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Der Weihnachtsmorgen im St.-Damien-Krankenhaus

Angehörige der UN-Friedenstruppen bereiten den Kindern in Petionville eine Weihnachtsfreude

Eine Gruppe von sechs Angehörigen der UN-Truppen kamen und bereiteten den kranken Kindern im St.-Damien-Krankenhaus ein wunderbares Fest. Für jedes Kind hatten sie ein kleines Geschenk und eine Tüte Süßigkeiten dabei, und zusätzlich gab es noch einige Spiele und Spielzeuge, die für alle Kinder gedacht waren. Der Hit war ein Tisch-Hockey-Spiel. Besonders die größeren Kinder lieben es und lernten es sehr schnell, obwohl sie vor diesem Weihnachtsmorgen noch nie etwas von einem Spiel namens Hockey gehört hatten.

 

Laurie, den die Kinder schon gut kennen, weil er das Krankenhaus seit seiner Ankunft in Haiti im letzten August regelmäßig besucht, verkleidete sich als Weihnachtsmann und ging zu jedem Kind im Krankenhaus. Er ist von Natur aus ziemlich rundlich und brauchte kein Kissen unter seinem Kostüm! Er war ein großartiger Weihnachtsmann! Die kleinen Kinder wussten nicht genau, was sie von ihm halten sollten, und einige der Babys fingen an zu schreien. Aber die Großen waren außer sich vor Aufregung. Die ganze Woche schon hatte ich sie auf die Ankunft des 'Tonton Noel' vorbereitet.

 

Am Tag vor Weihnachten klingelte mein Handy, während ich mit den älteren Kindern die Weihnachtsdekoration aufhängte, die wir im Unterricht gebastelt hatten. Als ich abnahm, meldete sich niemand, was in Haiti öfter vorkommt. Da kam mir die Idee, so zu tun, als sei es Tonton Noel. Die Augen der Kinder wurden groß wie Untertassen, als sie unser "Gespräch" mitanhörten. Ich fragte ihn, wo er gerade sei und er antwortete: "Ich bin in Saint Marc auf dem Weg nach Port-au-Prince." Saint Marc ist ein Stadt, die ein paar Stunden von der Hauptstadt entfernt liegt. Dann tat ich so, als frage er mich, ob alle Kinder im vergangenen Jahr brav gewesen seien. Ein kleiner Junge, der wahrlich kein Muster an gutem Benehmen ist, sah mich besorgt an. Ich sagte: "Ja, Weihnachtsmann, alle Kinder sind sehr brav gewesen und warten schon ganz gespannt darauf, dass du morgen zu uns kommst." Jean Baptiste, der kleine Schlingel, sah sehr erleichtert aus und streckte die Arme hoch, um mich zu umarmen! Es war wirklich lustig. Es waren auch einige Mütter dabei, und ich könnte wetten, dass sie genau so fest davon überzeugt waren, ich redete wirklich mit dem Weihnachtsmann, wie ihre Kinder.

 

Der Weihnachtsmann sollte am nächsten Morgen gegen 9 Uhr kommen, und Laurie hatte mir gesagt, dass er direkt vor dem Krankenhaus die Straße entlang kommen würde. So ging ich gegen 8.30 Uhr in die einzelnen Abteilungen und holte die Kinder zusammen. Wir stellten uns ans Fenster, um Aussschau nach dem Weihnachtsmann zu halten. Was für ein Jubel erscholl, als wir ihn kommen sahen! Es war ein herrlicher Morgen. Es war so schön zu sehen, wie auch diese Kinder genau das tun konnten, was Kinder auf der ganzen Welt am Weihnachtsmorgen tun - mit dem Spielzeug spielen, das der Weihnachtsmann gebracht hat.

 

Nachdem alle Geschenke verteilt worden waren, winkten die Kinder dem Weihnachtsmann zum Abschied, und er verschwand im Klassenzimmer, um sich umzuziehen. Zehn Minuten später kam er in seiner UN-Uniform wieder, und alle Kinder scharten sich um ihn, um ihm zu zeigen, was der Weihnachtsmann dagelassen hatte. Nur ein elfjähriger Junge sah ihn genau an, und ich denke, er ahnte etwas. Aber er war bestimmt der einzige!

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