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Der vierte König

Die Kinder führen ein Krippenspiel auf mit einem vierten König, der nie an der Krippe ankam.

Eine der weihnachtlichen Traditionen, die mir hier im Heim in El Salvador am besten gefällt, ist das Fest der posadas, bei dem gesungen, gebetet und piñatas zerschlagen verden. Bei den diesjährigen posadas führten verschiedene Kindergruppen jeweils eine pastorela auf, eine Art Krippenspiel. Sie waren alle hervorragend, aber eine fand ich besonders bemerkenswert. Sie hieß: "Der vierte König".

 

Diese pastorela erzählte, es habe vier Könige gegeben, die sich auf den Weg machen wollten, den neugeborenen Jesus zu besuchen, aber nur drei seien angekommen. Auf seiner Reise nach Bethlehem habe der vierte König alle seine Geschenke an die Armen gegeben. Da er nun nichts mehr hatte, was er dem neugeborenen Friedefürst hätte schenken konnte, schämte er sich und traute sich nicht mehr, zur Krippe zu kommen. Einige Tage später erschien ihm im Schlaf ein Engel und sagte ihm, dass es Gott sehr gefallen habe, dass er alle seine Schätze unterwegs an die Bedürftigen verteilt habe. Der König antwortete: "Wie kann Gott mit mir zufrieden sein? Ich hatte doch nichts mehr, was ich seinem einzigen Sohn hätte geben können." Da sagte ihm der Engel: "Denke daran, was du dem geringsten deiner Brüder und Schwestern getan hast, das hast du für Jesus selbst getan."

 

Dieser letzte Satz aus der pastorela stammt aus dem Evangelium nach Matthäus, Kapitel 25,45: "Was du einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan hast, das hast du mir getan." Vor mehr als 52 wählte Padre Wasson den Namen seiner Hilfsorganisation Nuestros Pequeñoss Hermanos, "Unsere kleinen Brüder und Schwestern", nach diesem Bibelwort aus. Wie schön, dass Padre Wassons Vision und die Worte des Evangeliums immer wieder im Leben unserer Kinder vorkommen und ausgesprochen werden, gerade jetzt in der Weihnachtszeit.

 

Feliz Año Nuevo,

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