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Detmolder Bauingenieur baut Heim für Waisenkinder in Nicaragua

Fast fünf Häuser sind schon fertiggestellt, weitere 25 sind in Planung

Der Ingenieur Günther Klatte aus Detmold leitet seit zwei Jahren die Planungs- und Bauarbeiten für das neue nicaraguanische Kinderdorf der Organisation UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN. Der zweifache Vater und die einheimischen Mitarbeiter vor Ort haben bereits vier Häuser fertiggestellt, die für jeweils 16 Kinder und zwei Betreuer und Betreuerinnen Platz bieten. Das fünfte Haus steht derzeit kurz vor der Fertigstellung. Zusätzlich ist der Ingenieur für die Installation eines Abwassersystems im neuen Kinderdorf zuständig. Hintergrund für die Errichtung eines neuen Heims in Jinotepe nahe der Hauptstadt Managua ist die Gefährdung des bereits bestehenden Kinderdorfes auf der Insel Ometepe durch den aktiven Vulkan ?Concepción?. Seit Februar sind die ersten Kinder und Jugendlichen in das neue Kinderdorf auf dem Festland umgezogen. Von 320 Kindern und Jugendlichen, denen das Hilfswerk in Nicaragua ein Zuhause geschenkt hat, leben bereits rund 60 Kinder in den neu errichteten Häusern auf dem Festland.

 

Klatte absolvierte zunächst eine Ausbildung als Bauzeichner und studierte anschließend Ingenieurwesen mit Schwerpunkt Versorgungstechnik. Er trägt den Titel ?Master of Engineering in Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen?. Der 59-Jährige hat vor seinem Engagement für das Kinderhilfswerk UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN schon Berufserfahrung in Lateinamerika gesammelt. Am Institut für Ausbildung und Forschung in nachhaltiger ländlicher Entwicklung in Nicaragua lehrte Klatte vier Jahre lang Studenten des Aufbaustudiengangs ?Nachhaltige ländliche Entwicklung? und koordinierte unter anderem die Programmleitung des Studiengangs in Managua. Zudem untersuchte er in Honduras die Möglichkeiten der Abwasserbehandlung aus der Kaffeeproduktion. Seit Juli 2007 arbeitet Klatte für das international tätige Kinderhilfswerk UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN. Neben dem Bau des Kinderdorfs ist der Deutsche auch zuständig für die Einrichtung eines Abwasserreinigungssystems. Das System sieht die Verwendung von Biogas und eine Wiederverwendung des biologisch gereinigten Abwassers vor.

 

Das neue Kinderdorf in Jinotepe, die ?Casa Padre Wasson? soll Platz für 500 Kinder bieten, die von ihren Eltern verlassen wurden, deren Eltern gestorben sind oder um die sich kein Familienmitglied kümmern kann. Die Zeit zur Fertigstellung des neuen Kinderdorfs drängt, da der seit 2005 wieder Asche und Feuer speiende Vulkan die Kinder im Heim ?Casa Santiago? auf der Insel zusehends bedroht. Zudem ist das neue Kinderdorf in Jinotepe besser an die Infrastruktur des Landes angebunden und die Kinder und Jugendlichen finden in der Umgebung weitaus vorteilhaftere Bedingungen für eine gute Schul- und Berufsausbildung sowie für die Aufnahme eines Studiums vor. Um 500 Kinder in Jinotepe unterbringen zu können, sind insgesamt noch 25 Wohnhäuser in Planung. Die Baukosten für ein Haus belaufen sich auf rund 43.000 Euro. Weiterer Finanzierungsbedarf besteht für die Errichtung einer Schule, einer Krankenstation und eines gemeinsamen Speisesaals mit Küche. Spenden sind möglich auf das Konto 12 000, BLZ 660 205 00 bei der Sozialbank Karlsruhe, Stichwort: PR-KlatteNIC.

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