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Der Montessori-Kindergarten ist wieder eröffnet

Nach einem Jahr Pause werden nun wieder Kinder in diesen besonderen Programm durch spielerisches Lernen gefördert.

Wenn man von draußen in das Klassenzimmer kommt, wundert man sich zunächst über die Stille, denn draußen spielen einige Kinder, die ziemlich viel Lärm machen.

 

Die sieben Kinder in diesem Raum sind so ruhig, weil sie sich ganz auf ihre jeweiligen Aufgaben konzentrieren.

 

Eine Freiwillige aus Deutschland hat vor kurzem dieses Klassenzimmer wieder eröffnet, nachdem es ein Jahr lang nicht benutzt wurde, und die Kinder sind sehr froh darüber. Deshalb wollte ich Harriet an einem Vormittag in diesem Klassenzimmer in dem Babyhaus von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN in Chimaltenango besuchen und ihr dabei zuschauen, wie sie sieben Kinder im Alter zwischen 2 und 4 Jahren dort unterrichtet.

 

Um neun Uhr morgens beginnt sie mit einer gemeinsamen Runde, bei der sich alle Kinder am gemeinsamen Singen, Tanzen oder einer anderen Aktivität beteiligen. Danach kann jedes Kind selbst entscheiden, womit es sich beschäftigen möchte, eines der Grundprinzipien der Montessori-Methode.

 

Während die Kinder spielen, gibt mir Harriet, die vor drei Monaten das Montessori-Programm bei uns neu gestartet hat, einige Erklärungen. Zum Beispiel ist der Raum in fünf verschiedene Bereiche aufgeteilt: einer für das praktische Leben, einer für die Sprache, einer für Mathematik, einer für das Universum und einer für die Sinne. Kinder einer Altersgruppe können sich auf ganz unterschiedlichen Entwicklungsstufen befinden. Daher ist es nicht möglich, ihre individuelle Entwicklung zu fördern, indem man allen zur gleichen Zeit die gleichen Materialien an die Hand gibt. Das Kind kennt sein Entwicklungsstadium und weiß, was gut für es ist, und daher wählt es ein Spiel oder eine Aufgabe für sich selbst aus.

 

Und so beobachte ich Magarita dabei, wie sie mit einer Perlenkette spielt. Konzentriert versucht sie, Perlen der gleichen Farbe herauszusuchen, um ein hübsches Muster zu gestalten. Zur gleichen Zeit zeichnet Yonder mit Farbstiften die Form eines Blattes ab. Nicht einmal meine Kamera lenkt ihn davon ab.

 

In diesem Alter fällt es den Kindern oft schwer, sich zu konzentrieren, und umso wichtiger ist es, dass sie es lernen. Und das gilt besonders für unsere Kinder, die ja meist aus sehr schwierigen Verhältnissen kommen und daher noch mehr Probleme haben, sich zu konzentrieren.

 

Manchmal wollen die Kinder den Montessori-Kindergarten nach den vier Stunden noch gar nicht verlassen, weil sie eine bestimmte Arbeit noch nicht beendet haben. Aber dafür hat Tia Harriet eine Lösung. Sie notiert den Namen des Kindes an dem Werkstück, und am nächsten Tag kann es dann daran weiterarbeiten.

 

Bevor die Kinder gehen, gibt es noch eine Zeit der Reflektion, in der darüber geredet wird, was man an diesem Morgen gemacht hat. Dann kehren die Kinder in ihr Wohnhaus zurück, und Harriet hat ein wenig Ruhe, bis die Nachmittagsgruppe kommt.

 

Harriet wird ein Jahr lang in Guatemala bleiben, um mit den Kindern zu arbeiten und gleichzeitig den Montessori-Kindergarten noch besser auszustatten. Sie ist auf der Suche nach Spenden, da es noch an so vielem fehlt, vor allem aber an einem weiteren Lehrer, der Erfahrung mit der Montessori-Pädagogik hat, aber auch an praktischen Dinge wie Stühlen, Tischen und anderen wichtigen Materialien.

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