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Der Unabhängigkeitstag

So feierten wir den Unabhängigkeitstag in Guatemala

Der 15. September ist in Guatemala Unabhängigkeitstag. An diesem Tag feiert die Bevölkerung die Unabhängigkeit Guatemalas von der spanischen Kolonialregierung mit verschiedenen Feierlichkeiten, Reden, Gedichtvorträgen und einem traditionellen Fackellauf. Natürlich ging dieser Tag auch an unserem Heim "Casa San Andres" nicht spurlos vorbei.

 

Bei uns begannen die Feierlichkeiten am Donnerstag, dem 14. September mit einer besonderen Veranstaltung der Schule. Jede Klasse sollte ein Ausstellungstück anfertigen, das sowohl das Thema der Unabhängigkeit als auch Landestypisches für Guatemala darstellte. Einige Schüler zeigten dabei großen Einsatz und viel künstlerisches Talent. Zum Schluss wurde das beste Arrangement von einer kleinen Jury ausgewählt und belohnt, was natürlich noch für zusätzliche Motivation sorgte.

 

Danach stellten wir uns der Herausforderung des traditionellen Fackellaufs, ein patriotischer Akt, der anstrengend ist, aber auch viel Spaß macht.

An diesem Tag laufen Tausende von einem ausgewählten Startpunkt aus zu ihrem Heimatort. Dabei tragen sie eine Fackel, die die Freiheit symbolisiert. Wenn sie am Ziel ankommen, entzünden sie damit eine größere Fackel. Um der Sache etwas lustiger zu machen, stehen überall am Straßenrand Leute, die die Läufer anfeuern und sie mit Wasser bespritzen, um sie so nass wie möglich zu machen.

 

 

Es gibt keine Regel, wie lang die zu laufende Strecke sein soll, aber wir hatten uns ein ganz schönes Stück vorgenommen. Mit einer großen Gruppe von Kindern und Betreuern fuhren wir nach Iximche, einer Ruinenanlage der Maya. Dieser Ausgangspunkt liegt 45 Kilometer von unserem Heim Casa San Andres enfernt! Zwei Busse begleiteten uns und fuhren langsam hinter den Läufern her. Es war geplant, das wir uns mit dem Laufen abwechseln wollten. Aber trotzdem war es immer noch ein ziemlich herausforderndes Unterfangen.

Nach einem kleinen Picknick startete die erste Gruppe mit Fackel und Fahne in Richtung San Andres, begleitet von Applaus und Anfeuerungen. Alle, aber besonders die jüngsten Teilnehmer bewiesen erstaunliches Durchhaltevermögen, und selbst der einsetzende Regen konnte unsere Motivation nicht erschüttern. Im Gegenteil, je nasser wir waren, desto mehr Beifall erhielten wir von den Zuschauern und desto mehr Spaß machte die Sache.

Am Schluss mussten wir doch ein paar Kilometer mit dem Bus zurücklegen, sonst wäre es einfach zu spät geworden. Aber die letzten zehn Meilen waren wir wieder alle auf der Straße, und als wir kurz nach Anbruch der Dunkelheit in Casa San Andres ankamen und auf dem Schulhof ein Feuer entzündeten, waren alle Gesichter gezeichnet von Erschöpfung, Erleichterung und Stolz.

 

Am 15. September, dem eigentlichen Unabhängigkeitstag, nahmen alle Kinder an einem Umzug durch die nahegelegene Stadt Itzapa teil. Gemeinsam mit vielen Kindern aus anderen Schulen gingen sie durch die Straßen und trugen die guatemaltekische Fahne. Am Schluss versammelten sich alle Kinder auf einem großen Platz und sangen die Nationalhymne.

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