15977512_1189069087874296_5256535583205466403_n.jpg
Aktuell

Der Geruch des Todes - 7 Jahre nach dem Erdbeben in Haiti

Vor sieben Jahren bebte in Haiti die Erde. Sonja Smolka, Projektreferentin Haiti bei nph, ist aktuell vor Ort. Sie schildert uns ihre Erlebnisse von der kleinen Gedenkfeier für die Opfer.

Heute jährt sich das Erdbeben zum siebten Mal. Jedes Jahr wird in Titanyen, wo tausende Menschen begraben liegen, eine Messe zum Gedenken der Opfer abgehalten.

Mit einer Gruppe Mediziner aus den USA stieg ich auf die Ladefläche eines unserer Trucks und für einen Moment hielten alle irritiert inne.  Auf einmal sagte einer der Ärzte „Dieser Geruch erinnert mich an etwas…“. Meine Antwort kam schnell: „Er erinnert dich an den Tod“. Wir saßen auf der Ladefläche, auf der vor wenigen Stunden noch die Leichen aus dem staatlichen Krankenhaus nach Titanyen transportiert wurden.

 

Während der Messe legten wir Blumen auf die Gräber der vielen Unbekannten. Das Gelände erstreckt sich über mehrere hundert Meter und Pater Richard meinte: "Egal wo ihr hintretet, ihr könnt sicher sein, dass sich unter euch sterbliche Überreste befinden". Man mag sich das gar nicht vorstellen…
 
Wenn man an das Erdbeben denkt, kommen einem als erstes die über 250.000 Todesopfer in den Sinn. Um ihrer zu gedenken, braucht es jedoch keinen Jahrestag, denn die Haitianer spüren diesen schmerzhaften Verlust täglich.

 

In einer kleiner Messe zum siebten Jahrestag des schweren Erdbebens in Haiti wird auf dem Feld der Toten den vielen Opfern gedacht.
 


Viel mehr sollten wir an die Überlebenden denken, die so viel Stärke aufbringen und stets nach vorne blicken. Direkt nach dem Erdbeben haben die Haitianer untereinander eine unfassbar große Solidarität gezeigt, ebenso wie Menschen aus Europa und vielen anderen Ländern. Damit sollten wir auch sieben Jahre nach dem Erdbeben nicht aufhören.


Sonja Smolka
Projektreferentin Haiti

Titanyen, 12.01.2017

2_nachhaltigkeit_336x280.gif