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Aktuell

Die Einweihung unseres Gewächshauses

Ein Projekt, bei dem die Kinder noch viel mehr lernen als nur Gemüseanbau

"Schüler, die unter Unterernährung leiden, verlieren ihre Konzentrationsfähigkeit - die Entwicklung des Gehirns hängt von der Ernährung ab."

 

Diese Feststellung war eine der Zielvorgaben des "Projektes für die Förderung von Kindern und Heranwachsenden 2006-2010", das bereits in den NPH Heimen in Honduras (2006), Mexiko (2007) und Guatemala (2008) durchgeführt wurde. In diesem Jahr nahm unser Heim in der Dominikanischen Republik an dem sinnvollen und nützlichen Progamm teil, das von den Agronomen Eduardo Briones Alonso und Pilar Fernandez geleitet wird. Ziel dieses Projektes ist es, die Ernährung der Kinder durch mehr Obst und Gemüse zu bereichern und ihnen zugleich beizubringen, wie sie es selbst anbauen können. Eduardo und Pilar sind überzeugt davon, dass eine Verbesserung der Ernährung die schulischen Leistungen und die geistige Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen wird.

 

Vor dem Bau des Gewächshauses für das Heim erhielten die Kinder der 4. bis 7. Klasse Unterricht in Gartenbau und lernten, warum es wichtig und nützlich ist, selbst Gemüse zu ziehen, und wie man das macht. Außerdem erhielten sie Unterricht in Mathematik und Erdkunde und spielten Schach, um geistig beweglich zu bleiben. Nach einem Monat Unterricht im Klassenzimmer ging es an die Praxis, und die Kinder begannen, die Beete für die Anpflanzung vorzubereiten.

 

Zur Zeit sind 80 Beete angelegt, von denen jedes von einem älteren Schüler oder einer Wohneinheit der kleineren Kinder in Ordnung gehalten wird. Jeder Schüler rodete sein Stück Land, bereitete den Boden vor, verlegte den Bewässerungsschlauch, pflanzte ein Gemüse seiner Wahl und bekam die Verantwortung übertragen, es auch weiterhin unkraut- und schädlingsfrei zu halten. Bald werden wir in unserem Heim die Früchte dieser Bemühungen genießen können: selbst gezogene Radieschen, Karrotten, Rote Beete, Bohnen, Gurken, Salat, Kohl und Karde. Parallel zu der gärtnerischen Betätigung der Kinder wurde unser Gewächshaus errichtet und am 25. Juli 2009 eingeweiht. Hier gibt es 7 verschiedene Beete, die mit Gurken, Tomaten und Karde bepflanzt sind. Jedes Beet wird von einem der Arbeiter betreut, die am Bau des Gewächshauses mitgearbeitet haben. Wegen der günstigen Wachstumsbedingungen im Gewächshaus wird es uns reichlich mit Gurken und Tomaten versorgen, die zu fast jedem Mittagessen gereicht werden.

 

Auf unserem Grundstück stehen bereits einige Obstbäume, und in den nächsten Monaten werden unsere Kinder noch etliche weitere pflanzen. Außer seinem jeweiligen Beet wird dann jedes Kind auch noch einen Obstbaum haben, um den es sich kümmern soll. Überall auf dem Gelände und hinter den 12 Wohnhäuser werden dann Mangos, Kirschen, Orangen, Limonen, Guaven und Passionsfrüchte wachsen. So wird unser Heim in den kommenden Jahren wesentlich mehr Obst und Gemüse auf dem Speiseplan haben können.

 

Auch wenn das Projekt erst am Anfang steht, haben Eduardo und Pilar bereits große Fortschritte gesehen. Nicht nur haben die Kinder erheblich mehr Wissen über den Gartenbau erworben, sie haben sich auch selbst verändert. Sie zeigen mehr Selbstwertgefühl, mehr Begeisterung, ein besseres Verhalten und eine andere Einstellung. Auch haben sich neue Werte herausgebildet - die Kinder haben gelernt, Eigentum zu respektieren - ihr eigenes wie das der anderen -, und Verantwortung zu übernehmen.

 

In den kommenden Monaten werden Pilar und Eduardo weiter mit den Kindern arbeiten und dafür sorgen, dass sie sich weiterhin um ihre Pflanzen kümmern. Außerdem haben sie Nadal angelernt, der die Leitung des Gewächshauses übernehmen wird, wenn sie unser Heim Ende des Jahres verlassen werden. Als nächstes wird dann NPH Nicaragua in 2010 an ihrem Programm teilnehmen. Wir vom Heim Casa Santa Ana sind Pilar und Eduardo sehr dankbar für ihren Einsatz und auch den Spendern, die dieses Projekt ermöglicht haben, damit unsere Kinder in Zukunft noch gesünderes Essen erhalten.

 

"Es gibt keine bessere Investition im Kampf gegen die Armut und ihre Ursachen als die Investition in Bildung und Erziehung."

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