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Die Eröffnung von Kay Germaine

Das Rehabilitations- und Förderzentrum für behinderte Kinder öffnet seine Pforten

Am 8. September 2008 hielt Pater Rick Frechette, der Leiter von NPFS Haiti, das Gebet zur Eröffnung von Kay Germaine, zur Feier des ersten Arbeitstages dort. Auf diesen Tag hatte sich alle Mitarbeiter und vor allem auch Gena Heraty, die Leiterin von Kay Germaine, gefreut, seit die Idee dazu vor ein paar Jahren entstanden war.

 

Im Jahr 2004 hatte Gena, die Leiterin von Kay Christine (das Haus für behinderte Kinder in unserem Kinderdorf), im Slum "Wharf Jeremy" mit einem ambulanten Angebot für behinderte Kinder begonnen. Der Gedanke war, einerseits den behinderten Kindern zu helfen, aber auch den Müttern Hilfestellung zu geben, den Alltag mit ihren Kindern besser zu bewältigen, und sie so davon abzuhalten, ihre Kinder im Stich zu lassen. Dieses ambulante Programm hatte großen Zulauf, und so wurde es in das ehemalige Kinderkrankenhaus in Pétionville umverlegt. Zugleich wurde das Angebot erweitert, und zur Zeit erhalten dort 50 Kinder Physiotherapie und 17 Kinder besuchen die Schule auf dem Gelände, unter Anleitung von 10 Mitarbeitern. Die Kinder besuchen weiterhin die Angebote dort, weil die Lage der Einrichtung so günstig für sie ist.

 

Kay Germaine befindet sich auf einem 2300 Quadratmeter großen Grundstück neben unserem Krankenhaus in Tabarre. Es ist ein ambulantes Rehabilitations- und Förderzentrum. Im Erdgeschoss befinden sich Spielzimmer, Unterrichtsräume, Räume für Physiotherapie, Büros, Untersuchungszimmer, ein Besprechungszimmer, eine Küche, ein Speiseraum, ein Wartezimmer und ein Schwimmbecken. Im ersten Stock gibt es Zimmer für Besucher und Freiwillige und eine Küche. Die drei Hauptarbeitsbereiche von Kay Germaine sind Physiotherapie, Förderung und eine Ernährungsprogramm. 30 Kinder sind für die Schule angemeldet und 20 für Physiotherapie. Zur Zeit haben wir 13 Angstellte, aber es sollen noch drei weitere eingestellt werden.

 

Die typische Lebenssituation der Mütter, mit denen wir arbeiten, sieht so aus: Ihr Ehemann oder Partner haben sie verlassen, als ihnen klar wurde, dass das Kind behindert ist. Die meisten Frauen haben noch weitere Kinder und leben irgendwo zur Miete. Sie haben keine Arbeit, und jeder blickt auf sie herab, weil behinderte Kinder allgemein als unnütze Mitesser gesehen werden. Im Normalfall erhalten sie ein wenig Unterstützung von anderen Familienmitgliedern. Um ihnen zu helfen, haben wir ein Programm mit Minikrediten angefangen, das sich recht gut bewährt hat. Im Durchschnitt werden als erstes Darlehen 140 Dollar gegeben; das höchste lag bei 385 Dollar. Von diesem Geld können die Frauen Waren zum Weiterverkauf auf der Straße einkaufen, oder sie kaufen damit Lebensmittel, von denen sie Mahlzeiten kochen, die sie ebenfalls auf der Straße anbieten. Gena möchte außerdem die Herstellung von Handarbeiten und kunsthandwerklichen Gegenständen anregen. Dafür könnten die Frauen auch die Wartezeit nutzen, während ihre Kinder in Behandlung sind. Die Kinder verbringen mehrere Stunden pro Woche bei uns und erhalten ein proteinhaltiges Getränk und ein Mittagessen. Im Schnitt kommen sie 2 bis 3 mal pro Woche. In diesen Programmen sind auch drei Ehemalige aus unserem Kinderheim als Mitarbeiter angestellt.

 

Der Unterhalt beider Zentren ist unbedingt notwendig, um den betroffenen Familien auch weiterhin praktische Hilfe, Förderung und Würde zukommen zu lassen.

 

Wir danken allen Spendern ganz herzlich, die die Verwirklichung dieses Traumes möglich gemacht haben. Es ist eine Oase der Schönheit in einem Land voller Not. Die Mütter und Kinder beginnen zu strahlen, wenn sie in unsere Einrichtung kommen, und sie sind so stolz darauf, dazu zu gehören.

 

Die offizielle Einweihung von Kay Germaine findet am Mittwoch, den 3. Dezember 2008, statt.

 

Weitere Fotos finden Sie:

 

Kay Germaine: Kinder und Mitarbeiter

 

picasaweb.google.com/MonicaGery/KayGermaineChildrenAndStaff

 

Kay Germaine Außen- und Innenansicht

 

picasaweb.google.com/MonicaGery/KayGermaineExteriorInterior

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