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Aktuell

Der erste Junge legt den ersten Stein

Der Bau an unserem neuen Waisenheim hat begonnen und der Grundstein ist gelegt.

Vor etwa zwei Jahren öffnete das Kinderheim von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN hier in der Dominikanischen Republik seine Türen. Wir fingen mit sieben Kindern an. Seither sind wir schnell gewachsen. Jetzt haben wir schon 94 Kinder in unserer Heimfamilie, die beständig weiter wächst. Zur Zeit wohnen wir noch in fünf nahe beieinander liegenden gemieteten Häusern, aber das wird sich bald ändern. Der Bau unseres eigenen Heimes hat angefangen! Nach einem langen bürokratischen Prozess, den der Grundstückskauf erforderte, haben wir Wege angelegt, zwei Brunnen gegraben und sind nun dabei, das Gelände einzuzäunen.

 

Der 30. September war für uns ein denkwürdiger Tag, denn da wurde der symbolische Grundstein unseres ersten Hauses gelegt. In den Stein wurde eine kleine Flasche mit einer Broschüre über UKBS Dominikanische Republik, dem Datum und guten Wünschen gelegt. José, das allererste Kind in unserem Heim, durfte den Stein mit Hilfe des Bauleiters setzen.

 

Als José zu uns kam, waren ihm die Auswirkungen seiner schwierigen Kindheit auf den ersten Blick anzumerken. Er war sehr zurückhaltend, schüchtern und schnell verlegen. Wenn er wütend wurde, was selten vorkam, kapselte er sich von den anderen ab und war nicht bereit, zu reden oder zuzuhören. Bevor er zu uns kam, war er sehr schlecht behandelt, emotional vernachlässigt und herumgeschubst worden. Als wir ihn das erste Mal trafen, lebte er bei seinem Vater, einem etwa 90jährigen Alten. Sie hausten in einem unmöblierten Raum in Batey Gutier, in dem nur eine zerschlissene Matratze lag. Sie hatten oft nichts zu essen und waren auf die Hilfe ihrer Nachbarn angewiesen, die ebenfalls sehr arm waren.

 

Wenn Sie José jetzt sehen könnten, würden Sie merken, wie sehr er sich verändert hat. Er lernt gern, ist aufgeschlossen und arbeitsam und hilft mit, wo er kann. Er ist verantwortungsbewusst und kümmert sich oft um die anderen Kinder. José ist offensichtlich ein guter Junge mit guten Absichten.

 

Nachdem José den Grundstein gelegt hatte, sagte er spontan ein paar Worte, wie stolz er sei, diesen symbolischen Akt ausführen zu dürfen. Seine Worte rührten manche von uns fast zu Tränen, und keiner der Anwesenden konnte sich ihrer Wirkung entziehen.

 

Außerdem gab es Ansprachen von Kieran, Marijo und Thomas, der für die Bauarbeiter zuständig ist. Wir beteten und dankten Gott, dass er unsere wunderbare Arbeit möglich gemacht hatte. Dann erfreute sich jedermann an "picadera" (dominikanischen Snacks) und Erfrischungsgetränken. Es war eine wundervolle Feier!

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