auf einem Pappkarton, der ihr Zuhause ist. Das Rinnsal neben ihr ist voller Dreck und Kot. Darin wühlen Schweine herum. Die Kleine hält in ihrer zierlichen Hand einen Keks. Das Gebäck besteht aber nicht aus Nussstücken mit Schokolade überzogen. Dieser Keks besteht aus Dreck. Das Rezept ist einfach: Man nehme Lehm, Salz und Pflanzenfett, verrühre das Ganze, drücke es zusammen und trockne es in der sengenden Sonne. Dieses kleine Mädchen bezeichnet Haiti als ihr Zuhause.

 

Haiti ist ein Land voller Kinder. Rund 40 % der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt, viele Kinder müssen ohne die Fürsorge und Geborgenheit von Mutter und Vater aufwachsen. Eins von fünf Kindern ist unterernährt und ein Fünftel aller Neugeborenen kommt mit zu geringem Gewicht zur Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung muss von weniger als einem Euro am Tag überleben. Bei diesem Betrag ist die Hoffnung auf einigermaßen sauberes Wasser aussichtslos. Ein Liter Wasser kostet 40 Cent und wird so zum ?blauen Gold?.

 

Not zu lindern, das hat sich das Kinderhilfswerk ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? zur Aufgabe gemacht. 1954 wurde das erste Kinderdorf von Padre William Wasson in Mexiko eröffnet. Mittlerweile ist der Verein in neun Ländern Lateinamerikas und der Karibik präsent und bietet Kindern ein liebevolles Zuhause, die Möglichkeit eine Schule zu besuchen und einen Beruf zu erlernen.

 

Viele Familien können es sich nicht leisten ihre Kinder in die Schule zu schicken, da die Schulgebühr jährlich 50 bis 60 Euro pro Kind beträgt. Mit der Eröffnung des Kinderdorfs in Haiti wurde 1987 der Grundstein für viele Kinder in ein besseres Leben gelegt. Derzeit leben rund 600 Kinder im Kinderdorf ?St. Hélène?. In eigenen Schulen und Berufswerkstätten erhalten die Kinder eine fundierte Ausbildung, die ihnen später hilft ein eigenständiges Leben ohne Armut zu führen.

 

Für behinderte Kinder, die größerer Aufmerksamkeit bedürfen, eröffnete ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? ein Rehabilitations- und Physiotherapiezentrum und das Kinderkrankenhaus ?St. Damien?. Dort werden jährlich rund 25.000 kleine Patienten behandelt. Beide Einrichtungen sind in Haiti einzigartig und werden von armen Menschen aus dem ganzen Land besucht, nicht zuletzt deshalb, weil sie dort eine kostenlose Behandlung erhalten.

 

Im Rahmen von Nachbarschaftsprojekten verteilen Mitarbeiter des Kinderhilfswerkes unter Leitung des Nationaldirektors Pater Richard Frechette täglich 80.000 Liter Trinkwasser in den Elendsvierteln der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Auch um die Verstorbenen kümmert sich der katholische Priester. Wöchentlich bestattet er 150 bis 200 Leichen, um die sich niemand sonst kümmern würde. Initiator war Pater Richard auch beim Aufbau von Straßenschulen. In 18 dieser Schulen lernen rund 5.000 Kinder und Jugendliche. Rund 2.000 dieser Kinder erhalten dort eine Mahlzeit, oft die einzige am Tag.

 

Um auch dem hungrigen Mädchen helfen zu können, ihr eine richtige Mahlzeit und Schulbildung zu ermöglichen, ist Hilfe notwendig. Eine Spende ermöglicht den Kindern Haitis ein menschenwürdiges Leben. Spenden können Sie auf Konto 12.000, BLZ 660 205 00, Sozialbank Karlsruhe. Stichwort: PR Zukunft Kinder HAITI.

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