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Die Botschaft von Weihnachten in einer Siedlung auf der Müllkippe

Wir veranstalten eine Posada an einem ungewöhnlichen Ort.

Der Geruch ist durchdringend, aber wir versuchen, uns davon nichts anmerken zu lassen. Wir haben uns zu einer Posada versammelt, einem traditionellen Nachspielen der Herbergsuche von Maria und Josef in der Nacht, als Jesus zur Welt kam. Der Geruch, so sehr wir ihn auch zu ignorieren versuchen, lässt uns nachdenken darüber, wo wir leben und wie anders unser Leben hätte sein können.

 

In unserer Schule haben wir 110 Schüler aus diesem kleinen Ort Milpillas, benannt nach der Müllkippe, neben der er entstanden ist. In Mexiko ziehen solche Orte viele Arme an, die dort als "pepenadores", Müllsammler, arbeiten. Im Laufe der Jahre haben sich diese pepenadores an der Milpillas-Halde mehr und mehr Hütten gebaut, und so ist eine richtige kleine Ansiedlung entstanden.

 

Als Pater Philip diesen Ort 1999 besuchte, sah er, dass die Kinder keine Schule besuchten und da kam ihm ein segensreicher Gedanke: Er wollte es den Kindern ermöglichen, unsere Schulen zu besuchen. So kam er sehr nachdenklich zurück in unser Heim in Miacatlan und fragte die Kinder, ob sie bereit seien, auf ihre Süßigkeiten zu verzichten, damit das Heim zusätzliches Geld zur Verfügung hatte, um diesen Kindern Schulbildung und damit eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben. Alle bis auf die kleinsten Kinder willigten ein, und so wurde das Milpillas-Projekt geboren. Seither werden die Kinder jeden Tag mit dem Bus zu unserem Heim gefahren, erhalten eine Dusche, zwei Mahlzeiten, Schuluniformen, Turnschuhe, Schuhe für die Schule und alles, was sie für den Schulerfolg benötigen.

 

Es gab viele Schwierigkeiten für das Projekt, die größte darunter die Schließung der Müllkippe, wodurch alle ihre Arbeit verloren. Trotz der Schließung blieben aber viele Familien, und wir verloren dadurch keinen einzigen Schüler. Wir haben sogar noch einige dazu bekommen, da auch die Kinder nun nicht mehr auf dem Müll arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen, und so Zeit haben, in die Schule zu gehen. Die Arbeitslosigkeit ist zwar eine große Belastung für die Menschen, aber sie halten durch.

 

Nun haben wir bereits einen College-Absolventen und zwei Studenten aus Milpillas - ist das nicht großartig?

 

An dem Abend der Posada durfte jeder Schüler aus Milpillas zwei Freunde mitbringen. Unsere Kinder führten die traditionelle Herbergsuche von Maria und Josef auf, wie sie an die Türen klopfen und um Einlass bitten, und alle hielten Kerzen in der Hand, deren Schein einen weichen Schimmer auf die armselige kleine Siedlung warf.

 

Während wir die staubige Straße hinunter liefen, konnten wir die Botschaft von Weihnachten in der Authentizität der Szene spüren. In einer Straße wie dieser mochten Maria und Josef entlang gelaufen sein, mit den Geräuschen der Haustiere im Hintergrund und Staub in den Augen, ohne elektrische Lichter, die ihnen den Weg wiesen.

 

Am Ende der Posada kamen wir aber wieder ganz im Hier und Heute an, als uns nämlich alle möglichen mexikanische Speisen angeboten wurden. Die Familien unserer Schüler steuerten alle etwas zu essen oder zu trinken bei, und alle Gäste konnten sich reichlich bedienen. Wir brachen erst lange nach Einbruch der Dunkelheit auf, und viele von uns schliefen bereits im Bus ein, während er uns die kurvige Landstraße entlang nach Hause schaukelte.

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